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Der Israelit · 1867-12-04 · Heft 49 (4.12.1867) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 49 (4.12.1867)
Date
1867-12-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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840 wöchentliche Unterstützung zu verabreichen. Vermögen: fl. 1400. Einnahme im I. 1866 fl. 330, worunter fl. 150 freiwillige Gaben, Ausgabe fl. 130. (Forts, folgt.) Belgard, den 14. November. Der in weiten Kreisen bekannte Kaufmann, Herr Ascher Levy in Polzin feierte am 7. Marcheschwan seine silberne Hochzeit. Dieser Tag war nicht nur für die große Zahl seiner Verwandten, sondern auch für Freunde von Nah und Fern ein Tag der Freude. Leute, wie das Jubelpaar, die dahin bestrebt sind, die Religion im Hause zu erhalten, sie außer demselben zu verbreiten, die nnon nb'Dü mi3y min im wahren Sinne des Wortes üben, verdienen es, daß die Theilnahme eine so bedeutende gewesen war. Don allen Seii.n kamen Gratulationen; einige sogar in hebräischer Sprache, in welchen der reichste Segen von dem Geber alles Guten auf das Haupt des Jubelpaares herabgrfleht wird. Einige Züge der Wohlthatigkcit, die der Nachahmung windig sind, will ich hier anführen. Am Jubelfeste übersandte der Jubilar dem Magistrat ein Kapital von 100 Nthlr., von dessen Zinsen Arme der Stadt ohne Unterschied des Glaubens unterstützt werden sollen; ferner erhielt die jüdische Gemeindekasse ein Geschenk von 100 Rlhlr. und die nmn 50 Rthlr. Vor zwei Jahren starb hier ein Bruder des Jubilars und bald darauf auch die Wittwe. Von diesen blieben mehrere Waisen zurück. Herr und Fran Levy nahmen sogleich die beiden jüngsten in ihr Haus, trotzdem sie selbst Kinder haben, und sorgen nun mit elterlicher Liebe und uneigennützigster Treue für deren geistiges und körperliches Wohl. Bei dieser Gelegenheit will ich noch ein kleines Bild der Gemeinbevcrhältmste Polchr?s entwerfen. Die Gemeinde zählt ungefähr 60 Mitglieder, und ist bei denselben im Allgemeinen ein religiöser Sinn vorherrschend. Es findet regelmäßig -ipai my Gottesdienst in der Synagoge statt; om Sonnabend sind die Ge schäfte größlcntheils geschlossen, trotzdem an demselben Wochrnmarkt abgehaltcn wird. Nur eins ist hier zu beklagen. Die jüdische Neligions-Schule befindet sich in einem ganz traurigen Zustande. Der Grund dieser Erscheinung mag wohl darin zu finden sein, daß fast in jedem Jahre, manchmal auch mehrmals im Jahre, ein Lehrerwechsel stattfindet. Ob nun die Lehrer in religiöser und wissenschaftlicher Beziehung viel zu wünschen übrig ließen, oder ob die Gemeinde ihre Lehrer in materieller Beziehung schlecht stellt, oder ihnen die gebührende Achtung nicht zollt, von allem diesen kann ich Nichts berichten. Das weiß ich jedoch mit Bestimmtheit, daß die jüdischen Kinder Polzings bereits seit einem ganzen Jahre keinen hebräischen Unterricht haben, weil der betreffende unity, ein Pole, von den Kindern gar nicht verstanden wird und diese deßhalb gar nicht zur Schule gehen. So eben höre ich, daß auch dieser bereits, da er nur interimistisch angestellt war, sich von Polzin entfernt hat. — Ein Lehrer, der zugleich ünw und mit einem gründlichen Wissen ausgestattet ist, dabei einen echt religiösen Wandel Nachweisen kann, würde in der Polziner Gemeinde eine recht gute Anstellung finden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Pesth, den 25. Nov. Der Ministerpräsident Graf Andraffy legte in der heutigen Sitzung des Unterhauses einen Gesetzentwurf vor, welcher Israeliten zur Ausübung aller bürgerlichen und politischen Rechte gleichmäßig für befähigt erklärt und alle hiermit im Widerspruch stehenden Verordnungen aushebt. Der Entwurf wurde mit lautem Eljen ausgenommen. Holland. Amsterdam. Der König von Holland hat Herrn A. I. M a ch i e l s , Consul von Baden und Sachsen - Coburg - Gotha, die Erlaubniß gegeben, dm ihm von der Königin von Spanien verliehenen Commandeur-Orden erster Claffe tragen zu dürfen. — Herr I. Wittering von hier, Mitglied der holländischen Ausstellungscommission zu Paris, ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. (N. Weekbl.) England. Portsmouth. Das „Jew. Chron." schreibt: Wir haben vor uns verschiedene Localblätter, welche Herrn Ald. Emanuel großes Lob ertheilen für die Dürrste, wett' e derselbe als Mayor der Stadt während seines Dienstjahres, das nunmehr verflossen ist, geleistet hat. Man wollte ihn auf's Neue wählen, aber er schlug von vornherein jede Wahl ab. In einer der jüngsten Stadtrathssitzungen wurde ihm von einem Stadtrathsmitgliede der öffentliche Dank für die glückliche Vollführung seines Amtes ausgesprochen. Türkei. Itustschuk. Herr Jsak Zipris und Herr Marx Rosnais aus Ruftschuk haben den türkischen Medjideh-Orten dritter Classe erhalten. China. China. Die alterthümliche Colonie von Kajflmg-fee in China hat sich aufgelöst und die Synagoge daselbst ist zerstört worden. Ein Missionär, der diese Gegend bereiste, fand daselbst blos einen Stein, der auf seiner linken Seite die Errichtung dieser Sy-

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