Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1867)
- Date
- 1867-11-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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803 Zeitungsnachrichten nnd Correfpondenzen. Deutschland. München, im November. Die Beilage zur Augsb. Allg. Ztg Nr. 307 vom 3. Noo. dieses Jhrs. rutbält in einer ausführlichen Beschreibung Abessiniens flll Forts.) bei Besprechung der Bewohner dieses Landes und deren Charakters, auch folgenden Satz: „Der bei weitem überwiegende Theil der Bewohner bekennt sich zum Chriftenthum rc., die wenigen Muhamedaner und naturalisirten Juden sieben überhaupt in sittlicher Beziehung hoch über den abessinischen Christen; erster« beschäftigen sich mit Handel und Zollpacht, letztere sind fleißige Ackerbauer und treiben alle möglichen Handgewerbe" „„dies also zum rühmlichen Unterschied von den europäischen. Juden."" Man sieht, die „Augsb. Allgemeine" versteht es noch immer, das a'te Rischuß zu Tage zu fördern, das ihr ehedem ein wahres Herzensbedürsniß gewesen. — □ Fürth, 8. November. Se. Maj. der König haben sich allergnädigft bewogen gefunden, der vom Magistrate und denGemerndenbeoollmachtigten der Stadt Fürth beschlosienen Ertheilung des Ehrenbürgerrechts an den Privatmann Dr. Wilhelm Königswarter in München die allerhöchste Bestätigung zu ertheilen. — Se. Maj. der König haben dem Fabrikbesitzer Herrn I. Brandeis in Anerkennung keiner Verdienste um die Industrie, insbesondere durch Einführung der Metall-Ham mer-werke mit Dampfkrait, in Bayern, den Michaels- Ritterorden II. Klasse zu verleihen geruht. — Stuttgart. Vermöge höchster Entschließung vom 29. v. M. haben Seine Königliche Majestät dem Vorstand der israel. Waisenanstalt Wilhelmspflege zu Eßlingen, Oberkirchen-Vorsteher Adolf Leoi in Stuttgart, Höchst Ihren Friedrichs-Orden, sowie dem Hausvater und Hauptlehrer dieser Anstalt, Liebmann in Eßlingen, die goldene Cioitverdienstme-- daille gnädigst zu verleihen geruht. Die Bewerber um das Rabbinat Buttenhauseu, im Oberamtübezirk Münsingen, womit neben freier Wohnung und außer den Stolgebühren und Emolumenten rin aus der Centralkirchenkasse zu beziehender Fixgehalt von 650 fl. verbunden ist, werden unter dem Bemerken, daß gesetzlich dem Rabbinen auch dieVorfängerfunctionen obliegen, daß jedoch unter Umständen eine Stellvertretung im Vorbeten auf Kosten des Rabbinen zugelassen wird, aufgefordert, unter Angabe ihrer persönlichen und Familienverhältnissc, sowie ihrer Bildungslaufbahn, binnen 4 Wochen bei der K. Jsr. Oberkirchenbehörde sich zu melden, obgleich das OrtSrabbinat füglich mit Buchau, Laupheim oder Je- Lenhaufen hatte verbunden werden können und letztere Stellen wohl einer Gehaltsaufbesserung bedürftig wären. Die Theilnehmer an der Versammlung in Hohenbuch werden hiermit aufgefordert, jetzt und ungesäumt den Abgeordneten der jetzt versammelten Kammer zu einer Interpellation des Cultministers, dessen Etat jetzt berathen wird, zu veranlassen, damit die von der Regierung verheißene Revision des israel. KirchengesetzeS von 1828 und 1831 im Sinne jener Petition vorgenommen werde. Jeder wende sich mündlich oder brieftich an den Abgeordneten oder das Ständemitglied, das ihm bekannt ist lnyn na’ ‘pan. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Schärding wird uns geschrieben, daß in der nahe gelegenen Strasanftalt Suben die nöthigen Vorkehrungen getroffen wurden, um den Sträflingen dieser Anstalt passende Arbeit zu verschaffen, da bisher einem großen Theile der dort befindlichen Sträflinge keine hinreichende Beschäftigung geboten werden konnte. Da sich in der genannten Strafanstalt circa 50 Israeliten befinden, so ist über Anordnung der k. k. Oberstaatsanwaltschaft daselbst ein israelitisches Bethaus errichtet worden, dessen Einrichtung einestheils durch Beträge von wohlhabenden Israeliten, anderntheils von der Regierung besorgt wurde. Es ist auch die Verfügung getroffen worden. daß sich der israelitische Prediger von Linz, Dr. Stern, viermal im Jahre, bei Gelegenheit von Festtagen nach Suben begebe, und für seine Glaubensgenossen daselbst den Gottesdienst abhalle. (Frbl.) Frankreich. Paris. Man liefst im „Univers israelite“: Dad Ereigniß des Monats Tischri war der Hirtenbrief, welcher von dem Oberrabbiner des Central- Consistoriums an die franz. Israeliten erlassen wurde. Er ist eine ausgezeichnete literarische Arbeit, bewunderungswürdig durch die Eleganz, Reinheit und den prachtvollen Styl. Er ist ein klassisches Werk, welches leicht die Vergleichung mit allen übrigen ähnlichen Arbeiten aushält. Mögen die jungen französischen Rabbiner die Feder unseres ersten Geistlichen als Muster und Führer nehmen! Der Oberrabbiner beginnt mit folgenden Zeilen: „Durch die Wahl unserer Brüder an die Spitze des franz. Rabbinats berufen, wollen wir uns mit Euch, theure College» und Glaubensbrüder, unterhalten über die Interessen unserer heiligen Religion, über die Pflichten, die uns Allen obliegen, über die ernsten Bedürfnisse, sowie über die Mittel, um dieselben auf geeignetste Weise zu befriedigen, und endlich über das gegenseitige Zusammenwirken, um die legitimen Hoffnungen zu realisiren, daß der jüdische Glaube, welchen wir zärtlich lieben und den wir von unfern Vätern erhalten haben, und welchen mir, groß und geehrt, rein und ohne Makel, unfern Kindern übertragen müssen — verherrlicht werde." Hierauf folgt in einer herrlichen Sprache eine