Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1867)
- Date
- 1867-10-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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vm. Jahrgang. Brilage z« Nr. 43 des Israelit. Leitender Sttitel. Die humanen ÄeMhnngen des Menschen Mm Thier auch den Gesetzen der Thora. Bon L. Donath in Bingen. (Schluß.) III. Erst in neuester Zeit, wo die Sonne der Cultur und Humanität, mit ihren erwärmenden Strahlen Alles durchdringt, und die Herzenskammern, zur Aufnahme alles Edlen, Sittlichen und Humanen weit geöffnet sind, ist man zur Einsicht gekommen, daß die Humanität sich auch aus die Thierwelt ausdehnen müffe, und daß ein unmenschliches Hausen im Thierreiche, abgesehen von dem Unrecht, das dem den Schmerz ebenso wie der Mensch empfindenden Thier zugefügt wird, auch von schlechter Rückwirkung auf den Charakter und die Gemüthsverfassung des Menschen sei; indem die rohe thierische Seite des Menschen einen Wirkungskreis erhält ., wo sie das Uebergewicht über die beffere edlere Seite erhalten kann. Und es haben sich deshalb Verbindungen und Vereine gebildet, um dem Unfug grausamer Willkür auch in der Thierwelt zu steuern. — Von welcher Begeisterung müssen wir nun erfüllt werden, wenn wir das heilige Buch der Thora aufschlagen. und die das Verhältniß des Menschen zum Thier regelnden Gesetze finden, welche nur das Produkt höchster Humanität und Gesittung sein können, und selbst in unserer Zeit, wiewohl von Vereinen aus deren Realisirnng hingestrebt wird, doch in den Codex der Gesetzgebung nur in einem kleinen Thkile der cultivirten Welt ausgenommen sind. Wie müffen wir da mit dem Psalmisten ousruien: „Die Rechte des Herrn sind wahr, alleson m! gerecht; erwümchler als Gold und Edelstein, und süßer als Honigseim." Denn in den das Verhältniß des Menschen zum Thler betreffenden Gesetzen sind die feinsten Saiten des Zartgefühls, der Müde, des Erbarmens und der Liebe aufgezogen, deren sanfte Töne wohlthuend das feinfühlende Herz berühren. „Wie sich" — bemerkt R. Jndan b. Pasi ■ — „Gott des Menschen erbarmt so auch des Thieres: Denn wie für die Beschneidung des Kindes, durch göttliche Bormberzigkeit, erst der achte seiner Geburt als feinen Kräften angemessen bestimmt wird, so darf auch , das neugeborene Thier erst am achten Tage seiner j Mutter entzogen und als Opfer dargebracht werden! (Leviticus C. 22) — denn in welch' unendlichen namenlosen Schmerz würde eine Mutter verfallen, deren Armen ihr Säugling entrissen wird; mit welchen oerzweiflungsoollen, herzzerreißenden Klagen würde fie die Lüfte e> füllen; wie würde fie. bald in stummen sprachlosem Schmerz dahmbrütend, keinen Laut ander zusammengepreßten Brust hervorzubringen vermö- < gen, bald aus der dumpfen Verzweiflung erwachend, alle Rachegeister über den Räuber heraufbeschwören,! daß sie ihn auf jedem seiner Schritte verfolgen, und den Raub an ihm ahnden sollen; wie würde sie alle möglichen Hel el in Bewegung setzen, ihr kein Preis zu hoch sein, ihr eigenes Leben in die Schanzen schlagen, um ibr Kind wieder an ihre Brust drücken zu können; füge daher einen solch bitteren Schmerz auch dem Thiere nicht zu; denn auch eine Thiermutter, ausgestattet mit dem Instinkt der Liebe zu ihren Jungenhärmt sich — so zu sagen — ab, wenn ihr das Junge entrissen wird, so lärmes noch Nahrung von ihr erhält; und das Opfer soll nicht des Leid und Weh auch einer Thiermutter nach sich ziehen. — Und willst du ein Thier schlachten, so sagt die Tbora: „„Mutter und Junges sollst du nicht an einem Tage schlachten."" (Daielbst.) Denn welch Grauen und Entsetzen würde es erregen, wenn man Mutter und Kind an einem Tage hinrichten, oder Beide auch nur eines natürlichen Todes an einem und demselben Tage sterben würden; laß dir daher eine solche Grausamkeit auch nicht an einem Thier zu Schulden kommen. Und das Erbarmen. welches die Thora den Thieren auf Erden gewährt, widmet sie auch den Vögeln in der Luft: „„Wenn dir ein Vogelnest mit Eiern oder Küchlein auf dem Wege anfstößt, und die Mutter fitzt auf den Eiern und Küchlein, so sollst du nicht die Mutter sammt den Jungen ausnehmen, sondern die Mutter wegfliegen lassen, und die Jungen kannst du dir nehmen."" Denn die Mutter soll nicht Augenzeuge der Gefangennehmung ihrer Jungen sein." *) (Midrasch Rabbah Deuter, f. 241 b. Vergl. Moreh Nebochim C. 48, Bechaje und Ramban Deut. C. 22). Und wenn der weise Salomo sogt: „Der Gerechte weiß wie eS seinem Thiere zu Muthe ist; aber grausam sind die Gottlosen" (Ep. C. 12), so findet R. Berechjah — im Namen R. Lewi's — darin eine Andeutung auf tb pnwb >>b» com 03,JpT> jfwc omv rowcb bnva pow?nb (l i'm rwM br rum 73 OTfo br>?3^p? bc >>w?c ota» 13 7* hb 133 mb cu^pr mbc bbb nr bbi r'w rfrb?» 3»ner> o»’W "inbst b» o»n«w frbnro 73 nncuo br o>T)m r>3"p? psc ocs» /Tob 01*3 wner: 'm 7>:ob 7>d5 (p 1np> o anfoß j>3») jj>duk>