Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1867)
- Date
- 1867-11-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Ms Ersuchen des Snvagogenraths unentgeltlich von Unterzeichnetem Bezirksrabbiuer verwaltet, mit.Ausnahme der Holzsiiftnng, welche unter Aufsicht des SpnagvLenraths von zwei Rechnern besorgt wird. Für die Oettinger'sche Stiftung ist der Unterzeichnete seit 24. Juli 1666 Verrechnet und als solcher verpflichtet. Die Oettinger'sche Stiftungsrechnung wird alljährlich von Gr. Bez.-Amt Radolfzell abgehört; die RÄnuug über die übrigen Stiftungen lag demselben letztmals im September v. I. vor. In den auswärtigen Gemeinden werben die meisten Stiftungen von den Synagogenrätheu, einzelne mit deren Wissen und Willen von Privaten verwaltet. Die Stiftungscapitalien sind zu verschiedenem Zinsfuß, zu 4*/*, 43/* und 5<>/o ausgelieben. Die Bertheilung der Stiftungszinsen findet pünktlich nach Maßgabe der Anordnungen der Stifter statt. (Fortsetzung folgt.) Aus BLeftphalen. Bon der, schon vor länger als einem halben Jahre projectirten, damals auch in dieiem geschätzten Blatte allseitig besprochenen Reorganisation der isr. Vereinsschule zu Münster verlautet noch nichts, als daß zwei Lehrer gedachter Anstalt, nämlich der würdige, gelehrte und hochbetagte Oberlehrer Cohn und der Professor G n.i l l a u m e (Christ), welche beide seit dem Bestehen der Anstalt segensreich an derselben gewirkt haben, angeblich in Berücksichtigung ihres hohen Alters pensionirt sein sollen. Daß überhaupt eine gründliche Umgestaltung genannter Anstalt Roth thue, über diese Frage waren und find die jüd. Gemeinden der Rhe.mvrovinz und Westphalens schon längst einig. Ob diese aber durch die in Ausficht gestellte Reorganisation dieses Mal in ihren gerechten Erwartungen befriedigt werden, das ist eine andere Frage. Wie oft schon sind die Gemeinden durch derartige Versprechungen getäuscht worden! Es war nämlich — irre ich nicht — tm Jahre 1850, als Herr Dr. Bodenheimer in Crefeld und einige andere würdige Rabbiner der Rheinprovinz, nachdem sie die Mängel und Schäden der Vereinsschule richtig erkannt hatten, die Initiative ergriffen und durch ihr energisches Auftreten die Entfernung des in diesen Blättern mehrfach erwähnten Dr. Friedländer durchsetzten, und eine i Versammlung von isr. Notablen beider Provinzen verj anlaßten, in der beschlossen wurde, daß künftig jeder j in die Anstalt ausznnehmende Zögling sich vorher einer Aufnahmeprüfung zu unterwerfen habe, i» welcher er, abgesehen von seinen übrigen Vorkenntnissen, auch den | Nachweis zu liefern habe, daß er im Hebräischen gut > vorbereitet sei; ferner.beschloß man, dem Unterrichte in dm hebräischen Fächern eine größere Stundenzahl j einräumen, demselben überhaupt mehr Fleiß und Aufmerksamkeit schenken zu wollen, als dieses bisher gefchehm. (Solange nämlich Dr. Friedländer aus Brilon als Lehrer an der Anstalt fungirte, wurde dieser Unterricht in 4, sage vier wöchentlichen Stundm ab- > gemacht.) Endlich wurde beschlossen, daß, da die W. I PxüfnngscammisHorr um die ReligionEcher sich nicht j kümmert, alljährlich, und zwar vor dom Abgänge der I Abiturienten, in der Vereinsschule eine Prüfung in den I genannten Fächern abgehalten werden solle und zwar! unter Assistenz eines Rabbiners aus der Rheinprovi«,! in welcher der Candidat sich über seine in der Anstint . erworbenen ReligionSkenntniffe auszuweisen habe. Das , war nun Alles ganz gut .und hatten diese Beschlüsse; auch wirklich des Beifalls der meisten Gemeinden bet- 1 der Provinzen sich zu erfreum. Aber, frage» wir,! was wurde denn eigentlich in den hebr. Fächern gej lehrt, und worin konnte folglich geprüft werden? Die j ganze Prüfung bestand m oem Ueoersetzen einiget j kurz vor dem Warnen präparirter Stücke aus ior>, ln - Verbindung mit etwas pnpn; in dem Uebersetzen eil Niger ausgewählter, vorher eingetrichterter Stücke a«S j »enunb muo; von iny jnVncr ^uetq oder anj derer d’Jh neo war ferne Rede. Oder meint mau, ' Dun eien dem jüdischen Lehrer entbehrlich? — Da- I her erklärt sich denn die Unzufriedenheit vieler, hauptsächlich rheinischer Gemeinden mit ihren aus der Ber-! einsschule zu M. hervorgegangenen Lehrern; daher die! ewigen Klagen und Beschwerden über diese Lehrer mej gen ihrer mangelhaften hebr. Kenntnisse, trotz Reor-! ganisation, trotz Religionsprüfung; daher der Abfall ' vieler rheinl Gemeinden vonr Vereine und dos energische Vorgehen mit der Gründung einer eigenen Lehi rerbildungs Anstalt für diese Provinz. Möge diese j noch junge, erst im Entstehen begriffene Anstalt reiche Früchte tragen; möge sie werden eine Pflanzstätte zw > Verbreitung echter, wahrer Gottesfurcht und Tugend;! mögen aus ihr Männer hervorgehen, ausgerüstet mit j tüchtigen hebr. Kenntnissen, Männer, die die Jugend j hinzuführen vermögm rwnpn umim 0”n v'2 | Männer, die in ihrm refp. Gemeinden den Sinn für! minn mO'b zu beleben vermögen, O"-r.->b'-U7v. | Daß übrigens der M.'r Verein bei dem erst kurzen Bestehen der rhein. Lehrerbildungsanstalt sich schon jetzt in 1 einer gewissen Calamität befindet, geht aus einem Rundschreiben des Rittergutsbesitzers Löb als Leiter der Anstalt, welches an sämmtkiche jüd. Lehrer Rheinlands und Westphalen gerichtet ist, deutlich genug hervor. O...... M. R. Oesterreichischer Kaiserftaal. Wie«. Die Verleihung des GroßordenL der eisernen Krone an Herrn James von Rothschild ist ein Zeichen der Zeit. Diese Auszeichnung märe dem alten Herrn vielleicht früher zu Theil geworden» wenn er nicht Jude gewesen. Als nämlich Herr Rothschild die südliche Staatsbahngesellschaft gründete, erhielt der dabei mitüetheiligte Herzog von Gallier» diesen hohen Orden. Seinerzett wurde auch erzählt, daß Rothschild, der die Sem dieser große» -Opera-