Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-11-20 · Heft 47 (20.11.1867) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 47 (20.11.1867)
Date
1867-11-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447337--05641-2461158
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

808 1. ■■ i I > i < I \ Materiislirn zü« ka«-männifchsü Lntsrricht füf fyöQere (SÜuldftffaiten ufib Ken PrivStmtmty 9m Mayer,■ Lehrer btt Handelswiffenschaften. Erster Theil. Materialien zur kaufmännischen ArichrNetik. In Commission bei C. G. Künze's Mchfolger in Mainz. Dek Berfaffer, dem eine große Praxis im Schulfckche zu Gebote steht, indem er eine Reihe vott Jahre« Direktor eines HandelsinMtutes gewesen, bringt in diesem Buche etwa 2000 practische, auf eine leicht faßliche Weise dargestellte Rechenaufgaben. Das Buch ist für Schüler vom 9. bis zum 13. und 14. Jahre berechnet. Der noch zu erscheinende zweite Theil desselben wird speciell das kaufmännische Rechnen, die Comptoir-Wissenschaften, wie dies vom Berfaffer in feiner Umarbeitung von „Caffel's Kaufmann im Geschäft und Comptoir" bereits vor 12 Jahren geschehen ist, sowie auch solche arithmetische und geometrische Aufgaben behandeln, deren Kenntniß bei den Prüfungen der zum einjährigen Freiwilligendienst sich meldenden jungen Leuten verlangt wird. Die Herren Vorstände und Lehrer höherer Schulanstalten, die ich hiermit auf vorliegendes Rechenbuch aufmerksam mache, werden gewiß bei einer eingehenden Prüfung finden, daß sie es mit großem Nutzen in ihren Schulen werden gebrauchen können. Joseph Kahn. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Aus demGroßh. bad.Rabbinatsbezirke Gattinge«. (Fortsetzung.) Gottesdienst. Der Gottesdienst in Gailingen verdient nicht »ur das Prädikat eines am Sabbat und Werktag wohlgeordneten, sondern wir glauben, daß er ein musterhafter genannt werden kann und für den Gottesdienst mancher großen Stadtgemeinde ein würdiges und nachahmungswerthes Vorbild wäre. Ueber die Amtsverrichtungen des Herrn Dr. Sondheimer beim Gottesdienste entnehmen wir dem Berichts, daß in Gailingen alle drei Wochen gepredigt und an denjenigen Sabbate«, an welche« die Predigt ausfällt, km Schulfaale in der freien Form von Schrifterklärungen ein homiletischer Vortrag vor versammelter Gemeinde gehalten wird. Diese Institution ist eine Veredlung (?) der von jeher hier üblichen Lchrverfammkungen, Schiurim. In auswärtigen Geuwinben findet, abgesehen von Gelegenhettsvöde«, in der Regel jährlich nur einmal eine Predigt statt. Die Feier bei Trauungen besteht in Rede und Trauung, womit da, wo ein Chor besteht, ein einlei- ' tender uNV Schlaßgefang verbunden ist- Bet Beerdigungen wird ln Gallings,» in der Regel, itt auswärtigen Genremden nur auf Verlangen, eine- Rede gehalten. Bei einzelnen Festtagsgottesdienste» pflegen sich in Gailingen sehr viele christliche Zuhörer von da und aus den umliegenden schweizerischen Ortschaften einzustellen. Trauungen finden allenthalben in Anwesenheit zahlreicher christlicher Zuhörer statt. Als ein erfreulicher Zug unserer Gemeinden ist der außerordentlich fleißige Besuch des Gottesdienstes hervorzuheben. Aus dem Abschnitte über Sittlichkeit verzeichnen wir die erfreuliche Bemerkung: „in den Gemeinden herrscht durchgehendö Frieden". ES folgen Bemerkungen über Sittlichkeit im engem Sinne (z. B. daß fett einer Reihe von Jahren kein uneheliches Kind in irgend einer der Gemeinden geboren wurde), Nüchternheit, beziehungsweise Genußsucht, Luxus , Kleiderpracht, bürgerliche Handthierungen (Handel, Handwerk. Ackerbau, Wissenschaft), Sprache (Dialect) u. s. w. Als ein sehr erfreulicher Zug der Gemeinden wird die altherkömmliche jüdische Wohlthätigkeit hervorgehoben, rücksichltich welcher wir hiermit wieder ausführlichere Mittheilungen aus dem Berichte geben wollen. Aus nachfolgender Darlegung wolle entnommen werden, auf welch' schöner Stufe der Entwickelung sich das Stiftungs- und Vereinswesen im Rabbinatsbezirke befindet. Stiftungen. Im Jahre 1852 wurde vermöge Erlaffes Großh. Oberraths v. 26. Jan. j. I. eine Ueverficht über das isr. Stiftungsvermögen des Landes gefertigt. DaS Stiftungsvermögen des Synagogenbezirks Gailingen, einschließlich der Gemeinde Randegg,*) welche wir rückstchtlich der Stiftungen und Vereine in den Kreis unserer Darlegung ziehen, betrug damals fl. 19,910 und mit den der Oettinger'fchen Stiftung angehörigen, zu fl. 3000 veranschlagten Liegenschaften, welche nicht in die Uebersicht ausgenommen waren, fl. 22,910. Am 1. Janur d. I. betrug daffelbe aber in der Gemeinde Gailingen fl. 24,440 * * * Randegg „ 8,045 „ „ „ Wangen „ 950 „ „ „ Thiengen „ 350 „ „ „ Worblingen „ 300 fl. 34,091 hat sich somit seitdem «m fl. 11,161 vermehrt. Die Verwaltung der Localstiftungen jeder.Art ist nach § 2 c. der landesherrlichen Verordnung vom 15. Mai 1633 dem Synagogenrathe übertragen. I» Gailingen werden dieselben fett 27. Februar 1864 *) Auch die Gemeinde Rcmdezg gehört nämlich zum Rabbi» naisbezirke Gallingen, hat oder das Recht, einen eigenen Rad» binen anzustellen. Gegenwärtig wirkt daselbst Herr Stabt». Picart.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.