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Der Israelit · 1867-10-23 · Heft 43 (23.10.1867) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 43 (23.10.1867)
Date
1867-10-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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740 durch weise Sparsamkeit auf Vermehrung de- Fonds gehörig Bedacht genommen worden. Nachdem man jetzt nun durch den Neubau das diesseitige Kapital mehr als um 30,000 fl. geschwächt, um dem gedachten als dringend erkannten Bedürfnifle abzuhelfen, würden wohl Räumlichkeit und Einrichtung die Aufnahme aller ehelich erzeugter israelitischer Waisen des Inlandes gestatten, wenn die Subsistenzmittel ausreichen würden. Man hat sogar auch schon die erforderlichen Schritte gethan, um alle israelitische Waisen des Inlands als gleichberechtigt zu erklären. Unter diesen Umständen erscheint es gewiß als gerathen und erheischt es auch das Jntereffe der israelitischen inländischen Kultusgemeinden durch entsprechende Betheiligung die hiesige Anstalt — die älteste in Deutschland — in den Stand zu setzen, ihren segensreichen Wirkungskreis auf alle inländischen is raelirischen Kultusgemeinden bei vorkommenden Fallen ausdehnen zu können. Und wenn wir auch nicht in Abrede stellen, daß unter gewissen Voraussetzungen die Gründung einer Waisenanstalt für israel. Mäochen ein wohlthätiges Werk sein könne, so müssen wir doch entschieden verneinen, daß es überhaupt gar räthlich fei, ein Waisenhaus für beiderlei Geschlechts zu errichten und nachdem, wie erwähnt, die hiesige .sr. Waisenanstalt schon über 100 Jahre bestehet, und ihre Aufgabe io entsprechend za lösen vermochte, bei gedachter stärkerer Betheiligung von Auswärts jetzt auch alle isr. Waisen des Inlands die Aufnahme gewähren könnte, so erscheint das Project. nach welchem in jener erst zu gründenden Anstatt auch Knaben ausgenommen werden sollen, als ein höchst ungerechtfertigtes und nur geeignet, die Vermehrung der Subsistenz-Mittel der diesseitigen Anstalt zu verhindern, und so die Aufnahme von Waisenknaben in dieselbe zu beschränken, ohne daß man aber den Waisen, die die Abweisung erfahren müssen, von jener Seite wird Ersatz bieten können. Mehrere mit den Lokalverhältnissen genau bekannte Mitglieder der Waisenanstalt. (Nachbemerkung der Redaction: Nach obiger Auseinandersetzung ist es entschieden rathsam, in Bayern kein neues Waisenhaus zu errichten, sondern, das bestehende derart zu gestalten, daß es allen Anforderungen genüge. Wenn man bedenkt, daß die Kosten sich in dem Maaße billiger stellen, jemehr Kinder Aufnahme finden, so wäre es reine Verschwendung zwei Waisenhäuser zu errichten, wo eins genügen würde. Außerdem hat sich die Fürther Anstalt seit langer Zeit bewährt und ruht auch gegenwärtig in den besten Händen, so daß es durchaus räthlich erscheint, dieselbe zu einem allgemeinen Waisenhause für alle verwaisten iSr. Kinder in ganz Bayern zu erweitern. —) Oefterreichischer Kaiserstaat. Szepste Moldau (Ungarn), im Tischri. Geschätzter Herr Redacteur l Im Hinblick auf Ihr edleS Wirken und Streben für Erweckung, Hebung und Förderung guter Werke und Stiftungen, zweifle ich keinen Augenblick, daß Sie meiner folgenden Mittheilung, eines musterhaften WohlthätigkeitSsinnes, gern die Spalten Ihres allweit verbreiteten wie beliebten Blattes öffnen werden. Sz.-Moldau gehörte vor alter Zeit zu denjenigen Orten, worin kein Juoe wohnen durfte, und die Ansiedelung ihm unerbittlich verweigert wurde. Seit circa 20 Jahren jedoch, ist'» durch maßgebende Protectionen den Juden allmählich gelungen, einzelnweise sich hier niederzulassen. Daraufhin batten auch mehrere den Versuch gen,acht um Jncolat anzusuchen, und ward es ihnen auch gestattet, hierorts bleibenden Wohnfitz zu nehme:», so baß bis zur Zett eine jüdische Gemeinde, welche nahe an vierzig Mitgliedern zählt, hier sich gebildet. — Zufolge dessen ist nicht zu verwundern, wenn es in dreser kleinen wie junaen Gemeinde an mehreren cultuellen Institutionen und Organisationen mangelt; so besitzt diese Gemeinde bis zur Stunde noch keine eigenthümttchen mm nsD. sondern nur die von Private« erborgten. Auch bedarf dre neuerlich erbaute Synagoge abseitiger Reparatur und Restauration, weil eines Tyeils kein Vestibüle angebracht rst, und anderseits die Sitze der Männer als der Frauenhalle zu sehr aaemander gereiht und gedrängt sind, welchen Mangel zumeist an den o'*nu v'Q' drückend fühlbar wird. Alle bisher entworfenen dem bestehenden Uebel abzuhelsenden Pläne und Entwürfe scheiterten an dem Unvermögen der Gemerndekasss und dem unmaßgeblichen und ungeregelten Budget. Am zweiten Tage rTn jedoch, sollte es anfangen, besser zu werden. - Der so i'ehr achtungswürdige Herr. Morrtz Glatter allhier, ging, als er zur Thora gerufen wurd^, mit edlem Beispiele voran, und spendete nachdenannte Spenden: Die Hälfte der Erbauungskosten eines Vestibulum's rc. fünfmal : n t '"ki zur Syaagogenerweiterung, eine neue und das für's ganze Jahr zur Unterhaltung des i ’ o n i j nöthige Oel. Ferner möge auch der geachteten Frau Mart Weiß Erwähnung geschehen; dieselbe schenkte der Gemeinde ein nms, eine Decke auf dem jrfc» und einen Baldachin zur Trauung. Mögen diese Spenden auch bei den übrigen wohlhabenden Gemeinvegliedern entsprechende Nachahmung erwecken, daß auch sie durchdrungen seren von dem Edelsinne uno Eoelmuthe, so daß durch entsprechende Betheiligung und

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