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Der Israelit · 1867-12-18 · Heft 51 (18.12.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 51 (18.12.1867)
Date
1867-12-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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887 die sonst ihr gutes Auskommen hatten, jetzt mit bangem Herzen der Zukunft entgegensehen. Um diesem Uebel bei den jüdischen Armen vorzubeugen, haben mehrere edle Männer dahier eine College bei ihren reichen Glaubensgenossen veranstaltet,! die auch von Erfolg gekrönt war. Auf ihre Veranlassung haben sich die reichen Gemeinde Mitglieder! verbindlich gemacht, wöchentlich einen kleinen Beitrag zu Gunsten der Armen zu geben. Für das gesammelte Geld und für die wöchentlichen Beiträge kaufen nun diese Männer verschiedene Lebensmittel, die sie dann um einen billigen Preis an die Armen verkaufen. (Jbri Anochr.) .jf Lemberg. Auch hier hat sich ein Missionär niedergelassen' der eine Schule errichten will, in der jüdischen Kindern unentgeltlicher Unterricht in 4 Sprachen gegeben werden soll. Wir hoffen, daß unsere Glaubensgenossen daselbst dieser großen Borlockung widerstehen werden. (Jvri Anochi.) Leitmeritz. Der Leitmeritzer Bischof hat einen Hirtenbrief erlassen, in welchem er die schärfsten Vorwürfe gegen fast alle Zeitungen der deutsch-slavischeu Länder erhebt. Diese Zeitungen seien meist (!) von Juden (!) geschrieben, welche mit wachsendein Geschrei Drohungen gegen das Konkordat erheben. (Nicht die Juden, die Katholiken Oesterreichs agitiren gegen das Concordat.) Pesth. Laut dem Rechenschaftsbericht der Verwaltung des jüdischen Hospitals daywr betrugen die Ausgaben des Hospitals im verflossenen Jahre über 13000 st. Für das Lemberger Hospital wurden über 22009 fi. verausgabt. In dieser Stadt tragen die Mitglieder der Gemeinde per Woche je einen Kreuzer für jedes ihrer Kmder bei. Dadurch ist es möglich, die immermehr sich steigernden Ausgaben des Hospitals bestreiten zu könren. (Jüd. Zeit.) Gperies. Man schreibt dem „P. L." aus Eperies, 10. Dezember: Sieben bis acht Juristen gingen, nachdem sie im Weichbilde der Stadt mehrere Exzesse verübt, auf die benachbarte, berüchtigte Sebeser Wiese, insultirten auf dem Wege dahin drei vom Wochenmarkte nach Hause kehrende Israeliten und als der hiesige Einwohner Simon Wollner, der die Straße passirte, die Herren „Juristen" mit freundlichen Worten ermahnte, die Sebeser Juden nicht zu prügeln, wurde er sofort niedergeworsen und erhielt eine Tracht mörderischer Schläge, so daß an seinem Aufkommen die renommirtesten hiesigen Aerzte zweifeln. Der arme Mann wurde derartig verletzt, daß er nicht einmal nach Hause transportirt werden konnte. Sieben Juristen, der achte ging durch, sind wohl arretirt, doch bemüht man sich, „sie gegen Bürgschaft" dem Gefängniß zu entziehen. Es ist dres nicht das erste Mal, daß solche Klagen über die Ausschreitungen der Epej rieser akademischen Juristen zugehen, und es wäre nur 1 zu wünschen, daß die dortigen Behörden einmal auch in dieser Richtung diejenige Energie entwickeln, welche die Sache erheischt. Frankreich. Panis. Aus einem in den „Arch. Jsr.^ veröffentlichten Briefe entnehmen wir folgende stellest Die Gesammtbevölkerung Frankreichs beträgt 36 Millionen, die jüdische Bevölkerung in runder Zahl 100,000 d. i i Israelit zu je 360 Einwohner. Nach den „militärischen Annalen" sind im französischen Heere vom Oberst bis Kapitän 8260 Officire, darunter 63 Juden, d. i. dreimal mehr als nach dem Verhältniß 1:36. England. London. Das ComitL zur Erforschung und Vermeffung von Palästina fordert in „Jew. Chron." die Juden auf, dieses Werk, welches für dieselbe ebensoviel, wenn nicht noch mehr Interesse hat als für die Christen und das bereits mit Erfolg begonnen worden, durch Geldbeiträge zu unterstützen. Hüll. Unser Glaubensgenosse, Herr J.Symons in Hüll, ist zum elften Male zum Vice-Gouverneur erwählt worden. (Jew. Chron.) Southampton. Wie wir durch einen Correspondenten benachrichtigt werden, ist unser Glaubensgenosse, Herr David DaviZ zum fünftenmalö zum Rathgeber des Bezirkes St. Michael erwählt worden. Die vier ersten Male hatte er gar keinen Gegencandidaten. (Jew. Chron.) Türkei. Konftantinopel. Das „Jew. Chron." schreibt von dieser Stadt: „Vor zwei Jahren gründete die Misstons.Gesellschaft eine Schule in Koustantinopel für jüdische Knaben und jüdische Mädchen. Die Schule ist in einem ^tadttheil, wo gerade viele arme Juden wohnen. Viele dieser Juden schicken ihre Kinder auch in dieselbe, oa sie daselbst unentgeltlichen Unterricht erhalteir. Welche Zwecke die Misstonsgesellschaft dabei verfolgt und welcher Schacher mit den armen unschuldigen Kindern getrieben wird, mögen unsere Leser aus dem nachstehenden Bericht, den der Jnspecwr der Schule in der Missionarzeitung über dieselbe gibt, ersehen: „Als ich die Schule eröfsuete, nachdem sie wegen des jüdischen Osterfestes drei Wochen geschlossen gewesen , wurden am ersten Tage 50 und am zweiten Tage 7^ Kinder ausgenommen; seitdem nimmt dieselbe immer mehr zu, besonders schicken die Juden ihre

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