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Der Israelit · 1867-12-18 · Heft 51 (18.12.1867) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 51 (18.12.1867)
Date
1867-12-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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.878 ihn noch von dem epidemisch gewordenen Wahne befangen zu wissen, als suchten wir Juden selbst die Zurückgezogenheit und wachten ängstlich darüber, mit andern Nationen nicht in Berührung zu kommen. Dieses Argument ist ein von den Feinden der Emancipalion allzuoft bestiegenes Sredenpferb, als daß es nicht auch in unserer Zeit hervorgeholt worden wäre. Man steht, man muß vom Geiste der min durchweht sein, um den Ausspruch unserer Weisen begreifen zu können: p» Tn dv min in^n ns\ Bei Brockhaus in Leipzig erscheint: „Die Mechulle-Leutl" Ein Polizei-Roman. Ein öffentliches Geheimniß läßt einen Lübecker Gelehrten Verfasser dieses anonymen zweibändigen Werkes sein und die darin vorkommenden Charactere sollen sich auf dem hiefigen classischen Boden bewegt haben. Wir hatten bisher nicht Zeit, den Polizei-Roman zu lesen, und können daher nicht bestimmen, ob der Inhalt seinem so auffällig hebr. Namen entsprechend ist.*) Vielleicht können wir die Tendenz andeuten mit den Schlußworten der Vorrede und denjenigen des Romans selbst: Wohl möchte ich das auch einen Sitten-Roman nennen, so scheel mancher dazu sehen mag. Ist doch nur die Helle, klare Sonne allein im Stande, die Sümpfe auszutrocknen. — Und: Wie viel Leiden birgt die Welt! Und doch sind sie nicht werth der Herrlichkeit, die an uns offenbart soll werden. vb noo Zeitungsnachrichten und Correfpon- -enzerr. Deutschland. Mainz, den 11. Dec. Die in Berlin erscheinende Zeitschrift „die Gegenwart" schreibt über den verstorbenen Oberrabbinen von Pesth, Dr. Meisel: „Für die Berliner Judenheit ist Meisel insofern von Interesse, als er einst in Verhandlung mit der Berliner Reformgemeind e (die bekanntlich den Sabbat auf den Sonntag verlegt hat) wegen Nebernahme einer Predigerstelle stand und im vorigen Jahre sich als Candidat der conservativen (!!) Partei aufftellen ließ. Ruhe seiner Asche!" — Bei dieser Gelegenheit wollen wir die erwähnte Zeitschrift, in der oft zwei Drittel ihrer Nachrichten *) Anm. der Red.: Soviel wir in den literarischen Zeitschriften darüber gelesen, hat der in Rede stehende Roman mit Juden und Judenthum nichts zu schaffen. Der Titel ist der Gaunersprache, die manches hebräische Wort entlehnt hat, entnommen, und bedeutet soviel wie: „Spttzbubengesindel". dem „Israelit" entnommen find, ohne daß sie jemals die Quelle angibt, an das achte Gebot erinnern. Wie wir vernehmen, wird die Verlagsbuchhandlung des „Israelit" einen gewissen Herrn Li Hermann in Brieg wegen unbefugten Nachdrucks verklagen. Derselbe hat unsere Novelle „Rabbi Elch anan" in seinem Kalender abgedruckt und hat nicht allein keine Quelle angegeben, sondern hat auch noch das Inhaltsverzeichnis derart eingerichtet, daß der Leser Leopold Kompert für den Verfasser halten muß. — Da die Verlagsbuchhandlung beabsichtigt, die bisher im „Israelit" erschienenen Erzählungen, deren Verfasser der Herausgeber ist, zu sammeln und in einem Bande zu ediren, so kann die Entschädigungsklage Herrn Libermann theuer zu stehen kommen. — München, im November. Die geehrten Leser dieses weitverbreiteten Blattes werden sich gewiß aus vielen Berichten über hiesige Wohlthätigkeits-Bereine und deren Vorsteher eines Mannes erinnern, der bei keinem derselben fehlte, wo es galt, durch die Ausübung der israelitischen Nationaltugend zu glänzen. Dieser Mann, Hr. Arnold Marx, Privatier dahier, ist leider nicht mehr. Obwohl seit geraumer Zeit leidend, erfüllte es dennoch jeden seiner zahlrei, chen Freunde und Verehrer mit lebhafter Freude in letzterer Zeit Hrn. Marx auf dem Wege der Besserung zu wissen. Aber ach, es dauerte nicht lange, da erschütterte uns die Trauerbotschaft von seinem Ableben am 12. November. Der Verlust dieses Mannes ist sowohl für die israelitische Gemeinde, als auch für Einzelne, die ihm zu Dank verpflichtet, ein großer. Ganz besonders aber hat ihn ob seiner aufopfernden Thätigkeit an der Seite seiner edlen Gattin der hiesige Frauenverein zu beklagen, dessen langjähriger, treuer Verwalter er war. Dafür kann wohl außer der „Krone des gesegneten Andenkens auf dieser Welt" — wu o» ms — nur Der lohnen, der den echten, menschenfreundlichen Israeliten seinen Liebling nennt. — i-Rabbin.-Cand. Skutsch. □ München, 6. Dez. Aus zuverlässiger Quelle geht uns über die m 30. und 31. Oetober in Brünn stattgehabte Versammlung Bericht zu. Sie bestand aus 26 Rabbinern, 38 Lehrern und 39 Gemeinde-Vorstehern, konnte aber zu keinem weiteren Resultate kommen, als die während jener Tage bebattirten Anträge, und die den Gemeinden vorzulegenden Actenstücke, einem aus 15 Mitgliedern bestehenden, von der Versammlung zu wählenden Comitö zu weiterer Berathung zu übergeben. Dies Comite wurde jedoch nur als berathendes, nicht aber als beschlußsassendes gewählt, welches das Resultat seiner Berathung sämmtlichen Gemeinden mitzutheilen haben wird. Ein vom Provisor. Oberlandesrabbiner Mährens, Herrn Abraham Placzeck, entwor-

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