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Der Israelit · 1867-10-23 · Heft 43 (23.10.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 43 (23.10.1867)
Date
1867-10-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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7Y9 fen, sich auch gegen die Mitmenschen wenden und die rohe thierische Seite des menschlichen Organismus nähren und fördern kann, daß sie über den beffern edlexu Wil dqK Ussbergewich( LAMHt, M Wtft wiederum eiy milder Sinn, ein theilpqhms erbarmuWsvolles Herz, das m<W hem Wer entg^genträgt, veredelnd und verbessernd auf den menschlichen CMacter ein. Wer auch hei den Thieren Mutter und Junge nicht zugleich der Freiest berauht, dem arheitenhen Thier den Genuß des von ihm bearbeiteten Mhrungsstoffes nicht wehrt, es von drückenden unerträglichen Lasten befreit, es nicht zur rohen Belustigung in Thierhetzen quälen und martern läßt, und ihm überhaupt in jeder seiner thierischen Eigenschaft angemessene Freiheit läßt, wird umsomehr das Verhältniß zu seinem Nebenmeuschen durch keinen Angriff auf sein Eigen - thum oder seine Person trübend) Man könnte versucht sein, ein ironisches Lächeln Hingleiten zu lassen über die Worte des Midrasch, wenn er sagt: 8) n niso novp dn .dnh n« nbffn ntw d airop n’tcDn ibv viöd n«, „es sei die Erfüllung des Gebotes geeignet, die Ankunft des Messias zu beschleunigen"; sie enthalten aber in der That eine psychologische Wahrheit, welche das Bindeglied zwischen diesen beiden scheinbar entfernt liegenden Dingen ist: denn ein milder, humaner, friedfertiger Sinn auch der Thierwelt gegenüber setzt eine Höhe der Cnltur und Humanität voraus, auf welcher olles an Rohheit und Grausamkeit Streifende verbannt ist, wo zwischen allen Menschen eine Verbrüderung herrscht, und sie sich auch nicht mehr in Kämpfen und Schlachten gegenseitig vernichten; das ist aber eben das Characteristische jenes kommenden Zeitalters, von dem der Prophet sagt: „Es wird kein Volk gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden nicht mehr rohen wilden Kampf lernen". Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Fürth, im Monat Octyber. (Unlieb verspätet.) Von Seiten der Administration der israelitischen Waisenanstalt dahier ist schon im Monate August a. c. ein Aufruf an die meisten israel. Kultus-Gemeinden Bayerns ergangen. Dieser Aufruf nebst Stalutenauszug wurde an die Administration der israelitischen Kultus-Gemeinde in München mit einem Begleitschreiben gesandt, in welchem um zahlreichen Beitritt aus dortiger Kultus-Gemeinde als Mitglieder der hiesigen 7) M. R. Deut. f. 241b. xu nbcb vs« c>nf> ssv min «nie of> ’ten «Bhtn >2 2T)f)2D mr. 8) Daselbst. israelitischen Waisen anstalt ersucht wurde, in der Voraussetzung, daß, geht die israelitische Knttus-Gemeinde der Residenzstadt mit löblichem Beispiele voran, so werden sicher die andern israel. Kultus - Gemeinden des Inlandes nicht zuvückbleiben und da das im Bau begriffene Waisenhaus mit Synagoge unter der Leitung des städtischen Bauraths -rasch vorwärts schreitet, so wäre die Administration bald in der angenehmen Lage, alle ehelich erzeugte« isr. Waisenknaben Bayernaufnehmen zu könne», wenn die Subsistenz-Mittel ausreichen würden. Statt aller Antwort wurde von München aus der in Nr. 40 des „Israelit" bekanntgegebene Ausruf an die Gemeinden versandt. Unsere Absicht ist es nicht, ein Urtheil über dieserücksichtslose Benehmen zu fällen; wir wollen vielmehr der irrigen Ansicht: (siche Nr. 40 des „IsraelitAus dem Ries) b^egnen, als hatte b«e Administration es an väterlicher Fürsorge und Umsicht je fehlen lassen, als hätte sie „diese Angelegenheit lange Jahre schlummernd und etwas schlaff behandelt". Wer mit den hiesigen Lokalverhältnissen vertraut ist, der hat schon längst die Ueberzeugung gewonnen, daß die Administration Schamai's Ausspruch: nam n»j>i bj/d ">idk auch in dieser Bedeutung zur Richtschnur sich genommen. Alles Wortgepränge vermeidend, bewachte sie schon seit vielen Decenien diese Anstalt, gleich wie man ein liebgewonnenes ‘-mb bewacht, dessen Gedeihen Herzenswunsch und das Bewahren desselben vor jedem schädlichen Einfluß Herzensangelegenheit der Eltern ist. Das Bedürfnis der Zeit schon früh erkennend, hat sie schon im Jahre 1840 die entsprechenden Lehrkräfte gewonnen, welche bei regelrechter und religiöser Erziehung der Waisen, bei gründlichem Unterrichte im Pentateuch, in Mischna und Talmud dem Unterrichte in dem profanen Lehrgegenständen mit erwünschtem Erfolge Rechnung zu tragen gewußt, und hat das Resultat der öffentlichen Prüfungen stets gezeigt, daß die israelitische Waisenschule zu den besten Lehranstalten dahier zählt. Außerdem hat die Administration auch noch die Genugtuung, daß seit jener Zeit, in welcher die Anstalt ihren eigenen Lehrer und Pflegevater erhalten, auch nicht ein Waisenknabe aus derselben entlassen wurde, der nicht in ehrbarer Weise seine Existenz zu gründen vermöchte. Unter den verschiedenen Fächern, welchen sich die entlassenen Zöglinge gewidmet haben, ist selbst das Lehrfach vertreten. Auch bezüglich der Räumlichkeiten und der Lage des alten Waisenhauses hegte die Administration schon lange den Wunsch, entsprechendere Lokalitäten hiezu zu finden; da aber die Aufführung eines zweckentsprechenden Waisenhauses mit Synagoge und Garten in gesunder, passender Lage einen Aufwand erfordert, der die früher» finanziellen Kräfte der Anstalt ganz absorbirt hätte, so mußte vorerst

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