Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1867)
- Date
- 1867-10-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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731 nämlich die Folgerung n, die durch Mißbrauch seines Namens aus diesem Instrumente in Bezug auf die Orgel später gezogen werden könnten. So wurde eine Spaltung vermieden; und der Geist der Liebe, der Geist der Eintracht, der Geist inniger Anhänglichkeit an die ererbten religiösen Institutionen erhalten. Tie Synagoge selbst, obwohl äußerst geschmackvoll eingerichtet, ist doch der alten Einfachheit treu geblieben. Ter innere Raum bildet ein Rechteck von einer Länge von etwa 160—180' und einer Breite von etwa 80'. An der dem Eingänge gegenüber liegenden Seite befindet sich eine Estrade, die eine Breite von etwa 15—18' und deren Large der Breite des Schiffes gleich kommt. In der Mitte derselben befindet sich der geschmackvoll verzierte tenpn Oberhalb desselben und zu beiden Seiten befinden sich bunt bemalte Fenster, desgleichen auch zu beiden Seiten des Schiffes, die dem Ganzen eine höhere Weihe geben. In zwei Stockwerken befinden sich zu beiden Seilen die Frauenlogen. Aus der Estrade sind zu beiden Seiten des rvnpn pr« die Ehreusitze für den Rabbiner, und die Präsidenten des Consistoire. Der Almemor bildet ein Viereck und hat so viel Raum, daß der Vorsänger, Chorleiter mit Bassisten, wie die Choristen Blatz finden. Letztere sitzen auf Bänken vor dem und es kann dadurch nicht leicht eine Unordnung von Sei ten derselben Vorkommen. Beim Ausheben der Thora begleiten sie den pn bis vor den icnpn jn«, ziehen um den Almemor herum und begeben sich während rrorn r^-ip ans andere für sie bestimmte Plätze. Diese Begleitung findet auch beim Einheben Statt. Das Ganze macht aus den Eintretenden einen erhebenden Eindruck, und dcr Gedanke erfaßt uns, daß wir — wenn auch nicht mehr in denselben heiligen Hallen — doch auf demselben Boden stehen, auf dem große Männer in den vergangenen Jahrhunderten das Wort Gottes verkünden. Von drn Wohlthätigkeistanfialten heben wir hervor: das Chauffoir errichtet von der Familie Halephin. Arme Leute können hier zu jeder beliebigen Zeit eintreten und bei strenger Kälte im warmen Zimmer Meilen; auch ist hier die Einrichtung getroffen, daß dieselben viermal wöchentlich gegen eine Abgabe von 2 Sous eine kräftige warme Suppe erhalten. Wenn diese Einrichtung davon Zeugniß gibt, daß die Israeliten immer noch den Namen verdienen D’jom D’jcm ’JD Barmberzige, Sprößlmge von Barmherzigen, so hat die Metzer Gemeinde ihrem barmherzigen Sinne ein bleibendes Denkmal in dem neu errichteten Hospital gesetzt, das nicht nur für arme Kranke, sondern auch für Invaliden dient. Es ist auf das Zweckmäßigste eingerichtet. Ein großer Hof, ein schöner Garten, eine kleine Synagoge befinden sich bei demselben und sind die inneren Einrichtungen so getroffen, daß allen Anforderungen, die man an eine derartige Anstalt stellen kann, genügt wird. vr. Morhange aus Metz, dessen Gemahlin Vorsteherin einer stark besuchten weiblichen Erziehungsanstalt ist, war in unermüdlicher Weise thätig, diesen Bau echt jüdischen Wohlthätigkeitssinnes zu Stande zu dringen. Eingedenk des Cchriftwortes ntc\x. „Heil dem, der auf den Armen Acht hat, was unsere Weisen erklären r6?n p«. „Nur der Kranke ist ein wahrhaft Armer;" weil selbst der Reichste sich in der Krankheit in hilfsbedürftigem Zustande befindet — hat sich derselbe zur Aufgabe gestellt, nicht eher zu rasten, bis ihm dieses Werk, besten Ausführung auf große Schwierigkeiten stieß, gelungen war. Und siehe da! er wandte sich nicht vergeblich an den mildthätigen Sinn seiner Glaubensbrüder. Man collectirte, man errichtete eine Lotterie, deren Loose zahlreiche Abnehmer fanden, man ließ Aktien zeichnen, und die Mittel kanten herbei, obwohl die Gemeinde Metz unter etwa 160 Fannlien 60—83 unterstützungsbedürftige zählt. Die Stadt gab einen Beitrag und verwilligte eine jährliche Subvention von 1600 fl. Gegen einen jährlichen Beitrag von 10 fl. kann Jeder sich das Recht erwerben, seine kranken Dienstboten verpflegen zu laffen. Doch sind die Hilfsquellen noch nicht so reich, daß diese Wohlthätigkeitsanstalt bestehen könnte, ohne an die Privatmildthätigkeit appelliren zu müffen. Der diesjährige Bericht weist eine Einnahme von 7000 fl. und eine Ausgabe von 9700 fl. nach. Für die fehlende 2700 fl. ist man genöthigt, eine Collecte bei den wohlhabenden Israeliten in Metz zu veranstalten, deren Ertrag sicherlich das Deficit decken wird. — Solche Beispiele edlen Sinnes verdienen unsere Anerkennung und dürfen zur Nacheiferung anspornen. Moritz Fuld. Zeitungsnachrichten und Correfporrdenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Das „Frankfurter Journal" eröffnet seinen Börsenbericht vom 10. October (mea dv in not«) mit folgenden Worten: „Nach dem gestrigen hohen Fasttage entwickelte die Börse heute einen guten Appetit und biß besonders an Amerikanern wieder bester an." — Tags zuvor hatte dasselbe Blatt gemeldet, daß in Folge des hohen isr. Feiertages an der Börse kein Geschäft war. — ^Lübeck. ~)wyb ndd pa. (Privatmitth.) Die Vorstände der israelitischen Gemeinden in Mecklenburg haben ihren früher, unter den 28. Februar d. I., dem