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Der Israelit · 1867-10-30 · Heft 44 (30.10.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 44 (30.10.1867)
Date
1867-10-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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761 überteben, zum Christenthm überzutreten. Sie drang i in denselben so sehr, daß dieser, in einem Augenblick ' der Ungeduld oder des Zornes das hölzerne Cruzifix,! das man ihm vorhielt, zerbrach, wobei durch ein! Theil desselben die Schwester verwundet wurde. Die Schwester machte dem Kranken durchaus keinen Vorwurf. Der Kranke nahm des Abends ein beruhigendes; Mittel, starb aber noch in derselben Nacht. Des Morgens fand man auf den Lippen des Verstorbenen ein! Cruzifix.... Auf die Intervention des Oberrabbiners S. Levy bei dem dortigen Erzbischof wurde nicht nur! der Israelit auf dem jüdischen Begräbnißplatz begraben, sondern auch die barmherzige Schwester wegen ihres allzugroßen Eifers entlasten. (Wie lange noch will man in größern Städten zögern, jnaische Hospitäler zu errichten? Anmerk, des Ueberieyers.) Belgien. Brüssel, 23. October. Verflossenen Sonntag fand hier die feierliche Preisvertbeilung an die Zöglinge der israelit.schen Elementarschule, unter dem Vorsitze des Schöffen, Herrn Funck, statt. Unter den Preisen, welche die Kinder erhielten, befanden sich auch israelitische Gebetbüchelchen, reich gebunden in rothen Maroquin und mit dem Wappen der Stadt Brussel , versehen, das den drachentödtenden Sauet Michel im! Felde führt. Ein katholischer Heiliger auf dem Ein-! band eines jüdischen Gebetbuches, das finden wir denn doch rm höchsten Grade ungeeignet, wenn wir auch gern die löbliche Toleranz des Magistrats der Stadt Brüssel anerkennen. — England. London, li. Oct. Sir Moses Montefiore, der in der Nähe von Ramsgate eme Besitzung und der gen. Stadt viel Gutes gethan hat, empfing heute sine Beglückwünschungsdeputation von daher, die von ihren Mitbürgern bei einem zahlreich besuchten Meeting abgeordnet wurde, dem greisen Philanthropen die Sympathien der Einwohner RamSgates bei seiner letzten Expedition nach den Donausürstenthümern und ihre Freude Über seine in bester Gesundheit erfolgte Rückkehr auszusprechen. Gleichzeitig ist die Deputation beauftragt, die Einwilligung des bejahrten Brronets zu dem Wunsche der Stadtverordneten emzuholen, daß sein Portrait auf städtische Kosten gemalt und im Rathhause aufgehängt werde. P a l öL ft i n a. Jerusalem. Dem „Morning-Adoertiser" entnehmen wir, daß man das schon früher angeregte 'Project, eine Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem zu bauen, nunmehr bald in Ausführung bringen wird und daß die türkische Regierung die nothigen Schritte dazu schon emgeleitet habe. (Der Consul von Monaco zu Jaffa, Herr Blattner, meldet uns, daß mit den Arbeiten bereits begonnen worden.) Aus demselben Blatte erfahren wir, daß die Gegend am Jordan in der Nähe von Ammon, welche immer von umherschweisenden Beduinen beunruhigt wurde, jetzt, nachdem die türkische Regierung diese Beduinen vertrieben hat, ohne Gefahr passict werden kann. Jerusalem. Herr Joseph Blumenthal aus Baris hat bier, namentlich für Waisenkinder, eine Erziehungsanstalt gegründet, in welcher bereits 42 Kin-; der Kost, Kleidung, Wohnung und Unterricht in der! Thora sowie im Rechnen und Schreiben erhalten. Herr j Blumenthal hat in jüngster Zeit Ordre gegeben, ein j eigenes Haus zu acquiriren zu einem Preise von 30 j bis 40,000 Frcö., wovon er die Hälfte gleich und das j Uebrige nach sechs Monaten bezahlen wird; seine Sammj langen für diesen Zweck haben einen glänzenden Er-! folg. So hat ans Herrn B.'s Veranlassung Herr! Fabrikant Moritz Blie in Bischwiller rm Elsaß! sämmtliche 42 Kinder auf's Beste gekleidet, so daß der! Anblick der lieben Kinder in gleicher kleidsamer, ge- 1 schmackvoller Tracht einen nicht geringen Genuß gewährt. — Erlauben ote mir, hier einer edlen Frau;u erwähnen, die. oft selbst Roth leidend, dennoch den hiesigen armen Kranken wahrhaft zum Segen gereicht; es ist dieses die Frau Bath-Seba, die Wittwe des vorvorigen Chacham Baschi (Oberrabbiuer) Rabbi Iizchak Kobo Dieselbe hat sich die uneigennützigste , Krankenpflege zur Lebensaufgabe gemacht, und selbst, j wenn sie für sich kein Brod hat, so weiß sie doch im-! mer für arme Kranke eingemachte Früchte oder andere! Erquickungen aufzutreiben. Sie scheut vor keiner Ge- | fahr zurück und ist stets da zu finden, wo Andere sich aus Furcht vor Ansteckung zurückstehen. Gott möge diese r\a\x noch lange gesund erhalten und für sie mitleidige Herzen erwecken, daß ihr ein sorgenfreies Alter bereitet werde. Jerusalem. Herr Or. London, dirigirender Arzt des hiesigen Rothschild'schen Hospitals, hat Mittwoch den 23. October in Wien sein Hochzeitöfest begangen. (Bem. der Red.: Herrn Dr. London, der so freundlich war, uns zu diesem für ihn so wichtigen Feste eine Einladung zu senden, beehren wir uns, auf diesem Wege unsere herzlichen Glückwünsche auszusprechen. Möge ihm eine beglückende Häuslichkeit die schweren Pflichten seines erhabenen Berufes erleichtern.) Amerika.! New-Orleans. In hiesiger Stadt wüthet ' das gelbe Fieber. Seit 4853 hat diese Krankheit noch j , ,? I % ' i. ' %1 ■r I.

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