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Der Israelit · 1867-10-30 · Heft 44 (30.10.1867) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 44 (30.10.1867)
Date
1867-10-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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762 nicht so viele Opfer gefordert, wie in diesem Jahre. Besonders sollen die armen Israeliten daselbst darunter leide«, obgleich deren Glaubensgenossen alles Mögliche aufbieten, um diesem Nebel zu steuern. (Jew. Mess.) Feuilleton. crrcq'? rrs Gallerie -er Rabbiner. Erste Centurie. Von E. Carmolp. (Fortsetzung.) 24. ->2 2'b mrr im> R. Jehuda Löb b. Henoch, Rabbiner zu Pferse bei Augsburg, wurde in Oettingen, urn'sJahr 1660 geboren. Die Erziehung des Knaben begann unter den Augen seines Vaters, der Rabbiner in Oellingen war. Später bildete R. Henoch b. Abraham seinen Sohn zum Rabbiner aus, und mit dem 20. Jahre wurde er zum Seelenhirten in Pferse ernannt. Jedoch scheint er einige Jahre vorher die ro'tr „Hochschule" des R. Samuel Keidenover in Frankfurt a. M. besucht zu haben. (Bergt, rmrr tva -p’n n"w, Nr. 31.) Dort wurde er mit dem angesehenen Lesar Oettingen bekannt, der ihm seine Tochter Gütela zur Frau gab. In Pferse lebte R. Löb ganz seinem Berufe, studirte fleißig und schrieb zwei größere Werke. Seine Frau beschenkte ihn mit einem Sohne und mehreren Töchtern, die sein häusliches Glück erhöhten. Im Jahre 1688 wurde er von einer sehr schweren Krankheit befallen, die wenig Hoffnung an seinem Auskommen ließ. Da schrieb er sein Testament und seine Grabschrist, die uns sein Sohn erhalten hat. Das Testament ist in mancher Beziehung sehr intereffant, besonders verdient der Paragraph 4 über die Erhaltung seiner Bibliothek bekannt zu werden. Darin beschwört er seine Kinder und Nachkommen, keines seiner Bücher zu verkaufen, sondern Alle zusammen in öffentlichen Lehranstalten aufzustellen, wo fie von Jedem an Ort und Stelle benutzt werden können. Nur den^Seinigen sei erlaubt, Werke dieser Sammlung mit nach Hause zu nehmen. Diese Verfügung betrifft die gedruckten Bücher seiner Bibliothek, was aber die handschriftlichen Werke anbelangt, namentlich seine und seiner Vorfahren verfaßten Schriften, so befahl er itt einem andern Paragraphen desselben, durch gelehrte Männer, eine Auswahl für den Druck vorbereiten zu lassen. R. Jehuda Löb überstand die gefährliche Kranke heit, und obgleich von dem Arzte zum Tode verurtheilt, lebte er ncch 17 Jahre. Er starb den 21 Eluk 469, d. i. den 10. September 1705, im fünf und vierzigsten Jahre seines Lebens. R. Jehuda Löb b. Henoch war ein sehr thätiger Rabbiner; er predigte fleißig, und unterhielt mit den ausgezeichnetsten Gesetzlehrern seiner Zeit eine lebhafte Correspondenz über Gewissenssragen. Die obengenannten zwei große Werke, die er verfaßte, ist das Eine, eine Sammlung dieser Fragen und Antwort, nuwm rv6«ttf,. die theilweise unter dem Titel: rnirv cvn “)wn rfwt. 1708 in Frankfurt a. M. gedruckt wurden. Das andere Werk unsres Rabbiner's in Pferse ist eine Sammlung seiner Predigten, von denen nur Einige im Drucke erschienen sind, in dem Werke: O'^133 nnwo, Frankfurt a. M. 1708.? 25. nnn1 ->"2 *)un R. Henoch b. Jehuda Löb, Sihn des Pferse'er Rabbiners wurde um's Jahr 1681 geboren. Da er sich von Jugend auf in der rabbinijchen Gelehrsamkeit sehr auszeichnete, so wurde er frühe schon zum Oberhaupt der Synagoge von Schnaittach gewählt. Er war bereits Rabbiner in diesem Orte, als sein Vater 1705 starb; er betrachtete sich sogleich als Vollzieher des Willens seines Vater's hinsichtlich dev Herausgabe der hinterloffenen Schriften seiner Vorfahren. Während drei Jahre beschäftigte er sich mit der Redaktion zweier Sammlungen, eine den homiletischen und eine den casuistischen Schriften gewidmet. Beide erschienen in Frankfurt a. M. 1708 bei Mt. Andrä und Joh. Kellner. Die erste Sammlung führte den Titel: O'^33 rrtpso Das Früheste der Erstlinge, enthält Synagogal - Vortrüge über die drei Hauptfeste von seinem Großvater Henoch b. Abraham, seinem Vater Jehuda Löb b. Henoch und von ihm Henoch b. Jehuda Löb. Die zweite Sammlung betitelt: rinw n'3 lUTi npnp, Einweihung des Hauses Jehuda, besteht aus 145 Rechtsgutachten, nach den 4 Turim geordnet. Die meisten Gutachten find» von seinem Vater, viele von seinem Großvater, Großonkel und seinem Urgroßvater, dte Uebrigen von ihm und etwa 20 von andern Rabbinern. (Fortsetzung folgt.)

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