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Der Israelit · 1867-11-06 · Heft 45 (6.11.1867) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 45 (6.11.1867)
Date
1867-11-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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768 Alle diesen schmählichen, schändlichen, traurigen Zustände liegen uns noch nicht so fern; während bei der bloßen Erinnerung die Röthe der Scham und des Zornes unser Angesicht überzieht, haben unsere Väter und älteren Brüder noch darunter zu leiden gehabt. Danken wir dem Allgütigen, daß Er jene schmachvollen AuSncchmsgesetze von uns genommen und uns wiederum emporgchöben hat, so daß wir in keiner Beziehung unfern Mitmenschen nachstehen. Allein auf Eins möchten wir an dieser Stelle aufmerksam machen: Der Zug umeres Zeitalters zieht vom Lande nach der Stadt. Die Städte, namentlich die größeren, wachsen unverhättnißmäßig rasch. So hat Paris 1800 Jahre gebraucht, um bis zu einer Stadt von einer Million Einwohnern anzuwachsen, und kaum sechszehn wettere Jahre, um die zweite Million der ersten hinzuzufiigen. Auch unsere Glaubensgenossen ziehen vielfach vom Lande in die Stadt, und da meinen denn manche bornirte Menschen, daß es in der Stadt zum feinen, gebildeten Ton gehört, das Neligionsgesetz abzustretfen. Für solche Leute wäre es allerdings bester gewesen, wenn sie in ihren Dörfern hätten wohnen bleiben «Ästen. Lastet uns vielmehr die Freiheit paaren mit der Treue für unfern Gott und Seine heilige Religion. Unsere Väter haben die Welt durchziehen müssen und sind treu geblieben ihrem Gotte; wir dürfen ziehen, wohin wir wollen - mögen mit bettt edlen Beispiele der Väter folgen und überallhin unfern höchsten Schatz, unsere Religion und deren heilige Gebote, mit uns führen. AeitungSttachrichten und Correfporr denzen. Deutschland. Rülzheim (Rheinbayern), 28. Oct. Aus Nachstehendem mögen die geehrten Leser erkennen die Wahrheit des Satzes insp *]dd *v3-)rrai -po-ino, und fühlen wir uns verpflichtet, -pon*?, damit vor die L)effentlichkeit zu treten. Ein sehr braver und geachteter Jsraelite aus dem ca. 2 Stunden von hier entfernten L.d, Namens G..., therlte uns vor einigen Tagen mit, daß er vor den hohen Festtagen auf einer Geschäftsreise zu Ottweiler (Nheinpreußen) in einer jüd. Restauration einkehrte, woselbst ein Jsraelite sich ihm als RabbinatScaudidat präsentirte, welcher aus Mangel einer Stelle dahier m O. als d"dd nsiD arbeite. Zwei Tage später traf G., von einer Weiterreise retourkommend, mit fraglichem isid wieder in derselben Restauration zusammen und dieser, in jenem einen „Frommen" erblickend, suchte bei Tische sich ihm anzuschließen, erbot sich sogar, G zum Bahnhof zu geleiten. Auf dem Wege dahin suchte er G. besonders zu gewinnen durch die schmeichelnde Bemerkung, G. müste „lernen" können, denn er habe nicht iwn gestreift. So sehr dieser es auch vermeinte, Lamdan zu sein, umsomehr — es dauerte nur noch einige Augenblicke und das Dampfroß trat trennend in die neue Bekanntschaft — versuchte der Candidat et -id:o Herrn G. ein kleines "isd aufzuzwingen, in welches er seinen Namen, S. Cohn, schrieb. — Herr G., sehr in Eile, nahm das Geschenk hin und steckte es ein. Wie groß war besten Staunen, als er zu Hause, das Titelblatt betrachtend, sah: r\^y\ nn$ prMi irttfnn pna? syM "wn tsnipn »aro-nun »jidd döu pjto nr muson e^3 ‘JCOE” nn fjtD'? (üDN^KS-^KDDnp) P’DDT pD"KO »man Dnatsa im Pnjn ntnon ij/ioa -mo 1V3 o"d;n 'n ‘n nwDn njj» Das betreffende isd findet sich dermalen in meinen Händen und kann ich — auf Verlangen — es Ihnen, geschätzter Herr Redacteur, einsenden. R. Salomon. Belgard (Pommern). Verzeihe, lieber Leser, wenn ich dich wieder auf ein Feld führe, das in religiöser Beziehung wüst und öde liegt, ab) ior» itb WL71 -Pot? ~ny\ das nicht beschnitttn, nicht umgegraben wird und das nur Dornen und Disteln treibt. Fürchte aber nicht, daß du immer auf solchen dornigen Pfaden mit mir wandeln wirst; du wirst auf deiner Wanderung auch blühenden und grünenden Fluren begegnen, d. h. du wirst Gemeinden finden, wo das Wort Gottes noch grünt und blüht, wo die Religion noch in ihrem Glanze dasteht, wo der Zaun, der um den Weinberg des Herrn gezogen, noch nicht niedergeriffen ist. Ich folge hierin dem Grundsätze: .nascTi rin r'ttiO o"riN"i n^nn r6iDE>n n« Folge mir nun, geneigter Leser, in die jü ische Gemeinde Coeslin's und du wirst alles Das bestätigt finden, was oben ist b-hauptet worden. Ganz so, wie der Sonnabend in Colberg behandelt wird, findest du es hier. Auch hier hat man es der Garnison zu verdanken, daß am rn Vormittag das nöthige ist; sonst wird die ganze Woche hindurch keme Andacht abgehalten. Die Gemeinde zählt ungefähr 40 Mitglieder, ob aber bei zehn von diesen die Wirthschaft ntco genannt werden kann, ist sehr zu bezweifeln, trotzdem der dort fungirende Lehrer und tarnte streng daraufsieht, daß die Gemeinde -heg Fleisch zu ihrem Gebrauche erhalten krnn. Leider wird hiervon nicht viel gekauft. Eine Familie soll bereits so tief gesunken sein, daß sie den Act der Beschneidung an ihren Kin-

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