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Der Israelit · 1867-10-23 · Heft 43 (23.10.1867) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 43 (23.10.1867)
Date
1867-10-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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746 wirklich christlichen Character angenommen haben, so daß sie zu Raw's Zeit, der unter einem angegebenen Vorwände sich entzog, sie mit seinem Besuche zu erfreuen, auch zu polemischen Zwecken von Seiten des Ehristenthums benutzt wurden. Uno gerade, weil wir diese Anstalten schon in den Anfängen des Christenthums als blühend vorfinden, so können wir dieses p'3« '2 auch ebensowenig für d<pix<5v als das Lehrhaus Ophiton, einer bekannten Secte der Gnostiker, halten. Denn der Gnostizismus, obwohl besten erste Spuren schon früh im Heidenthum wurzeln, büdete sich doch in den spätern Jahrhunderten des Ehristenthums vollkommen aus und ging von hier aus in mehrere Secten über, von denen die der Ophiten, oder der Schlangenbrüder, weil sie die Schlange des ersten Menschenpaares mit in ihr Glaubensprincip aufnehmen, eine der bekanntesten ist. Es bleibt daher meiner schwachen Ansicht kein anderer Ausweg übrig, als dieses rra« '2 für doiSmv zu halten I Noch mehr Wahrscheinlichkeit gewinnt aber diese unsere Ansicht durch die Erklärung deS '3-isn '2. Denn was bedeutet dieses Wort? Inwiefern liegt in dem Besuche dieses Hauses eine Steigerung des Verbotes, ein p» *?2 wie die thalmudische Stelle lautet: tp"2 .... *6 21 ■a1?? Vuxtors erklärt es mit domum conflatilium imaginum (ein Haus gegossener Bilder Id est templum, in quo indolis serocebant. Aber woraus hat er diese Erklärung abgeleitet? In dem chaldäischen Stamme *ps, welchen er für dieses Wort annimmt, liegt diese Bedeutung nicht. Er hat sie lediglich aus dem ttf"2 multo minus errathen. Und doch hat er eine fast richtige Erklärung gegeben, ohne jedoch zu misten warum? Aber welcher Tempel ist hierin wohl gemeint? Meiner Meinung nach ist darin der Serapistempel oder das Serapeum verstanden, das zu Alexandria, in welchem eine der größten Bibliotheken damaliger Zeit sich befand, sich der größten Verehrung zu erfreuen hatte. Später waren diese Serapea unter den römischen Kaisern gleichfalls mit Bibliotheken allgemein verbreitet unb standen bei den Römern und Griechen in großem An »ehe». Wenn nun fromme und gelehrte Männer Bedenken trugen, die p’2i* '2, d. h. die Häuser der aoidwv der Dichter und Gelehrten, die nur wissenschaftliche Ausbildung zum Zwecke hatten, aus Scheu, mit der Mythologie der Griechen und Römer in Berührung zu kommen, zu besuchen beanstandeten: so mußten sie umsomehr ihren Widerwillen gegen den Besuch der Tempel äußern, in denen wirklich der heidnische Kultus in seiner ganzen Abgeschmacktheit ihren Augen vorgesührt wurde. Das Wort '£->!» ist demnach zusammengesetzt aus den beiden griechischen Wörtern vadg oeganhov (Serapistempel). Beide Wörter sind aber durch Elision der beiden letzten Buchstaben deS ersten Wortes zu einem Worte zusammengezogen und das vgegansTov (n’eserapeiou d. h. ’EnäJ) gebildet worden. Daß solche apokopirte Formen, Elisionen und Assimilationen im Thalmud häufig Vorkommen, wird jeder Kenner des aramäischen Idioms gern zugestehen. Demnach heißt ein 'snitt '2 nichts anderes als ein Serapistempel, der aus griechisch, mit der Abkürzung des ersten Wortes, voegnaiov (neserapeiou) geschrieben wurde. Sollte Jemand gegen diese gegebenen Erklärungen jedoch Bedenken tragen, so bitte ich um gütige Belehrung; ich werde sie dankbar annehmen. Einige Nochen über die Juden in China. Gesammelt von Hirsch (irtinebaam. (Fortsetzung.) Ich fragte sie, welchen Namen sie ihrem Gesetze geben, worauf sie mir antworteten Tiao - Kin - Kiao, um dadurch anzudeuten, daß sie sich des Blutes enthalten, und sie die Venen und sonstigen Blutgefäße der Thiere ablösten, damit das Blut bester abfließen könne. Sie heißen ihr Gesetz ferner Kou-Kiao, das alte Gesetz, Ten-Kiao, das Gesetz Gottes oder das Gesetz Israels. Am Sonnabend zünden sie weder Feuer an, noch kochen sie etwas, sondern sie bereiten schon Freitag, was sie Samstag gebrauchen. Wenn sie die Bibel in der Synagoge lesen, bedecken sie das Gesicht mit einem durchsichtigen Gewände zur Erinnerung an Moses, der mit verschleiertem Gesichte zu dem Volke sprach." Daß der nnwistende Pater unter diesem Gewände nicht einen nPv gesehen hat. den sie über den Kopf ziehen, dürfte nicht sehr unwahrscheinlich snn. „Von dem Erlöser, den ich ihnen nannte, wollte sie nichts wiflen, sie sagen, die Bibel spräche wvbl von einem, aber das sei nicht der, den ich meine." „Sie besitzen auch noch von Rabbinen verfaßte Schriften, diese sind augefüllt mit Albernheiten, und enthalten ihre Ceremonien, die sie noch immer beobachten. ' Es hat in der That den Anschein, daß sie alles dieses aus dem Talmud genommen haben." Nun, der Herr Pater zeigt, daß er dem achtzehnten Jahrhundert angehört, und vom Talmud nur etwas durch christliche Theologie gehört hat. Wie er selbst sagt, versteht er kein Wort Hebräisch, und kan» man also in dieser Beziehung seinen Angaben wenig Gewicht beilegen. Leicht begreiflich ist übrigens seine Antipathie gegen den Talmud, wenn man sich über die Sache etwas genauer informirt. In jenen Letts res ödifiantes, in welchen dieser Brief über die chinesischen Juden veröffentlicht ist, macht der Jesuitenpater Charles le Gobien seine Ordensbrüder in Frankreich auf die Wichtigkeit dieser neu entdeckten Juden aufmerksam, indem er hofft, man werde bald

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