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Der Israelit · 1867-11-13 · Heft 46 (13.11.1867) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 46 (13.11.1867)
Date
1867-11-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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786 welche die religiösen Zustände eines der bedeutendsten RabbinatSbezirke*) unseres Großherzogthums eingehend besprechen, für wichtig genug, um wenigstens deren Hauptpunkte zur Kenntniß Ihrer zahlreichen Leser zu bringen. Der Bericht beginnt mit der Darstellung der Schulverhältnisse; „denn die Wurzel des religiösen Lebens ist der Religionsunterricht, und der erste Platz unter den Anstalten zu dessen Beförderung gebührt daher den Schulen." Es wird auf angeschlossene ausführliche Berichte über jede einzelne Schule verwiesen, und das Gesammiresultat der diesjährigen Religionsprüfungen als ein „ganz befriedigendes" bezeichnet. „Schüler und Lehrer thun ihre Schuldigkeit. Letztere leben alle in ziemlich guten Verhältnissen und können sich über ihre Stellungen nicht beklagen. Sie führen einen sittlichen und religiösen Lebenswandel. Alle stehen mit ihren Gemeinden in gutem Einvernehmen, und Gemeinde, Lehrer und schule befinden sich wohl dabei. Daß die Gemeinden für Ertheilung eines genügenden Religionsunterrichts die erforderlichen Opfer bringen, bat Großb. Oberrath anerkannt. Hochderselbe wird gerne vernehmen, daß, wie wir hören, auch die weltlichen Aufsichtsbehörden mit sämmtlichen isr. Volksschulen des Bezirks wohl zufrieden find." Wir fügen hier unsrerseits hinzu, daß die von etwa 200 Schülern besuchte isr. Volksschule Gailingen auch rücksichtlich der weltlichen Lehrgegenstände unter der Leitung des Herrn Bezirksrabbiners steht, der durch Großh. Oberschulrath zum Vorsitzenden des Ortschulraths ernannt ist. Derselbe wirkt aber nicht nur als Inspector segensreich, sondern betheiligt sich freiwillig und unentgeltlich bei Ertheilung des Religionsunterrichts der obersten Elaste und trägt auch | in neuerer Zeit wöchentlich dreimal vor einer ziemlichen j Anzahl von Knaben und Erwachsenen vor. j Wir wollen den oben erwähnten Bescheid unsrer j obersten Kirchenbehörde am Schlüsse als ein Ganzes j mittheilen, führen daher hier nur aus dem Prüfungs-! bescheide von 1865 die Worte an: „Gleichzeitig kann! es uns nur freuen, auch in diesem Jahre die von , Seiten des Rabbinats dem Schulwesen zugewendete! Thätigkeit rühmend hervorheben zu können, und zweifeln wir nicht, daß durch diese persönliche Betheiligung beim Unterrichte nicht nur in den betr. Fächern Ersprießliches erzielt, sondern auch im Allgemeinen der Eifer des übrigen Lehrpersonals geweckt und gehoben werde," und aus dem Prüfungsbescheide von 1866 den Satz: „Bezüglich der rühmlichen Wirksamkeit des dortigen Rabbinats an der Schule wiederholen wir im Wesentlichen, was wir in unserm Erlaß vom 8. Inli v. I. hierüber gesagt haben. Wo, wie dort, Sachkenntniß! und Geschick mit gutem Willen und entsprechender; Thalkraft sich paart, ist der Erfolg stets unzweifelhaft." j *) Die Gemeinde Gailingen allein zählt circa 200 isr. Familien. Kehren wir nun wieder zum Berichte des Herrn Bezirksrabbiners zurück. „Außer den eigentlichen Schulen werden im Volksmunde auch die Synagogen als vortreffliche Anstalten zur Belehrung und sittlichen Kräftigung in bezeichnender Weise Schulen genannt. Die Synagogen. Für Verschönerung von Synagogen ist im Bezirke in den verflossenen zwei Jahren sehr Erhebliches geschehen. „Die Synagoge in Gailingen wurde im sommer 1865 mit einem Aufwande von 7000 fl. renovirt, trägt nun durch ihre schöne und zweckmäßige Einrichtung zur Hebung der Andacht in hohem Maße bei, und ist eine Sehenswürdigkeit des Orts geworden." Aus der weitern Ausführung vermerken wir nur noch die interessante Notiz, daß die Kosten durch Verkauf von 24 neugewonnenen Synagogenplätzen nicht nur gedeckt wurden, sondern sich noch ein Ueberschuß von circa 1000 st. ergab. „Die Synagoge zu Worblingen wurde gleichfalls im Sommer 1825 schön renovirt mit einem Aufwands von 1000 fl., welche der aus freiwilligen Gaben gebildeten Synagogenkasse entnommen wurden. Gegenwärtig wird an der Renovation der Synagoge in Thiengen gearbeitet, für welche der Voranschlag über ''000 fl. ausmacht. Ein Fond zur Bestreitung der Kosten ist in der Gemeinde nicht vorhanden. Durch Vergrößerung der Synagoge werden Plätze gewonnen, welche einer Versteigerung ausgesetzt werden sollen und durch deren Erlös die Kosten größtentheils werden gedeckt werden können. Die Gemeindemitglieder zahlen auch auf diese Weise, wenngleich nicht auf dem Wege der Umlage, die erforderlichen Mittel, weßhalb das Unternehmen alle Anerkennung verdient. Die Synagoge in Wangen,, welche im Jahre 185!) renovirt wurde, ist in sehr gutem Zustande; auch der Betsaal in Eon st an; wird in ordentlichem Stande gehalten, wird aber der zunehmenden isr. Bevölkerung nicht auf lange Zeit genügen. Die eifrige Sorge um Verschönerung des Gotteshauses erfüllt allenthalben ihren Zweck: Hebung des Gottesdienstes." (Forts, folgt.) Breslau. Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redacteur, Ihnen einen Bericht über eine Feier zu geben, die zwar vor mehreren Wochen schon stattgefunden, also eigentlich post fsstum kommt, die aber dennoch noch jetzt viele Leser Ihres sehr geschätzten Blattes interessiren dürfte. Am 21. September d. I. feierte Herr Ober-Cantor Deutsch in Breslau sein 25jähriges Amtsjubiläum. Zahlreiche Deputationen feiner Schüler, von denen bereits viele in großen Gemeinden Preußens angestellt sind, des jüd.-theol. Seminars, der hiesigen Gemeinde, seiner Vaterstadt Nicolsburg, viel musikalische Notabilitäten rc. rc. brachten

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