Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-11-06 · Heft 45 (6.11.1867) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 45 (6.11.1867)
Date
1867-11-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447335--05601-2461116
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

einschlugen. Erst nach dem zweiten Ansuchen mehrerer Israeliten, ihren Vorstand an der Spitze, beliebte es dem Richter, mit mehreren Männern die Excedenlen, welche mit starken Prügeln bewaffnet waren, zu verfolgen, worauf sie sich entfernten, keiner derselben aber eingefangen oder verrathen wurde. Ueber die am folgenden Tage an die kompetente Stelle gemachte Anzeige ist bis zum 18. d. M. nichts Gerichtliches veranlaßt worden, und der alk, ehrwürdige Rabbiner, der sogar an seinem Leben bedroht wurde, fand sich genöthigt, mit wehreren Beglaubigten und Geschwornen der Gemeinde bei der löblichen Komitatsbehörde Klage einzulegen und um Abhilfe zu bitten. (Frrndbl.) Frankreich. Paris, 24. Oct. Die Erzherzoge Karl Ludwig und Ludwig Victor von Oesterreich verweilten gestern mit dem König Ludwig I von Bayern und mehreren anderen hohen Personen auf dem Rothschild'schen Schloß Ferridre, wo sie eine Piroutschade durch den Park unternahmen. Erzherzog Karl Ludwig überreichte im Namen seines kaiserlichen Bruders dem Baron James das Großkreuz der eisernen Krone und den Baronen Alphonse und Gustav das Kommandeurkreuz des Franz Josef-Ordens. Toulouse. Der Generalrath von „la Haute Oarovue" hat eine Subvention von ZOO Fr. zu Gunsten des Oberrabbiners von Toulouse votirt. Rußland. Warschau, 17. Oct. Die gemischten höheren Unterrichts-Anstalten, in denen die Lehrsprache die russische ist und welche vorzugsweise für die jüdische Jugend bestimmt sind, haben dadurch bei den Juden ein Vorurtheil gegen sich erweckt, weil bisher der jüdische Religions-Unterricht und die hebräische Sprache von ihrem Stundenplan ausgeschlossen waren. Um diesem Uebelstande abzuhelfen und den religiösen Bedürfnissen der Juden vollständig zu genügen, ist ein hiesiges Progymnasium in eine ausschließlich jüdische Lehranstalt umgewandelt und der Leitung eines Rabbiners aus Wilna übergeben worden. In dieser neuen Lehranstalt werden nicht blos sämmtliche Wissenschaften, sondern auch die jüdische Religion in russischer Sprache vorgetragen und eben so die Bibel ins Russische Übersetzt. Nach diesem Muster soll hier demnächst ein vollständiges jüdisches Gymnasium gegründet werden, welches hauptsächlich zur Ausbildung von Talmudisten und Rabbinern bestimmt ist. Auch in den jüdischen Elementarschulen soll die russische Sprache als Lehrsprache eingeführt werden. Man sieht aus diesen neuen Einrichtungen, daß die Regierung vor Allem aus die Russtficirung der jüdischen Bevölkerung bedacht ist, welche ihr in dieser Hinsicht auch mit Hingebung entgegenkommt. (Ostsee-Ztg.) Donaufürstenlhümer. Bukarest. Aus der „Paine" ersehen wir zn unserm Bedauern, daß die Verfolgungen in Rumänien wieder aufs Neue beginnen. Auf den mündlichen Befehl eines Unterpräfects wurden den 11. Oktober aus mehreren Plätzen im dem Distrikte Garolane 102 Familienväter mit ihren Frauen und 285 Kindern vertrieben. Diese armen Opfer werden geschlagen, arr ihren Bärten oder an ihren Haaren nach Belieben herumgezerrt und am Ende ihres Vermögens beraubt.. Das Elend ist unbeschreiblich. Australien. Sydney. Der „Sydney NorvivK Hsralä" vom 19. August bringt einen längern Artikel über die Einweihung eines Begräbnißplatzes, der den Mitgliedern der Synagoge in der Macquarie-Street gehört. (Sitte beträchtliche Anzahl von Frauen und Herren, meisten- Israeliten, wohnten dieser Ceremonie, welche von den Herren A. B. Davis und Salomon Philipps abgehalten wurde, bei. A m e x iiet a. New Nork Das Cornits eines Mäßigkeits- Vereins versandte Cirkulare an die Geistlichen der verschiedenen Confefsionen, worin sie angegangen werden, gegen den Verkauf geistiger Getränke an Feiertagen zu predigen. Herr Dr. Günzburg, Rabbiner in Rochester, erwiederte auf die Zuschrift: daß er gewiß gerne bereit sei, jeder guten Sache, besonders dem, waS zur Förderung der Moralität beiträgt, von der Kanzel aus das Wort zu reden, den Antrag des Comitös jedoch aus dem Grunde ablehnen müsse, weil Trunkenheit ein der jüdischen Nation unbekanntes Laster sei. In seiner Gemeinde, der er mehr als 4 Jahre vorstehe, sei dieses Laster, das übrigens an jedem andern Tage ebenso verwerflich sei wie an Festtagen, niemals vorgekommen. Sollte er nun über ein sittliches Gebrechen predigen, dessen sich seine Zuhörer niemals schuldig machten, so würde er nicht nur ihre Gefühle verletzen, sondern auch ihnen höchst Unrecht thun. (Abdld.) Ncw-Aork. Das Waisenhaus wurde jüngst von der große Loge von „Odd Fellows“ besucht. Unter den Besuchern, die bei dieser Gelegenheit eingeladen wurden, war auch der Mayor unserer Stadt, Herr Hoffman«, welcher in einer Ansprache, die er

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.