Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1867)
- Date
- 1867-10-23
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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747 durch die Variationen in den religiösen Schriften dieser Juden, die europäische Jndenheit von ihrem falschen Wahn und ihrem unbeugsamen Vertraue auf die Autorität des Talmud abbringen und sie in corpore in den Schooß der alleinseligmachenden Kirche — vielleicht gar in den Jesuitenorden — hineinschwadroniren können. Diese süße Hoffnung hatten die Jesuiten Anno 1707; daß sich die Situation heute so geändert hat, daß die chinesischen Juden nicht das Bekehrungsmittel der europäischen geworden, daß vielmehr in nächster Zeit die Nachkommen jener Patres — man verzeihe mir den Ausdruck — vom Gegentheil etwas hören werden, das hätten die Jesuiten von 1707 gewiß nicht geglaubt, tsrnpoia mutantur. Sicher ist, daß in ihren Inschriften (in der Synagoge) ihr Gesetz, welches sie das „Gesetz Israels" nennen, erwähnt wird, ferner wird dort gesprochen von ihrem Ursprung, ihrem hohen Alter, ihrer Ab- . stammung, ihren Patriarchen Abraham, Jsaac und Jakob, von den zwölf Stämmen Israels, von ihrem Gesetzgeber Moses, welcher das Gesetz in zwei Tafeln mit zehn Geboten auf dem Berge Sinai empfing, von Aron, Josua, Esrah, von Chin-kim, oder Pentateuch welches sie von Moses erhalten haben und welches zusammengesetzt ist aus den Büchern Beresith, Weele- -femoth, Warkra, Wajedaber und Haddebarim, welche sie zusammen Toeura nennen. Ludwig Wihl bringt (im Ausland Jahrg. 3 X. Bd. I. Nr. 90 — 93) diese Briefe des Pater Gozlani und spricht sich hierauf über die Berichte dieses Vaters aus. Wir konnten in diesen Beurtheilungen nichts Wesentliches finden, was nicht schon in den Remarques sur la lettre du Pere Gozani Band TIl der Lettres edifiantes gesagt ist. Bon allgemein wissenschaftlichem Jntereffe dürfte die vom Verfasser dieser „Remarques" aufgestellte Behauptung sein, daß man durch diesen Bericht über den Gottesdienst der dortigen Juden Nachweisen könne, die Chinesen seien keine Götzendiener. Gozani sagt nämlich unter Anderem, die Juden verehrten Gott unter dem Namen Tien. Dieses Tien heißt nun aber in der chinesischen Sprache „Himmel." Diese Bezeichnung ist aber auch die einzige und eigentliche mit der die Chinesen ihr höchstes Wesen bezeichnen. Viele Gelehrte haben eben -durch diese Bezeichnung „Himmel" als höchstes Wesen nachzuweisen gesucht, die Chinesen verehrten die sichtbaren Himmelskörper. Bedenkt man jedoch, daß die - chinesischen Juden sowenig Götzendiener sind, wie die-! ses bei den Juden in unseren Ländern der Fall ist, i so findet man es unbegreiflich,, wie diese Juden ihren f Gott mit den Namen eines chinesischen Götzen bezeichneten. Es ist daher viel eher anzunehmen, daß diese Bezeichnung in der bilderreichen Sprache der Chinesen nicht den materiellen Himmel, sonvern desien Schöpfer And Regierer bezeichnet, wie dieses selbst bei den Juden heute noch Sitte ist. So z. B. □’&(? dvb welches wörtlich „in nomine coeli" zu übersetzen ist und dennoch so viel als in „Gottes Namen" oder um „Gotteswillen" zu bedeuten hat. Was nun die Verehrung deS Confucius und der Toden betrifft, so glaubt der Verfasser der Remarque» in denselben nur bürgerliche oder politische Feierlichkeiten zu erblicken. Wir stimmen unsererseits hierin mit Wihl überein, der die diesbezüglichen Berichte des Pater Gozani als zu unbestimmt findet, um darüber sich weiter aufzuhalten. Auch kann die Ansicht in den Rdmarques nicht verworfen werden. Wihl bemerkt hier noch, daß die Angabe, die Chinesen hätten die Juden Anfangs Xiao-tiniiao genannt, von Brotier's Bericht abweicht. Dort heißt es nämlich: Judaei a Sinensibus appellantur Hoei-hoei, quod nomen commune habent cum Muhamedanis. Ipsi vero se appellant Tiao-Kin-Kiao id est lex amputantium nervös, quod nervös venasque resecant ut sanguine abstineant Für unsere Betrachtung hat diese Controoerse weniger Bedeutung; nur möchten wir hier eine Bemerkung anknüpfen, die für die jüdische Wissenschaft nicht unwichtig ist. Bcotrer sagt nämllch weiter, man nenne die Muhamedaner Teemo-Hoei (nicht Peemo wie Wihl citirt) und auch Gozani bemerkt, die Juden benennen ihr Gesetz mit Kou-kiao, b. h. das alte Gesetz zum Unterschiede von den Muhamevanern, welche sie Teemo-kiao nennen, welches also zu übersetzen wäre das Gem>> Teemo. Es liegt auf der Hand, daß man die Religion der Muhamedaner deßhalb mit „ Teemo - Gesetz " benannte. weil eben in 2)<?meit Muhamed zuerst auftrat. Man lasse sich nicht beirren, wenn man auf den heutigen Karten Mekka und Medina zur Provinz Hedschas zählt, denn dieser Name ist neu und hat denselben von der Hedschra (*n:nn) oder der Flucht Mahommeds erst erhalten. Die Alten verstanden unter nd’H oft ganz Arabien, wie z. B. die Talmudisten unter jeden arabischen Kaufmann verstanden, obschon dieser Name von den Nachbarn der Syrer, den Tätern, entlehnt wurde. Selbst Jesaias identificirt (21, 14.) «D'n mit 3-iy und -np, was auch die Trg. thun. galten wir daran fest, so ergibt sich, daß pui das eigentliche Wort für unser Jemen identisch ist rrv'r» und daß Julius Fürst irrt, wenn er behauptet, die Septuaginta hätten rrrthümlich beide Namen identificirt, was nur etymologisch, nicht aber ethnographisch richtig sei. Wenn er dieses durch (Ptol. 6, 7. 17) beweisen will, der die Osfioi am persischen Meerbusen wohnen läßt, so ist dreses nicht stichhaltig, da Ezech. 25, 13 Teman und Dedan in gleicher Richtung liegen läßt, was mit dem persischen Meerbusen nicht stimmen würde. Man kann vielmehr noyi und jo»n in jedem Punkte Arabiens finden. Auch unter den 7 Hauptfamilien der chinesischen Juden zählt Gozani neben Temo 8 V ' & Ik & .i>