Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1867)
- Date
- 1867-10-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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738 die, die Ungerechtigkeit, Mliebe und AllbaMherzlgkeit GotKs kSnn^eichnetlden Vetbolö» „Müttet nnd Junges «ichtan eine« Brge zie schlachten" tnrtr „bir Mutter nicht sammt dem Jungen aus dem Neste -u neh- «ttn," welche vom Geiste der Humanität durchdküügene Gesetze einen grellen Eontrast bilden zu den grausamen Handlungen irdischer despotischer Tyrannen, welche überwältigt von den Mdenschaften der Hab-, Rach- und Herrschsucht zur Vermehrung ihrer Reichthümer, zur Befriedigung ihrtzr Rache oder zur Sicherung ihres Thrones selbst Unter ihren Mitmenschen ElMN und Aürder gleichzeitig den Händen des Todes Überliefern/ *) (M. R. Leviticus f. 168, 2.). Auf diesen Rücksichten der Humanität selbst Rieten gegenüber bafirt aufy das Verbot: „Verschließe nicht dem Ochsen das Maul, wenn er drischt:" denn es wäre Hartherzigkeit, dem Thier während der von ihm zu verrichtenden anstrengenden Arbeit das Stillen seines Hungers an dem Arbeitsstvff vorzuenthalten. Ebenso hat das Gebot: „Wenn du den Esel deines FöindeS seiner Last unterliegen siehst , so hüte Dich, ihm solchen allein zu überlasten, hilf ihm vielmehr abpacken," welchem Gebot man sich ohne Entgelt und Ansprüche auf Entschädigung des Mühe- und Zeitaufwandes selbst in Fällen, welche die Rücksichtsnahme auf die Person des Thierinhabers aus schließen, unterziehen muß; trotzdem das Gebot des Aufladenhelfens, wo die Rücksichten für Vas Thier wegfallen — nach den Rabanan — nur bei einer entsprechenden Belohnung desTheilnehmers rechtskräftig ist, nn„«n"^-.rn D"n 'vpI seinen Grund, daß man nicht ein lebendes Wesen mit Händen quälen und martern darf; sondern auch wenn ihm ein Unfall -«gestoßen, unter welchem es leidet, Anstalten treffen muß, es von Schmerz und Qual zu befreien.3) In noch Gröberem Maßstabe prägt sich die humane Gesinnung der Thora dem Thiere gegenüber in dem Gebote norm nrvaty aus, welches den Inhaber eines Thieres verpflichtet, Sabbat auch diesem als einen Tag der Erholung zu gewähren, ckn welchem es von der schweren Arbeit ausruhe. (Lxväus Decalog C. 20.) Auch beim Akt des Thietschlachtens, welcher nach vorgeschriebenen Regeln begangen, nicht in die Rubrik der Thierquälerei zu setzen^) ist, werden wir von humanen Ideen dieser Art geleitet; indem nach den traditionellen Gesetzen Maßregeln getroffen worden sind, den Todeslawpf des ThiereS zu erleichtern. (Bechaje Deut. C. 22.) Ein nicht minder warmes Gefühl der Theilnahme auch für die Thierwelt dringt den ans die iw of> npn f>i> imtra '3C p"3P pi wpco cm p’7i #71* 3'h3 (2 J97>* b*‘7; TCO*) 0'33 ob >3 >3Kt 3'7f>3Ö Pf )7Cb OO’tTJ >VP7J ,0030 3*«7 reit» (f>p Pf o»j?t7 nirm >,3, >33 r>b) mb wvro ‘zt P"3P pi p*75 -mb 01*3 o*c3> 73f>i» j>7pb 7mc?b >3 3) Bavü MG« f. 32 b. 4) Vertzl.?7>p*a 3-7,3 RtzspoüstN 82 und fo»:» fnmv über die Jagd. Thl. Jdreh Deah. SchWsteÜS: „Ich werde gebSn iK:aß ckNfNeiÜeM Felde für Hein Vieh , und du wktst dich satt essen können," angelehnlen Ausspruch Rüb's varch: „tM Mensch dürfe nicht eher an die Befriedigung seiner eigenen körperlichen BedürfNiße schreiten, bis er seinem Hausthier die Nahrung gereicht" (Gitin 62a, Berachoth 40 a). Tiefergreifend ist die Bemerkung, welche unsere Mten au den- UKrstclnd knüpfen, hast die bewen Leitsterne erster Größe am Himmel der GesWhtb JSrvtts, Möses und David-, tfötft Hkrtsüleben zu ihrer großen MUS» berufen worden sind, in welchem sie durch bie weichherzige und zartfühlende Behandlung der ihnen anvektrauten Heerde glänzende Proben, der Herrscher Md Regenten so sehr auszeichnenven Eigenschaften der Milde und Sanftmuth ablegten. Elnft — lo erzählt die überlieferte Sage — wäre Moses Heerde ein Zieglein entlaufen, welchem jener nacheilte, bis es vvr einer Quelle stehen blieb, von deren Gewässern es seinen Durst löschte. MöstS dieses wahruehmend, rief mitleidsvoll arts: „Acht Ich wußte nicht, daß dich der Durst davon trieb; nun bist du wohl müde, armes Thierchen!" Mit diesen Worten hob er es auf seine Schulter, es wieder der Heerde zuführend. Da sagte GRt: „Wenn du die dir von einem Sterblichen anvertraute Schafheerde mit solcher Treue, so liebevoll weidest, so wirst du auch meine Heerde Israel als guter, treuer, Freud und Leid thei!- lender Hirt zu weiden misten. Eine ähnliche Sage umschwebt die Thronbesteigung des königlichen Säugers David, sich anlehnend auf die Stelle des Affaff'- schen Psalms 78: „Und er erwählte seinen Diener David, nahm ihn weg von der Schafheerde. Entführte ihn dem zarten Milchvieh, zu weiden sein Bdlk Jacob, Israel sein Eigenthum. Als — erzählt sie — David seine Heerde weidete, führte er zuerst die garten Jungen den Gräsern zu, um sie den ober» weichen Theil derselben abfresten zu lasten; dann die alten säugenden Mütter, um sie den Mittlern, und zuletzt die kräftigen Jüngern, um sie die harten Wurzeln adweiden zu lasten. In diesem rücksichts- und schottüttgSvollen Vorgehen offenbarte sich der mit milder, humaner, liebreicher Taktik organistrende Geist eines für das Wohl und Heil seines Volkes besorgten Herrschers, der ihn würdig machte der Gesalbte GotteS zu sein/) So finden wir denn den Ausspruch R. Jizchak'S „u'w norm üöitföi D*w USL/O", „auf humanem Gebiete seien nach den Gesetzen der Thora Mensch und Thier gleichberechtigt,"^) bestätigt. Und in der That ist der Werth der die Beziehungen des Mettschen zur Thierwelt in humanster Weise regelnden Gesetze nicht zu unterschätzen. Denn wie Grausamkeit Md Härte dem Thier gegenüber immer mehr um sich grei- 5) Midrasch Rabbah f. 92 b. — Raschi im Sornmentar, Psalm 76, scheint eine andere Leseart fit haben. 6) 21 Rabbah f. 168.