Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1867)
- Date
- 1867-12-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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877 oder Epiritusfeuer behutsam gefengt, dann in heißem Wasser mumtttlst eines Strohwisches nndKleie abßerieben." Wir haben nnn den Sch. A. zur Hand und finden uru :'nn2 k"1 «vj/d n*D '»d n"» im 2iei nn^tj ~)m p ^21 ow a^ot> er nuncn ioa .ena m^iD th?drv Q'V2 p irvjf^ «to r6’nrDV *?nrb Darum ist eS der Gebrauch in allen Ländern, gar Nichts vor dem Salzen zu brühen, und man hüte sich, vorsätzlich das Fleisch (von 'iBiyi o^cn d’hj) in heißes Wasser zu legen. Auch dbg nepn vp^ verbietet daS Brühen mit heißem Waffer vor dem Salzen: -m« D’anu p&* rowpa cmn pfiw .nn ien 2t>2 Gegen dieses Verbot verstößt aber die Vers, an mehreren Stellen, so auch S. 41 Nr. 77, S. 40 Nr. 74 und 76, S. 56 Nr. 105 u. a. v. a. O. S. 96 Nr. 192 unter „Fischsalat" räth die Vers., man soll zu diesem Salat Klöße aus feiu gehacktem, mit Fett untermischtem Rind-, Kalb- oder Hühnerfieisch fügen, dem entgegen finden wir im Jore Deah: j-i -’KQ abv ^n)b -ps 2 ppyD iVp ad .rrs> nvfttr »jso in»2 (Siehe auch '2 'yo nsf '»d QV 2l2'N 282.) Wir haben diese kleine Blumenlese versucht, um dadurch zu zeigen, wie schwere Wunden dieses Buch den jüdischen Haushaltungen zu schlagen geeignet ist, und dies umsomehr, als gewöhnlich derlei Bücher Gegenstände zu Hochzeits- und anderen Geschenken abgeben. Wan möge aber ja nicht glauben, daß wir durch obige Citate schon alles Verstößliche in diesem Werkchen erschöpft und dadurch stillschweigend alle übrigen Rccepte gutgeheißen hätten. Wir hatten das wenige Angeführte schon für genügend, unsere Leser vor diesem Buche zu warnen; in Wirklichkeit könnten wir aber das Sündenregister deffelben weit verlängern und noch viel mehr Stellen aus demselben auführen, die nichts weniger als den Ritualgesetzen entsprechen. Gleich aus Seite 3 begegnen wir einem groben Schnitzer. Tort wird nämlich von der Vorbereitung zum Osterfeste gesprochen und dabei gesagt: Das gewöhnliche Brot, Mehl und Gebäck muß aufis Entschiedenste, innerhalb dieser Zeit, nicht nur ungeuossen bleiben, sondern auch sorgfältig aus den bewohnten (?) Räumen verbannt werden. Man schafft es in der Regel nebst dem Geschirr und (?) Geräthen, die man im Lause des Jahres benutzt, auf den Boden!! Das Unrichtige in diesem Satze brauchen wir wohl nicht erst hervorzuheben. Haben wir nun offen herausgesagt, was wir an dem Buche auszusetzen haben, so müssen wir auch, um gerecht zu sein, hervorheben, was uns besonders in demselben gefallen, leider können wir aber da nur einen Passus hervorheben, und zwar den über die Wesse der Tödtung (Vers, nennt es sonderbarerweise „Schlachten") der Fische. S. 6 Nr. 6 sagt die Vers.: „Jede edeldenkende Frau wird darauf bedacht sein, soweit es in ihrer Macht steht, Milde selbst ge-! gen das geringste Geschöpf zu üben. DaS Geschlecht! der Fische erleidet häufig, in der Hand roher Personen, einen so qualvollen Tod, daß manchem Zuschauer! solcher Gräuelseenen der Genuß des LieblingSgerichtS gewiß verleidet würde. Selbst das Abschuppe« der! Thiere vor dem Schlachte» ist ein grausames Ber- } fahren. In der humansten und praktischsten Weise! tödtet »an die Fische durch einen tiefen Schnitt dicht hinter dem Kopfe, welcher das Rückgrad vollkommen ' durchschnerdet. Hierdurch ist eine Trennung des Gehirnes von dem Rückenmarke erfolgt." Aus Allem | ergibt sich aber, daß, wenn doch k tout prix ei» Koch- I buch gekauft muß sein, wir dem von R. Wolf entschieden den Vorzug geben würden. Der berühmte Reisende Herr I. G. Kohl hat seine gesammelten Reiseerfahrungen in einem Werke i erscheinen lassen, das die Hamburger Vereinsbuchhandi lung unter dem Titel „Die Völker Europa's" heraus- * gegeben, und welches der Maler A. Kretschmer mit characteristischen Vignetten und in Farbendruck ausgeführten Nationalitätsgruppen illustrirt hat. Dies Werk des Vers, bildet eine Abtheilung des „Voltz- Kosmos" und reiht sich den gediegenen volkSthümlichen Einzelwerken, welche dieses Unternehmen umfaßt, auf's Würdigste an. Was uns aber dieses Buch in einem! jüdischen Blatte zu besprechen veranlaßt, ist ein in! demselben enthaltener Artikel über die Juden, worin i der durch seine Reifen in alle Theile unseres Conti-? nents berühmte Verfasser vorurtheilSfrei genug ist, uns feine Anerkennung im vollsten Maße zu spenden. Der Vers, sagt u. A.: Nicht lange nach der Annahme des Christenthums sank das Reich der Römer durch Zwiespalt und innern Hader unter dem Schwerte einbrechender Barbaren. Ueberall wurde ihnen die Weltherrschaft aus den Händen gerissen. In manchen! Gegenden, z. B. in den Griechisch-Byzantinischen Län- , dern, verschwanden sie selber fast völlig. Ueberall aber . blieben die zähen und ausdauernden Juden an den aus den Trümmern neugebildeten Reichen haften, gleichsam wie eine elastische, schwer zerstörbare und! vielverzweigte Epheuranke an den Theilen eines zusammenstürzenden Gebäudes. Ja, trotz Drangsal und Noth wuchsen sie sogar hie und da ganz üppig und i mit neuen Zweigen, aus tausend klaffenden Wunden! blutend und doch unbeschädigt, durch alle Welt verj streut und doch gleich Felsen unter einander zusam- - menhaltend, unsäglich bedrückt, gleich dem schwachen j Frauengeschlechte tyrannisirt, und doch, wie die elastii schen Frauen, Herrschaft übend, mitten durch das grau- I sige Gewoge der Völkerwanderung hm." Aber gerade, > weil wir den Vers, eine.so rühmliche Ausnahme von : den meisten Autoren auf dem historischen Gebiete! machen sehen, befremdet es uns umsomehr von ihm,