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Der Israelit · 1867-11-20 · Heft 47 (20.11.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 47 (20.11.1867)
Date
1867-11-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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805 Danziger, so wie an Viele unter demMilttLr geschickt, um die Synagoge Ahabai Syakdm zu besuchen und die Eeremvnie der Beschneidung seiner 3 Kmder (von einer' Geburt) beizuwohnen. Schott lange vor der Zeit war die Synagoge von Leuten uMrittgt, die die Neugierde hierher geführt hatte; das Gebäude war gedrängt voll, besonders waren die Gallerten der Damen lehr besetzt. General Mc. Dowell und John Couneß, sowie auch der Gouverneur, Herr St'Eury Haight, waren zugegen, die Ceremonie mit anzusehen. Mitglieder der jüdischen WohlthätigkeitStzesellschaften waren auch dabei. Nach echt jüdischer Vorschrift wurden die Beschneidungen vorgenommen. Die Namen, die die Kinder erhielten sind folgende: das erste Abraham Lincoln Danziger, daS zweite Andrew Johnson Danziger und das dritte Jacob John Couneß Danziger. Jedes der 3 Kinder erhielt ein goldnes Medaillon um den Hals; dieselben wurden von der Progreß-Loge übergeben; ibr Werth ist wenigstens 150 Dollar. c u 111 e t p n Die Verlästerte. (Fortsetzung.) III. Friederike lebte wieder bei ihren Eitern wie vor ihrer Verheirathung; durch verdoppelte Liebe suchten Hie alten Leute daS herbr Geschick oer Tochter zu mildern; der vorangegangenen Zwistigkeiten wurde nicht mehr gedacht, und Lein Wort des Vorwurfs traf das Ohr der ohnedies b Hartbetroffenen. So verging ein Jahrzehnt; da starb die Mutter und wieder nach drei Jahren folgte ihr der Vater ins Grab. Jetzt stand Friederike ganz allein in der Welt. Um sich zu zerstreuen , beschloß die arme Verlassene, nachdem das Trauerjahr um den Vater dahingegangen, eine größere Reise zu unternehmen; allein die kriegerischen Ereignisse des Jahrs 66 hinderten sie daran. Im Frühjahr 67 verließ sie in Begleitung einer älteren, christlichen Freundin, welche sich ihr als Begleiterin angeboren hatte, die Heimaih. Nicht lange verweilte sie in Wien; die schöne Kaiserstadt bot ihr zu schmerzliche Erinnerungen. In Dresden wurde der erste längere Aufenthalt genommen, und da war eS namentlich die reichhaltige Gemäldegallerie, welche die Aufmerksamkeit der Damen auf sich, zag- Als sie bewundernd vor dem berührten GÄssedieb Murillo's standen^ gesellte. sich-eLu-HerH.zu-ihnsn^ Herrwar ebenfalls au-^P.; er war ein guter Bekannter der Frau Skopp, der Begleiterin Friederiken-. Ästch er war auf einer Vergnügungsreise begriffen , und seltsamer Weise hatte er ganz denselben Reiseplan wie die beiden Damen; er wollte wie sie nach Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, und von da nach' Paris zür Weltausstellung reisen. So machte es sich von selbst, daß er ihr ständiger Begleiter wurde. — Herr Laditz war ein schöner Mann von 36 Jahren; er hatte angenehme Manieren und war in allen Zweigen des Wissens sehr unterrichtet. Er war eigentlich Chemiker von Beruf; er hatte jedoch diese« Beruf mit dem literarischen vertauscht, indem er als Correspondent und Mitarbeiter mehrerer großer Zeitungen agirte. So war seine Reise nicht allein dem Vergnügen gewidmet; er schrieb für das Feuilleton einiger großen Blätter seiner Vaterstadt sowohl als auch der Landeshauptstadt Reiseberichte, und es amüsirte die Damen höchlich, wenn er ihnen Abends die Erlebnisse des Tages vorlas, oder wenn sie in irgend einer Conditorei die Zeitungen der Heimath vorfanden und in ihnen die Berichte über ihre eigene Reise lasen, in denen sie selbst manchmal, natürlich unter fingirten Namen, eine Nolle pielten. — Gegen Friederike war Herr Laditz außerordentlich zuvorkommend und höstich, und auch sie fand Gefallen an dem gebildeten Weltmanne. Herr Laditz war Protestant, und es kam Friederiken nicht in den Sinn, daß er andere als bloß freundschaftliche Absichten in Bezug auf sie hegen konnte. Friederike zählte nunmehr 31 Jahre; ihre Schönheit hattt nicht durch die Jahre gelitten, und dcr alte Kummer war längst verwunden. Freudig gab sie sich der schönen Gegenwart hin und wurde nicht müde, all das Neue in sich aufzunehmen, das ihr die Reise bot. In Berlin war es, als Frau Skopp zum ersten Male* die Frage an sie richtete, ob sie sich nicht wieder zu verheirathen gedcnke. „Ach," entgegnete Friederike, „ich bin verdammt, einsam durchs Leben zu wandeln. Die Gesetze meiner Relrgion erlauben mir nicht, jemals wieder einen Ehebund zu schließen, es sei denn, daß der Tod des armen Sebulon erwiesen würde." „„Aber,"" fragte Frau Skopp, „„wird der seit 15 Jahren spurlos Verschwundene nicht für verschollen erklärt?"" „Nein, niemals, cS bedarf stricter Beweise seine- TodeS; so hat es mir mein Vater oft auseinandergesetzt." Frau Skopp schwieg für jetzt; aber sie versäumte von nun an keine Gelegenheit, die hohen Vorzüge des Herrn Laditz hervorzuheben, so oft sie mit Friederiken allein war. War Herr Laditz zugegen, so brachte sie sehr haüfig das Gespräch auf religiöse Fragen. RanWntlich-wurdeder Unterschied der Religionen-ffittt und oft besprochen. Herr Laditz sprach dann mit hoher Ächtung vom Jndenthume und seinen Bekennern;

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