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Der Israelit · 1867-10-10 · Heft 41-42 (10.10.1867) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 41-42 (10.10.1867)
Date
1867-10-10
Page
– (sequence 27)
Language
German
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725 auf dessen Siegesmärscken war und dieser öfters mit Jsskeliten zusammentraf, sogar nach der Aussage des Talmuds (Joma 69 a.) eine Zeitlang in Palästina sich aufhielt und den Juden wider den Willen der Völker sich günstig zeigte, so war nichts natürlicher als daß auch sein Schreiber die Israeliten und deren Einrichtungen dort genugsam kennen zu lernen Gelegenheit hatte. Ja man könnte daher der Vermuthung Raum geben, daß Eumenes selbst dem Besieger Asiens, auf besten Herz er einen großen Einfluß ausüble, beim Anblick des prachtvollen Tempels und der Lehr- und Bethäuser, wie sie zu jener Zeit in Israel geblüht haben, dringend ans Herz gelegt hat, dieses Landes und seiner Einrichtungen zu schonen. Wenn aber im Talmud eines ganz andern Umstandes erwähnt wird, durch den sie sich einer solch wohlwollenden Behandlung von Seiten des Siegers zu erfreuen hatten, so mag doch immer noch ein anderer äußerer Einfluß auf ihn eingewirkt haben, Judäas zu schonen. Man könnte demnach den Worten des Midrasch iDjDJ niDifici „Alle Völker haben sich, Israel zu stürzen, versammelt" vollkommen Glauben schenken, indem sie wahrscheinlich beeinflußt von den Samaritanern, den größten Feinden Israels, verwundernd fragten: warum Israel allein so gnädig von Alexander behandelt werde, während alle übrigen Völker mehr oder weniger seine strenge Obergewalt empfinden mußten. Denn welche waren wohl jetzt „alle Völker?" Sie waren nun sämmtlich säst Alexanders Scepter unterworfen! Sein anfänglich kleines Heer wuchs bei jedem neuen Siege einer Schneelawine gleich, indem jedes besiegte Land seine Mannschaften ihm zur Verfügung stellen mußte, und darum bestand seine Heeresmacht zur Zeit, als er nach Judäa kam, aus unzähligen Völkerschaften zusammengesetzt. Wohl mochten nun die Häupter dieser besiegten Völker sich an Eumenes, als den Vertrautesten Alexanders mit der Frage gewandt haben, warum sollten wir gerade der israelitischen Natron nicht beikommen können? Und dieser schrieb ihre Unüberwindbarkeit nicht anders als ihrem geistigen wie göttlichen Einfluste, in dem Bestehen ihrer wohleingerichteten Bet- und Lehrhäuser beim Anblicke des prachtvollen Tempels, zu Eumenes selbst aber, als der beständige Begleiter seines Fürsten in der Würde eines Schreibers verdankte aber gewiß auch die genaue Kenntniß der innern Einrichtungen und Institutionen Israels dem Dialoge, den Alexander nach der Erzählung des Talmud (Tamid 31 b. Ende) mitau ’Jpi den Weisen Israels geführt bat, als dieser ihnen zehn verfängliche Fragen vorgelegt hatte, um in ihre geistige Strebsamkeit tiefer einzugehen und ihre philosophische Bildung genauer kennen zu lernen. Und da diese zu Gunsten Israels ausfielen, so mochten diese auf Eumenes einen guten Eindruck gemacht, und ihm die Aeußerung entlockt haben, daß ein Staat, der solch göttliche und weise Männer zu erziehen sich die Aufgabe gestellt hat, bei solchen Bet- und Lehranstalten nicht leicht zu Grunde gerichtet werden kann. Daß aber diese nun ’jpi die israelitischen Weisen gemeint seien, obwohl nach Plutarch (im Leben Alexanders gegen Ende) auch ähnliche zehn Fragen an die Weisen Indiens von Alexander gerichtet worden sind, hat Asaria de Rossi in seinem unschätzbaren Buche rwa no« (Cap. 10) klar bewiesen. — Nun bleibt uns nach dem bisher Gesagten noch zu beweisen übrig, daß der im Midrasch vorkommende Name auch wirklich Eumenes zu lesen sei. Daß das "a sehr oft und namentlich bei den aus dem Griechischen stammenden Wörtern anstatt eines u sieht, dürfte jedem leicht einleuchtend sein, der nur einigermaßen mit der rabbiniichen Literatur vertraut ist. So steht beispielshalber dibdibdh für avTofiarog aus freien Stücken. Fürst in seinem Lehrgebäude der chaldäischen Sprache (§ 36) sagt ausdrücklich: „daher zeigt sich das "a in der Ausnahme vieler griechischer und lateinischer Wörter für das u. oder auch für das Digamma, welches erstere man schon damals wie w aussprach, z. B. «naon für ,7r;dc<i-ooc, «bann für vSqccvIic, ebenso Du\m für eityevqs u. f. w." Demnach heißt daher Orv'aax Eunemes, von dem die beiden letzten Silben nichts als eine Transposition für Eum en es sind, wie auch solche Transpositron sehr häufig und namentlich bei Namen, die größtentheils korrupt geschrieben, in diesen Schriften Vorkommen, wie nnx für Abazir der arabische Name eines berühmten Rauchwerks, wie dies aus Arach s. h. v. zu ersehen ist (Bergl. hierüber ausführlich Fürst Gr. § 54). ES steht daher nichts mehr im Wege, diesen DiDua« für unfern Eumenes zu halten.— (Schluß folgt.) Einige Nachen über die Inden in China. Gesammelt von Hirsch Orünebaum. Das was wir bis jetzt von den Juden in China wissen, ist uns durch Missionare, darunter franz. Jesuiten des 48. Jahrhunderts, zugebracht worden. Wohl dürfen wir uns nicht verhehlen, daß diese Quellen mitunter sehr unlauter sind, daß diese Herren die Thatsachen häufig aus den verschiedensten Ursachen entstellen, wie dieses die jüdische Tagesliteratur mehrmals nachgewiesen hat. Da wir jeooch vorerst noch keine besseren Quellen haben, so müssen wir dieselben eben benutzen und durch kritisches Vergleichen der verschiedenen Autoren uns das Beste entnehmen. Die älteren Missionäre hatten wohl Kunde von Juden*) in China, doch reichen die ersten Nachrichten, die nach Trigaud de exped. Siiiiea L. cap.l, 3.

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