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Der Israelit · 1867-11-13 · Heft 46 (13.11.1867) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 46 (13.11.1867)
Date
1867-11-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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785 tet, die, von einzelnen seichten Geistern an die Oberfläche befördert, in populären Zeitschriften und durch populäre Vorträge so viele Halbgebildete zu ihren Jüngern macht. Kein Gott, keine Seele, keine Unsterblichkeit, keine Belohnung und Bestrafung .... so laffe dir's wohl sein auf Erden, suche möglichst viel zu erwerben, um möglichst viel zu genießen .... doch, wir wollen hier nicht die Consequevzen jenes verwerflichen Systems ziehen, wir wollen dasselbe vielmehr in seinen Grundlagen bekämpfen. Bevor wir aber für heute schließen, wolle« wir unser« Standpunkt mit wenigen Worten darlege«: Wir behaupten, der Geist ist weder selbst Stoff, noch eine Eigenschaft des Stoffes; das Reich deö Geistes besteht vielmehr selbstständig für sich, unabhängig vom Stoffe, wenn auch manchmal — wie bei« Märschen — in enger Verbindung mit demselben. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen. Deutschland. □ München, 4. Nov. Der nunmehr der Kammer der Abgeordneten vorgelegte Heeresgesetzentwurf entspricht leider nicht den von unserer Seite gehegten Erwartungen. Derselbe enthält bezüglich der Israeliten folgende Bestimmungen: Von der Wehrpflicht befreit sind außer den Staudesherrn und ihren Familien und dem geistlichen Stande 1) der einzige Sohn jener Eltern, welche bereits einen Sohn unter der Fahne rc. verloren haben; u. f. w. Als dem geistlichen Stande angehörend werden betrachtet: 1) bei den Katholiken, wer die „höheren Weihen" erhalten oder im Kloster lebenslängliches Gelübde abgelegt; 2) bei den Protestanten, welche förmlich ordinirt sind; 3) vorschriftsmäßig angestellte Rabbiner. Ferner: „In die Ersatzmannschaft zweiter Klasse des stehenden Heeres (— bei der Mobilisirung das zweite Aufgebot —) find auf Ansuchen zu versetzen: 1) jene katholischen Theologen, welche rc. in ein Klerikalseminar oder in das Noviziat eines Klosters eingetreten sind; 2) die protestantischen Theologen, welche eine approbirte Predigt .gehalten; 3) Volksschullehrer und Kandidaten des Volksschulamts u. s. w. 4) der die Familie ernährende Sohn. Die Rabbinatskandidaten sind übergangen, und sind wir in dieser Beziehung noch hinter Oesterreich zurück. Bezüglich des bereits ebenalls vorliegenden Schulgesetz entwurss, sowie über das bayerische Nationalmuseum behalte ich mir eine nähere Berichterstattung mit Ihrer gütigen Erlaubnis vor. — Wurzburg. Nachdem bei der jüngst stattgehadten AuStrittSprüsung am kgl. Schullehrersanümr dahier 8 Zöglinge der israelitischen Lchrelbttdungs- Anstalt dieselbe sehr gut bestanden, («ntb bereits Alle mit Anstellungen versehen), wurde am 29., 30. und 31. Oktober die Ausnahmsprüfung in derselben unter dem Borfitze des Herrn Prüfungscommissärs Lochner vorgenommen. Außer Hrn. Lockner bestand die Prüfungscommisfio» noch aus dem Vorstände der Anstalt, Hrn. Distrikts-Rabiner Bamberger von hier, und Hr. Distrikts Rabbiner Adler so» Alchaffenbnvg. Zu derselben hatten sich 13 Zöglinge angemeldet, von denen 11 als zur Aufnahme befähigt erklärt wurden, und auch Aufnahme fanden. Es wird nun diese Anstatt wieder von 22 Zöglingen srequentirt. Der Unterricht wird von 6 Lehrern ertheüt. Die Kosten «erden, wie schon seit ihrem Bestehen (jetzt volle drei Jahre), fortwährend durch freiwillige Beiträge gedeckt, «in Beweis, welch«: allgemeinen Anerkennung sich diese Anstalt zu erfreuen hat. □ Negensburg, im November. Nach Ablauf des Provisoriums deS Herr» kRabbiwrs Dr. Lehmeier für hiesige Stadt, wurde auffallender Weise der Beschluß gefaßt, dieses auf weitere drei Jahr zu verlängern. Der allgemein verehrte und geachtete Bürger von Regensburg, Herr Lilienthal blieb leider in der Minorität. Es wäre die Erwartung, daß Regensburg einen, seinem historischen Rufe entsprechenden Rabbiner erhalle, um so mehr gerechtfertigt, als die isr. Gemeinde bereits ca. 70 Familien stark ist, und eine prachtvolle Synagoge besitzt. Eines aber, ein isr. Religionslehrer ist höchstes Bedürfniß. Herrn 'Frankenburgers Religionsschule leistete zwar bisher, was möglich war, vermag aber den religiösen Bedürfniffen der Jetztzeit nicht mehr zu genügen — der Aera des krassen Jndifferentismus nicht genügend entgegenzutreten. — Hoffen wir zum Allgütigen, daß auch hier durch einen Zögling des Würzburger Lehrerseminars eine neue Morgenröthe aufgehe! — Aus dem Großh. bad. RabbinatSbezirke Die in diesem geschätzten Blatte im Juni 1862 besprochene Absicht, in Gailingen ein Beth- Hamidrasch zu gründen, verwirklichte sich aus Mangel an genügende Mitteln nicht. Jedoch wird Sie die Nachricht erfreuen, daß nichtsdestoweniger die religiösen Verhältnisse in unserem Bezirke wohlbestellt sind, und insbesondere seit Uebernahme des Rabbinats durch unfern wackern Bezirksrabbiner, Herrn Dr. Sondheimer, Januar 1863, eine glanzende Entwicklung und Fortbildung zeigen. Den Bezirksgemeinden liegt zur Zeit ein an den Großh. Oberrath der Israeliten erstatteter Bericht des Rabbinats über sämmtliche religiöse Verhältnisse der Gemeinden und der von der genannten hohen Behörde daraus ergangene Bescheid zur Kenntnisnahme vor, und wir halten diese Actenstücke,

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