Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1867)
- Date
- 1867-11-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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800 düngen zur Erscheinung. ES ist also reine Willkür,! wenn ihr das Vorhandeutzrn des St-ffes. als freche« für gewiß annehmet un» das Vorhpntzensein de- Geistes als solche» leuapch. Die Theorie der Materialisten wankt also schon in ihrer Grundlage und labcrirt an einem unheilbaren Riß. Doch sehen wir, wie sich, ihr Gebäude weiter otfiNvV Sie behaupten: Außer den Atomen besteht nichts Anderes; die Kraft ist bloße Eigenschaft des Stoffes; fie liegt in dm Atomm und geht aus ihnm hervor; je entwickelter ein Körper ist, je harmonischer sich die Atome in ihm zusammenfinden, desto mehr Kraft und Kräfte finden sich % ihgz.; b& im dn menschliche Körper der kunstvollste und entwickeltste Organismus, ist, so findet sich in ihm ein harmMsch.es Zusammenwirken der Kräfte, was. MM gemeiniglich als den menschlichen Geist bezeichnet. Wir dagegen machm, wie bereits in voriger Rümmer gesagt worden, geltend, daß der Geist weder Stoff noch eine Eigenschaft des Stoffes, sondern daß er ein vom Stoffe Unabhängiges, ein selbstständig für sich Bestehendes ist. Der geehrte Leser begreift sofort, dich diese beiden mtgegenstchenden Behauptungen die Cardinalpunkte sind, von denen Alles abhängig ist. Er wird es daher gerechtfertigt finden, daß wir , ehe wir zur Widerlegung der entgegenstehenden und zur Beweisführung für die von. den positiven Religionen aufgestellten Behauptung schreiten, Einiges zur Erleichterung besser ständniffes vyrauSschicken. Wir dürfen mit unfern Gegnern annehmen, daß der Stoff sich in zwei große Reiche scheide, in daS der Körper- und das der Aether-Atome; dem entsprechend lehrt die heilige Schrift: „Im Anfänge schuf Gott die Himmel und die Erde," oder naturwissenschaftlich ausgedrückt: sümmtliche Himmelsdas ist Äether-, und fämmtliche Erddas ist Körper-Atome. Die Kör-! er-Atome ziehen sich gegenseitig an, die Aether-Atome | oßen sich von einander ab, Hierauf beruht alles! Leben der stofflichen Gebilde; denn das Leben des Stoffes ist nichts Anderes als- Bewegung. Nun aber ist daS Gesetz der Trägheit oder daS Be-! harrungsvermogen die Grundbedingung alles Stoffj lichen. Der Stoff verharrt solange in Ruhe, bis ihmein Anstoß zur Bewegung gegeben wird, um dann-in der gegebenen Bewegung zu verharren oder vielmehr dem gegebenem Anstoß zu folgen, bis ein anderer Anstoß die. Richtung der Bewegung ändert. Da nun das- Leben des Stoffes die Bewegung ist», «er hat ihm den Anstoß zur Bewegung gegeben, wer führt^ denStvff hierhin und dorthin, wer gibt de» Anlah^zur Entwickelung? Wir haben eine Antwort auf diese Frage: der Gorst, den wir i» feinen Bildungen, wie oben nachgewiesen, ebensogut wahrnehmen wie den Stoff, ist dq- Bewegende des Stoffes. Gott, der Schöpfer des Stoffds, gab und gib: den Anstoß zur Bewegung, Er hgt die Erde gehängt auf „Ohne-Was" (no^s) im Raume, Er führt die Sterne der Zahl, nach heraus, W hat die-Grenzgefetzt dem Meere, Sem heiliger Wille beherrscht den Stoff, lenkt und leitet , die Welten, die Er aus ihm gebildet-und der Mensch, der da ist ein Gebilde des Geistes, der da ist geschaffen im Ebenbilde Gottes, er beherrscht die Gebilde des Körpers, sein Geist zuvörderst den eignen Körper, und mit ihm und durch ihn alle stofflichen Gebilde, die Thiere des Waldes, die Fische deL Meeres, die Bügel, der Lüfte, die Berge und die Thäler, die Flüffe und die Meere. — Unsere Gegner aber haben kerne Antwort auf jene Frage. Da der Stoff das All ist, da die ihm innswohnende». Kräfte aus ihm heraus nur wirken, da außer dem Stoffe Nrchts existirt — woher soll da der träge Stoff seinen Beweger finden? Man hat jedoch einen Nothbehelf gefunden; das ist: der ewige Kreislauf der Natur. Was es damit auf sich hat, das wollen wir m unserer nächsten Betrachtung erörtern. (Fortsetzung folgt.) Rede, gehalten in der, , in Folge Erlasses der hohen Statthalterei, am 30. und 31. Oktober a. c. in Brünn stattgehabten Versammlung der mährischen Rabbineu, Lehrer und Gemeindevorsteher. Von Dr. Herrmann Lipscliitz, Rabb. in Butschowitz. Sehr geehrte Versammlung! DaS behördliche Reseript, welches uns zu der heutigen Conferenz eingeladen, war von einem, die uns vorliegenden Objecte behandelnden Memorandum unseres ehrwürdigen Larrdradbinate» begleitet. Dieser Umstand muß nothwendigerweise als ein Wink betrachtet werden, daß die . von uns hier zu pflegenden Berathungen und Verhandlungen an diese Denkschrift, alS an eine: Vorarbeit, anknüpfen, und die darin vertretenen Anschaungen zu ihrem Ausgangspunkte nehmen mögen. Ueberdies bedurfte es auch gar nicht dieses Fingerzeiges der hohen Behörde, um uns hierzu zu veranlassen; es liegt schon in der Würde. deS geehrten. Landrabbiuates wies in der Achtung, dis wir diesem, schulde», eine gebieterische und unabweislicha Aufforderung au uns., die,, gutachtlichen Aeußeruuge»' desselben, nicht zp dxLavoukott,' sondern zur Grundlage unserer Erwägungen und Betrachtungen zu machen.