Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-12-25 · Heft 52 (25.12.1867) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 52 (25.12.1867)
Date
1867-12-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447342--05742-2461264
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

900 modernen Compofitionen greift, wenn es sich um Einführung von neuen musikalischen Elementen handelt, so würde eine Sichtung unserer eigenen Quellen gewiß manch' herrliche Ausbeute liefern. Wir glauben daher mit unserm Versuche, einer Sammlung der besten jüdischen Synagogen-Gesänge, einem mehr und mehr sich fühlbar machenden Bedürfniffe Rechnung zu tragen, zumal ein solcher unseres Wissens bisher noch nicht gemacht ist. Insbesondere glauben wir hoffen zu dürfen, daß wir den Herren Cantoren und Lehrern damit eine erwünschte Gabe bieten, da erfahrungsmäßig die Aneignung der traditionellen Melodien immer schwieriger wird, abgesehen davon, daß die ursprüngliche Frische und Innigkeit nur zu ost einer carrikirenden Variation zum Opfer fällt. Wir haben nun mit größter Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt, die uns freilich eine nicht leichte Arbeit der Vergleichung, Trennung, Completirung der Ueberkommenen gebot, den reichen Stoff zusammengestellt und in Noten gesetzt. — Die erste Lieferung dieser einstimmigen Synagogen- Gesänge, welche die drei Wallfahrtsfeste, die gewöhnlichen und außerordentlichen Sabbate umfaßt, wird im Laufe des Frühjahrs, die zweite, die D'*nu umfassende Lieferung im Sommer oder Herbst erscheinen und behalten wir uns vor, feiner Zeit Näheres mitzutheilen. N. H. Katz, Lehrer und Cantor. Österreichischer Kaiserstaat. Wien, 16. Dez. Gestern fand die zweite Wählerversammlung aus Anlaß der vorzunehmenden Neuwahl des Vorstandes der israelitischen Kultusgememde statt. Als Kandidaten treten auf: vr. v. H o f f m a u n sthal, Or. Matzel (bisheriges Vorstandsmitglied), Karl Schlesinger (bisherges Vorstandsmitglied), Leopold Abeles, Anton Bing (bisheriges Vorstandsmitglied), Dr. Philipp Mauthner. In Betreff der Oeffentlichkeit der Verhandlungen gibt der Vorsitzende die Erklärung ab, daß das Statut nicht bestimme, daß die Verhandlungen des Vorstandes bei geschlossenen Thüren geführt werden müssen, daß es somit dem Vorstande freistehe, die Oeffentlichkeit emzusühren. Eine Probewahl wurde nicht vorgenommen. Die Wahl findet am 26. d. M. statt. Italien. Florenz. Dem „Abdl." entnehmen wir Nachstehendes aus dem „Educat. Israel.": Unser Glaubensgenosse, Herr Advokat David Segrs aus Saluzzo, italienischer Vice-Consul in Constantinopel, macht durch seine reichen Geistesgaben und seinen Character dem italienischen Namen Ehre. Herr Segr6, kaum 25 Jahre alt, wird ohne Zweifel eine glänzende diplomatische Carriers machen. Die im Monate Mai d. I. abgehaltene Rabbinersynode macht nur langsame Fortschritte, da die zur Abgabe eines Gutachtens ausgeforderten Gemeinden bis jetzt entweder der Aufforderung gar nicht Folge leisteten oder sich in allgemeinen vagen Erklärungen ergingen. Unser Gemeinde-Präses, Herr David Levr, Vicepräfident im Verwaltungsrathe der Nationalbank, hat den Maurizius- und Lazarusorden erhalten. Denselben Orden erhielt auch Herr Jona Olivetti aus Biella wegen seiner Verdienste um die Baumwollenindustrie, und um Förderung des Vereins für Handwerker und Künstler; ebenso wurde Herr D. G. Sacerdote mit diesem Orden dekorirt. Belgien. Brussel. Einer Corrcspondenz in dem „Arch. Jsr." entnehmen wir unter Anderem, daß Herr Dr. Hanau aus Brüssel die bürgerliche Decoration erhielt, welche die Regierung vergangenes Jahr errichtet hat, um diejenigen zn ehren und zu belohnen, welche sich während der Cholerazeit durch aufopfernde Thätigkeit ausgezeichnet haben. Frankreich. Paris. Der Staatsbedarf für 1866 ist veröffentlicht worden. Er bringt in Vorschlag, die Besoldung der Ravbinen des Central - Consistoriums von 7000 auf 10,000 Frs. zu erhöhen. Es sind neun Oberrabbiner in Frankreich, wovon der in Paris 5000 Frs. und die anderen jeder 3500 Frs. erhallen. Die Stellen dieser Oberrabbiner sind: Paris, Metz, Straßbura, Colmar, Nancy. Marseille, Bordeaux, Bayonne uno Lyon. Es sind ferner 54 gewöhnliche Rabbiner in Frankreich, deren Besoldung von 1100 bis 2000 Frs. steigt. Die Zahl der Vorsänger ist 64, deren Gehalt von 600 bis 2000 Frs. steigt. Das rabbinische Seminar in Paris erhält einen jährlichen Beitrag von 22.000 Frs. Der ganze Bedarf zusammen mit Algier ist 244,200 Frs. (Univ. Jsr.) Paris. Herr Leon Lyon-Cohen hat von der Facultät der Rechte zu Paris den zweiten Preis erhalten. (Arch. Jsr.) Montpellier. Herr Lisbonne (Israelit) wurde am faifetlidjen Hofe zu Montpellier zum Vorsteher der Advocaten erwählt. (Arch. Jsr.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.