Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1867)
- Date
- 1867-12-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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899 •)bo mnn dv ana unter gewissen Umständen auch auf an rmn einen Sinn haben. Doch, das führt uns zu weit U'-n>-r 'n> nnnDJn vb mbum. Offen und klar liegt es aber auf der Hand, daß Herr Rabbiner vr. Enoch seiner religiösen Ueberzeugung in diesem Falle große materielle Opfer gebracht hat. Ich kenne die Gesinnung und die Verhältnisse der Rhinaer Gemeinde sehr gut und bin überzeugt, daß diese Leute, die auch ihr fernstehende min noib kräftigst unterstützen, den ennsn mio für seine Function bei dieser solennen Feier nobel honorit haben würden. Warum hat nun der Berichterstatter der Z. d. I. kein Wort der Anerkennung für diesen allerdings höchst uneigennützigen Zug des Herrn vr. Enoch? Nun, warum? — Ob aber der Herr Landrabbiner durch seine collegialische Aushilfe auch dazu beigetragen, das Ansehen seiner College», für das doch der Thüringer in der Z. d. I. so sehr bedacht sein will, zu erhöhen, das möge er selbst Nachweisen. Ich bringe es einmal nicht heraus. Gehen wir nun kurz und bündig zum Schluffe jenes Berichtes über. Hier wird der Kritiker sofort zum Rathgeber, indem er sagt: „Wenn übrigens der genannte fromme Herr seine Aufmerksamkeit anstatt dem harmlosen Tanzvergnügen dem synagogalen Leben seines Distrikts zuwenden würde, so könnte er sich wahrlich größere Verdienste um sein geistliches Amt erwerben. Auf diesem Felde sieht es noch traurig aus; von einer Andacht, einer Würde, einer Ordnung ist an vielen Orten wenig Spur. Hier öfters zeitgemäße Anordnungen zu treffen, wäre heilsamer als die Revisionen der Schächtermeffer, derMazzamaschinen, die Untersuchungen der Mikwahs, der Erubin, was der fromme Mann zu seiner Lebensaufgabe gemacht zu haben scheint." Fassen wir den Text schärfer ins Auge, so erkennen wir sofort, daß der Scribent den zweiten Theil seiner Herzensangelegenheit ausführlicher behandelt als den ersten. Freilich war dort auch von rabbinischem Spuck die Rede und bei solchen Dingen muß man sich kurz, sehr kurz halten, so daß der Leser die Sache ohne den obigen Commentar gar nicht versteht. Hier aber schwindet der Nebel und man erblickt so recht klar des Pudels Kern. Man ist fast versucht hinter dem Berichterstatter einen fahrenden Scolaften zu suchen, dem es nicht gefällt, daß der genannte „fromme Herr" noch immer nicht aufhört, Revisionen der Schächtermeffer rc. vorzunehmen. Nicht wahr, mein Theuerster, wir verstehen uns. Du nennst Dich nur zum Theil und stehst doch ganz vor mir. Also das ist das Pentagramma, das Dir Pein macht! In der Thal befindest Du Dich auf Irrwegen, wenn Du glaubst, das seien so geringfügige Dinge, über die der Rabbiner nicht zu wachen habe. Du scheinst Dir Deinen Standpunkt im Kurhessischen noch nicht recht klar gemacht zu haben, wenn Du glaubst, man würde den Rabbinen, der auf die gesetzliche Observanz der Speise-Ehe- und Sabbatgesetze so viel Gewicht legt, darum geringer schätzen, weiter den Gottesdienst in seinem Bezirke noch nicht nach Deinem Ideale umgestaltet hat. Du irrst ebenfalls, wenn Du glaubst, die Ausdrücke „frommer Herr und frommer Mann" könnten bei uns, Kurhessen, den damit Beehrten herabsetzen. Du scheinst — ich vermuthe es eben nur — noch nicht lange aus einem gewiffen Seminar gekommen zu sein, in welchem man den sechs Zöglingen noch immer weis machen will, daß man nur durch „zeitgemäßen Anordnungen Andacht, Würde und Ordnung ins synagogale Leben bringen könne. Die Erfahrung hat gelehrt, daß dergleichen „zeitgemäße Anordnungen," wie sie in den Reformsynagogen zu Hamburg, Frankfurt rc. eingeführt sind, diese Synagogen nicht mehr mit Andächtigen füllen. Ich komme immer wieder auf mein Lieblingsthema (Rhina), das Du gar nicht erwähnst, zurück. Dorthin führte mich nämlich kürzlich eine Geschäftsreise und da es gerade y"ram"n war, auch in die Synagoge. Nun. wenn Du auch einmal nach R. kommst, und die Zahl der andächtigen Beter in der dortigen Synagoge mit denen einer Reformsynagoge vergleichst, so wirst Du mir auch glauben, wenn ich kühn genug bin, zu behaupten, daß in der Synagoge des fuldaischen Dörfchens selbst an Werktagen mehr Andächtigen versammelt sind, als sich in den oben erwähnten Reformtempeln zusammen, selbst am Sabbat nicht finden ließen. Nun, mein Lieber, schließe ich für heute. Solltest Du noch Luft verspüren, irgend einen Einwand gegen Obiges machen zu wollen, so tritt mir nur mit offenem Visir entgegen. Auch ich werde mich dann nennen, um Dir zu zeigen, daß ich weder ein Untergeordneter des Herrn vr. Enoch, noch sonst von ihm abhängig bin, ja ich gehöre gar nicht zu seinem Rabbinate und habe denselben nie gesprochen. Nur die absichtliche tendenziöse Schmähung eines Biedermannes ist es, die ich verachte und die mich zu dieser Entgegnung zwang. G. Brilon (Westphalen), den 18. Dec. (Privatmittheilung.) Unter den gegenwärtigen Verhältniffen des synagogalen Gottesdienstes möchte es wohl an der Zeit sein, das Beste des liturgischen Nachlasses der Vergangenheit vor dem Vergessen zu schützen: wir meinen die reichen musikalischen Schätze, die sich traditionell der Synagoge erhalten haben. Ein solcher Reichthum edler, wahrhaft erhebender Melodien, wie die Mehrzahl der althergebrachten Synagogen-Gesänge birgt, möchte wohl nicht leicht anderswo zu finden sein; und während man heutigen Tages vielfach nach