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Der Israelit · 1867-12-04 · Heft 49 (4.12.1867) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 49 (4.12.1867)
Date
1867-12-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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VIII, Jahrgang. ^ettkge zu Nr. 49 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Ulm a. d. D. Unser Synagogenbauproject, über das der „Israelit" unlängst einen Aufsatz gebracht hat, der nicht ohne Wirkung geblieben ist, hat inzwischen keinen bemerkbaren Fortschritt gemacht. Die Aufsichtsbehörde bat dem s. g. Hofbau im angekauften Hause ihre Genehmigung versagt und das Vorsteheramt spielt entweder die Rolle des Schmollend, indem es alle Räume des theuren Hauses wieder vermiethet und im seligen Nichtsthun schwelgt, oder es sucht, die Oeffentlichkeit vermeidend, sein Ziel auf bureaukratischem Wege zu erreichen, indem es selbstgefällig denkt: „Jst's geschehen, so wird's auch zu Tage kommen." Die Gemeindegenossen könnten ja aber vom Rechnungswesen die jährlich wkederkehrende gesetzliche Einstcht nehmen und revidirend bemerken, man wünsche das augekaufte Haus möglichst rentabel vermiethet und jedenfalls für die eigenen Kirchen- und Schulzwecke provisorisch verwendet zu sehen, um die alten Miethlokale entbehrlich zu machen. Die Einrichtung eines würdigen Betsaales wäre nach der Ueberzeugung der Gemeindcmajortität mindestens für das nächste Jahrzehent genügend und umginge die Gefahr einer Steuerüberbürdung, womit ein moderner Neubau die Gemeinde bedrohte. Wenn endlich die Revision der isr. Kirchenverfassung von 1828 den Landständen vorgelegt werden würde, so ließe stch hoffen, daß den Gemeinden eine größere Autonomie eingeräumt und dem Kirchenvorsteheramt ein Gemeindeausschuß beigeordnet werden würde, wie er in der Hohenbucher Versammlung verlangt worden ist. In voriger Woche hat das württemberger Blatt, „der Beobachter," am 13. November den Cnltusminister an sein Wort wieder erinnert, daö er der Kammer in jüngster Session gegeben hat, und von den 3 Versammlungen Notiz genommen, die vor etlichen Jahren zu diesem Zwecke auch in Ulm und in Eßlingen stattgefunden haben. Rührt euch jetzt, ihr Männer vom Donau-, Neckar-, Tauber-, Jaxt- und Freuden-Thal, erneuert eure Petitionen und interpellrrt durch Vermittlung eurer Abgeordneten, daß endlich das Ziel erreicht werde, ttb riJDD tan1? pm p nn« iioA naabon sei die Maxime jedes einzelnen unserer Gesinnungsgenossen, i-v. Frankfurt a. M Am 23. -Ktstrm hielt Herr Rabbiner Hirsch dem verewigten Klein, Rabbiner zu Colmar t>"piL"i nobw *n"niD in der Synagoge der israel. Religionsge'ellschaft vor einem zahlreichen Zuhörerkreise einen ->SO.->. Obwohl der sei. Klein den Lesern Ihres geschätzten Blattes nicht unbekannt war, und seine Verdienste von Ihnen vielfach hervornehoben worden sind, so halte ich es doch nicht für überflüssig, den gedrängten Inhalt der ergreifenden Worte, welche der Schmerz des Redners hervorrief, Ihren Lesern wieder zu geben. Anlehnend an die ersten Verse des Wochenabschniltes (miff ”n) wies Herr Rabb. H. daraus bin, daß cs einen Schmerz gäbe, wo nicht die stille Trauer in der Einsamkeit genüge, wo man in die Oeffentlichkett der Gemeinde flüchten muffe, um diesem Schmerze allgemeinen und wahren Ausdruck zu verleihen. Denn „ton paar Dan pmp," und mit Recht ertönt die Klage weithin über die engen Grenzen, in welchen er gewirkt, Alle seien ja seine Verwandte, die demselben Ziele zusteuerten, Alle, die ein gleiches Streben erfülle. Und wenn unsere D’oan bei dem Berichte von dem Tode der frommen Mirjam uns die Lehre vor die Seele führen, msao D’pns nrPD msaa non« ms» MI so müßten es große Verirrungen sein, zu deren Sühne große Verluste nothwendig wären. Und wenn ein solcher Mann ein pns und zugleich ein Ovn n'vtrri gewesen sei, so sei sein Verlust unersetzlich. „Denn verlorenes Gold, Silber, Kupfer und Eisen sei," wie schon der Talmud erkläre (als 'ndd 'i starb), „leicht zu ersetzen, aber wo sei die Fundgrube für ruot nosn tn der Seele eines n"n?" Sei nun schon in jenen Zeilen, wo D'ioan ’TDt>n keine Seltenheit war, wo man sagen konnte: tmitn n-m tyospn tan, „und eine Sonne ging unter, aber eine Sonne ging wieder auf;" sei schon damals, als jene großen Männer noch bei ihren Lebzeiten für Nachwuchs und neue Jünger der Weisheit sorgten, der Tod der Frommen so zu beklagen gewesen, um wie viel mehr jetzt, wo die Weisheit des JudenthumS als etwas Ueberflüssiges, ja Schädliches betrachtet würde, wo man auf den Tod der alten „Jünger der Weisheit" warte, daß sie hinsterben, unersetzt, wie jene alten Zedern des Libanon, die, werl ohne Nachwuchs, man in einem andern Sinne Jener vergleichen möchte (noro pns) — in unserer Zeit, wo die Wahrheit stch verkriechen muß, und — sich verkriecht — wo so selten ein Mann ein freies Wort zu sprechen wagt! — Und da lebte er, der eS wagte, für diese Wahrheit einzutreten, und der für fie kämpfte, und da ist dieser Mann gestorben, und das Geschlecht muß weinen und sich schämen an dem Grabe dieses Mannes im Frankenlande, den sie allein haben gehen lassen, allein habe kämpfen lassen, — da brauch t's nicht der Klage, glanzend durch rhetorischen

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