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Der Israelit · 1867-10-10 · Heft 41-42 (10.10.1867) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 41-42 (10.10.1867)
Date
1867-10-10
Page
– (sequence 29)
Language
German
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727 (’3ao) d. h. große Marmorblöcke, die an der dortigen Synagoge auf Befehl der Negierung durch kaiserliche Beamte aufgestellt wurden. Die Anlage dieser Marmorblöcke ist echt chinesisch und steigt in ein hohes Alterthum zurück. Dieselben sind von langen Inschriften an beiden Seiten bedeckt. Diese Inschriften tragen vier verschiedene Data. Die erste ist vom Jahre 1384, die zweite von 1519 und die dritte von 1663, die letzte trägt kein bestimmtes Datum. Der Inhalt dieser Schriften ist ungefähr folgender: 1) Die Juden sind unter den alten Tiheou nach China gekommen und Adam ist der Pan-kou der Chinesen. 2) Alle Inschriften sprechen mit Lobeserhebungen über die Juden, über ihre Kings und ihre Neligion, die, wie man sagt, mit der der Gelehrten in China gleich sein soll. 3) Die letzte Jnscription besagt, daß im Jahre 116 i Hiav-tsong erlaubte, daß eine Synagoge gebaut werde, welche in wenigen Jahren fertig wurde. — Es ist zweifelhaft, ob diese Che-pei den allgemeinen Ruin von .642 überstanden haben, oder ob sie neu und die Inschriften von den Fragmenten der alten copirt sind. Wahrscheinlich sind diese Inschriften in chinesischer Sprache abgefaßt, da sie, wie oben gesagt, von den Chinesen errichtet wurden. Amiot gibt dieses nicht an. Ueber die mitten und Gebräuche im öffentlichen und handlichen Leben sind immerhin die Berichte Gozanis *) die schätzenvwerthesten; wir müssen uns deßhalb einige Auszüge aus denselben gestatten. Gozani erzählt, daß ihn diese Inden, die man hier Tiav-kin-kia nennt, sehr zuvorkommend und gastfreundlich empfingen. „Ich besuchte ihre Synagoge (Lipaifou), wo ich sie alle versammelt fand und mich lauge mit ihnen unterhielt. In dieser Synagoge ben«rkte ich mehrere Inschriften in hebräischer und chinesischer Sprache." Sie bewahren ihre Thorarollen (Kings) dreizehn an der Zahl, in einem besonderen Theil des Gotteshauses, den nur der Cham - Kiav (rnrTüDn) oder Vorsteher betreten darf. Eine dieser Thorarvllen war aus der großen Ueberschwemmung des Hoanbo gerettet und von dieser wurden dann zwölf Abschriften genommen. Wie sie dort sagen, sei die eine Moses und die übrigen zwölf den Stämmen Israels entsprechend. Das Original ist von der Fluth, die es sortgetragen, fast zur Hälfte verwischt. An einer anderen Seite der Synagoge befinden sich mehrere Kisten, in welchen sie einzelne Theile des Pentateuchs, die sie^T atim (cnn) nennen, bewahren. Auch die übrigen Schriften des alten Testamentes bewahren sie dort. In der Mitte der Synagoge befindet sich eine Art Kanzel, von welcher herab sie jeden Samstag Stücke aus dem Pentateuch vorlesen. Bildsäulen und Gemälde bemerkt man hier nicht, doch ist ein Schild zu sehen, auf welchem der Name des chinesischen Kaisers steht. Die Synagoge liegt ostwärts, wenn sie beten, wenden sie sich aber von dieser Seite ab.*) Der Pater Gozani erzählt ferner, daß in einem großen Saale vor der Synagoge sich viele Rauchpfannen befänden, mit denen sie den Chim-gins, ^öDn) b. h. den großen Männern des Gesetzes ihre Hochachtung erwiesen. Zn diesen Chim-chins zählen die drei Urväter, die zwölf söhne Jacobs, Moses, Ahron, Josua, Esra und viele andere berühmte Männer und Frauen. — Da die übrigen Reisenden nichts von diesen Rauchpfannen erzählen, so müssen wir diese Angabe in bescheidenen Zweifel ziehen. Das Pentateuch ist bei ihnen in fünf Bücher und und diese sind zusammen in 53 Wochenabschnitte getheilt. Diese Juden beobachteten die Beschneidung, das Fest der ungesäuerten Kuchen mit Erinnerung an das Osterlamm und Danksagung für den Ausgang aus Egypten und die Errettung aus dem rothen Meere, ferner den Sabbath und die anderen Feste des alten Testaments. Sie vermischen sich weder mit denHonihoni noch mit den Muhammedanern, sondern heirathen stets unter sich^ Auch ihre Religionsbücher haben nichts mit den Schriften ihrer Umgebung gemein. Diese Unterscheidung faßt selbst die Schnurrbärte in sich, da sie dieselben nach einer anderen Richtung hin ziehen, als die Chinesen. Ich fragte sie, ob sie auch Confucius verehrten, fährt Gozani fort, woraus mir alle, selbst ihre Vorsteher, erwiederten, sie hielten es dabei wie die Gelehrten unter den Chinesen. **) Ihren verstorbenen Vorfahren erweisen sie im Herbste und Frühling dieselbe Ehre wie die Chinesen den ihrigen, jedoch legen sie diesen kein Schweinefleisch, sondern das von andern Thieren vor. Bei gewöhnlichen Feierlichkeiten bringen sie porzellanene Gefäße, gefüllt mit Backwerk und sonstigen Speisen, sowie mit wohlriechenden Stoffen in tiefer Ehrfurcht vor sie. „Ihr Alphabet besteht aus 27 Buchstaben, doch bedienen sie sich gewöhnlich nur 22."" Wahrscheinlich sind zu diesen 27 die fünf Doppelbuchstaben hinzugerechnet. (Fortsetzung folgt.) *) Mo auch nach Jerusalem zu, welches bekanntlich von Kai-fungfu westlich liegt. **) Diese Angabe stimmt mit der oben von Amioi mitgetheilten Sentenz der Jnscriptionen in der Synagoge überein; es wäre interessant zu erforschen, ob die Gelehrten Chinas auch die Aehntichkeit mit der jüdischen Religion strebten, oder ob die Juden Chinas, die unleugbar viele Mißbräuche in ihren Cultus ausgenommen haben, mit ben chinesischen Gelehrten wetteiferten. ) edifiantes, Bd. 7. S. 4—40.

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