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Der Israelit · 1867-10-23 · Heft 43 (23.10.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 43 (23.10.1867)
Date
1867-10-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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735 London In Folge der neuen Akte ist es dem Juden, der seine Fabrik Samstag bis zum Sonnenuntergang geschlossen hat. erlaubt, dieselbe nach Sonnenuntergang bis u Uhr zu öffnen, so daß die Arbeiter bis zu dieser Stunde darin arbeiten können. (Daily News.) Dublin. Die Loge „Israels", die vor 18 Monaten von der Großloge von Irland gegründet wurde, hat in dieser kurzen Zeit eine große Anzahl von Mitgliedern und einen bedeutenden Einfluß erlangt. Einen glänzenden Beweis, wie sehr man sich für diese Loge interessirt, liefert die Thatsache, daß der Großmeister von Irland, der Herzog von Lemster, neulich Mitglied derselben geworden ist. Vergangenen Montag Abend fand eine interessante Ceremonie statt, die Jnstallirung des Rev. Philipp Bender in der jüdischen Gemeinde zu Dublin. Dieses wird gewiß zum Gedeihen der Loge beitragen, da Herr Philipp Bender sehr bekannt und bei Jedem sehr geachtet ist. (Jew. Chron.) Plymouth. Herr L. Klymann. 1. Vorsteher der Gemeinde zu Plymouth, erwähnte bei der Magistralssitzung, daß einige russische Juden an Bord des preußischen Schiffes „Confidentia," Kapitän Maski in Plymouth-Sund angekommen sind, welche berichten, daß sie von den Matrosen ohne Mitwiffen des Kapitäns mißhandelt wurden. Die vier Russen, wovon drei der Verhandlung beiwohnten, schifften sich zu Memel in Preußen ein und zahlten die Fahrt bis England. Während der Reise verlangten die Matrosen Geld von ihnen. Dieser Anforderung konnten sie nicht genügen, da sie unbemittelt waren. Sodann wurde einer von den Juden an den Mastbaum gebunden und gepeitscht und acht Eimer Wasser auf ihn gegossen. Der zweite, welcher sich weigerte, seine Kajüte zu verlassen, wurde herausgezogen; auch über ihn schüttete man Wasser und schmierte ihm fettes Schweinefleisch über den Mund. Der Dritte, der eine alter Mann ist, entging der Mißhandlung: der vierte aber entzog sich der Mißhandlung, indem" er den Matrosen einen Thaler gab. Als die Männer das Schiff verließen, sagte der Kapitän, sie sollten nicht erwähnen, daß sie die Reisefahrt bezahlt haben. Herr Phillips (Mayor) sagte, er befürchte die Obrigkeit könne, wenn das Schiff in Plymouth-Sound liegt, die Sache nicht in Verhandlung nehmen. Herrn Klymann wurde dann anempfohlen, sich an Herrn Cleoerron, Sekretär des Magistrats zu Saltasch (Plymouth-Sound) zu wenden. (Western Morning News.) Rußland. Minsk. Zu jeder Zeit hat sich unsere Stadt durch ihre Wohlthätigsanstalten ausgezeichnet; stets sind deren Einwohner vom Geiste echter Liebe beseelt. So kann ich es auch nicht unterlassen, Ihnen heute Aber die wohlthätigen Werke, die unsere Brüder seit mehreren Wochen ausgeübl haben, Mittheilung zu! machen. Seit ungefähr acht Wochen herrscht leider in un-! serer Stadt die Cholera; viele Häuser stehen leer, sehr viele Opfer hat diese Krankheit gefordert. Groß war das Jammergeschrei besonders bei den Armen. Da bewährte sich wieder die vortrefflichen Einrichtung des schon seit Jahren gegründeten Vereins „v'bni npn." Durch den vorhandenen Fond war es dem Vorstande desselben möglich, wöchentlich 700 Rubel zu vertheilen. Der Verein engagirte zu dem einen Vereinsarzt noch zwei Aerzte und stellte ihnen 5 Droschken zur Verfügung, damit sie um so schneller von einem Stavttheil zum andern gelangen konnten. Aus gewissen Apotheken wurde Jedem Arzneien unentgeltlich verabreicht. Diese Begünstigungen wurden auch den christlichen Armen gewährt. Den Vorstehern dieses Vereins gebührt daher die vollste Anerkennung. Aber auch die übrigen Leute wetteiferten mit! diesen Männern in der Ausübung dieser edlen Thaten;! unter andern ist Herr L)r. Beilin lobend hervorzuhei den, dessen rastloser Thättgkeit nid zu verbauten ist. | Auch unsere christlichen Mitbürger blieben nicht zurück, i Die Stadt wurde rn neun Quartiere eingettf'ilt unb i in jedem derselben mußte ein Arzt den Oranten unenU j geltlich ärztliche Hilfe leisten. Ein (Somite hatte eine j Collect' veranstaltet durch die 12 >0 Rubel gesammelt! und die unter sämmtliche Armen der Stadt, obne Unterschied des Glaubens, vertheilt wurden (Hamagiv.) Feuilleton. Des Königs Kidanr. (Fortsetzung.) XVI. Unterdeß hatte sich Rabbi Sabbathai andern Ruhm erworben; wiewohl erst vierzig Jahre zählend,! war er schon als der Lehrer von ganz Israel aneri kannt. Sein Commentar zum Joreh Deah hatte sich , rasch Bahn gebrochen und wurde von allen Rabbinen j auf dem wetten Erdenrunde bei deren religiösen Ent- { scheidungen benagt. Rabbi Sabbathai hatte einen ähnlichen Commentar auf den Choschen Mischpot vol-! lendet, aber seine bescheidene Mittel ertaubten ihm die; Drucklegung die'es großen Werkes nicht; denn die schriftstellerische Thätigkeit auf rabbinischem Gebiete j hat den Verfassern der bedeutendsten Werke niemals j Reichlhum gebracht, sondern stets außer den geistigen j immer noch große materielle Opfer erheischt. „Blel-! leicht," dachte Rabbi Sabbathai, „wird man mir in - meinem dtaterlanbe, in Litthauen, die Mittel zur! Drucklegung eines Werkes gewähren, das so viel zur! Klärung der jüdischen Rechtsprechung beiträgt."

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