Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1867)
- Date
- 1867-12-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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906 Pefth, 20. Dec. In der heutigen Sitzung des Unterhauses wurde das Jndemnitäts- und Judengleichberechtigungsgesetz unverändert und ohne Debatte angenommen. Holland. Groningen, 15. December. Se. Majestät der König von Holland hat am 15. November dem Herrn I. Jacobs einen Orden verliehen als Anerkennung seiner außerordentlichen Thätigkeit und Aufopferung während der vorjährigen Cholerazeit. Herr Jacobs hat schon früher einen Orden erhalten. (N. Weekblad.) Italien. Padua. Wir vernehmen, daß die Dauer des Aabbinersemmars zu Padua auf ein weiteres Jahr gesichert ist. Wahrscheinlich wird dessen Existenz, welche durch die Annexion Venetiens an Italien bedroht war, nicht mehr gefährdet werden. Rußland. Warschau. Unter den Portraits, welche die russische Polizei unter Androhung großer Strafe Ln Polen verboten hat, zu verkaufen und im Besitz zu haben, befinden sich auch diejenigen der zwei israelitischen Prediger Jastrow und Krawstryk. Donaufürstenthümer. Jassy. Ein Decret des Fürsten Karl von Rumänien genehmigt die Schenkung von 2000 Ducaten, welche der verstorbene Banquier Moses Jdel Wechsler zu Gunsten des israelitischen Hospitals zu Jassy gemacht hat. Amerika. New-Bork. Der „Jew. Mesi." schreibt: Die Missionsgesellschaft hat in der Staiiton Street eine Freischule für jüd. Kinder errichtet. Der Lehrer, der Hebräisch unterrichtet, ist ein gewisier Pollak. Wir warnen unsere Glaubensgenosien in jenem Bezirke davor, daß sie ihre Kinder in dieselbe schicken, damit sie dieselben vor dem Abfall von der jüd. Religion bewahren. (Die Missionsgesellschaft zeigt sich in der jüngsten Zeit wieder sehr rührig und sucht ihre Netze über alle Länder der Erde auszuspannen. Wir sind überzeugt, daß ihre Bemühungen bei den Juden nur geringe oder gar keine Erfolge haben werden.) Boston. Bei der Nechenschaftsablage in der jährlichen Generalversammlung der Nähgesellschaft jüdischer Damen in Boston (die Damen verfertigen Kleider für arme Kinder) ergab sich eine Einnahme von 1130 Dollar (2825 fl.) und eine Ausgabe von 689 Dollar (1722 fl.) (Jew. Meff.) Chicago. Herr H. Regensburg, gebürtig aus Dorston in Westphalen, seit vielen Jahren in Nord- Amerika wohnhaft, hat vor Kurzem bei Gelegenheit der Beschneidung seines jüngsten Sohnes, der israelitischen Gemeinde in Chicago 3000 Dollar (7500 fl.) zum Geschenke gegeben zur Gründung eines Fonds unter dem Namen oma« nna, aus dem den D'bmo die Reisekosten, die in Amerika oft groß sind, da die häufig nach weiter Entfernung zu einer Beschneidung berufen werden, bezahlt werden soll. (N. Weekblad.) Asien. Smyrna. Den „Arch. Jsr." wird von hier geschrieben: Es gereicht mir zum Vergnügen, Ihnen die Mittheilung machen zu können, daß sich aus die Initiative einiger jungen Israeliten aus Jonien und aus hiesiger Stadt eine Gesellschaft unter dem Namen „MachazikeHam'jim" gebildet hat, um armen Kindern zu Hilfe zu kommen und sie im Hebräischen unterrichten zu kaffen. Es wäre zu wünschen, daß außerdem auch eine Schule nach europäischem Muster gegründet werde, in welcher die Kinder auch in profanen Wiffenschasten Unterricht erhalten. Damaskus, den 24. November. Die „Alliance Jsr.Univ." hat wiederum zwei neue Schulen gegründet, die eine in Adrianopel unter der Leitung des Herrn Filie Bloch, ölöve du seminair rabbinique. Die zweite ist eher als eine Reorganisation denn als eine neue Schöpfung zu bezeichnen, da die hiesige Schule schon einmal bestanden hatte, durch den Zusammenfluß vieler Hemmnisse aber gefallen war. Am ersten September eröffnete Herr Seligmann Weißkopf im Aufträge der „Alliance" die hiesige Schule, welche innerhalb 14 Tage 130 Schüler zählte. Auf Kosten der „Alliance" wirken an derselben drei Rabbiner, und zwar die besten der hiesigen Gemeinde, nebst einem arab. Lehrer. Die Gemeinde hat ein großes Haus zur Schule gegeben und ist die Sympathie für die Anstalt so groß, daß die Oberrabbiner dem dirigirenden Oberlehrer, Herrn Weißkopf, die Aufsicht über alle hiesigen Lehranstalten übertragen wollten, was derselbe jedoch wegen Ueberhäufung mit Arbeit nicht übernehmen konnte. Hundert andere Knaben warten auf die Wiedereröffnung der Claffen. Eine nur oberflächliche Kenntniß mit den Berhältniffen unserer Brüder im Orient genügt, die Nothwendigkeit solcher Anstalten darzuthun. Allein ich habe auch die Ueberzeugung, daß nur mit großen Mitteln derartige Unternehmen vollsührt werden können.