Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 41-42 (10.10.1867)
- Date
- 1867-10-10
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bedeutung des Wortes hat zu den seltsamsten Conjecturen geführt. Grätz h c. wtä es NNt Sebastos identisiciren, was gewiß kaum denkbar ist. Herzfeld, Metrologische Voruntersuchungen, Jahrbuch f. d. Gesch. d. Juden, S. 106, Anm. hält es für eine Verwünschung, wie das nicht selten gebrauchte N'ött pw. Levy glaubt, Trajanus habe die im römischen Reiche kursirenden Silbermünzen, mithin auch die Jerusalem'schen, einzieben und wegen des dabei abfallenden Gewinnes umprägt n lassen und hält nb”» für „glätten, poliren". Demnach müßte man lesen die geglätteten Denare ff. Er stützt diese Annahme auf die vorangegangene Stelle: wpa P -ivx bv nnil 1DDD ’JSB arm *)DD hv TUüP .... Allein der Zusammenhang beider Stellen spricht gerade gegen diese Auffaffung. R. Oschajah sagt: „sie hätten gern alles S'lber und Gold der Welt beseitigt wegen des (vielleicht darin enthaltenen) Goldes und Silbers von Jerusalem". Hiegegen wird der Einwano erhoben, daß ja das Gold und Silber von Jerusalem gegen das der ganzen Welt nur eine verschwindende Minderheit sei? Hierauf verbessert Abaja, daß es keineswegs so gewesen, wie R. Oschia gesagt, sondern nur die hadriamschen Denare wollten sie beseitigen bw nyso \jdd. Hieraus geht sicherlich klar hervor, daß die Befürchtung, es könne in den umgeschmelzten Münzen Gold und Silber von Jerusalem enthalten sein, nicht der Grund war, weßhalb sie solche beseitigen wollten. (Vergl. Aboda sara 52 d.) Wir unsererseits finden gar keinen Grund, hier von der herkömmlichen Bedeutung abzuweichen. Daß abschleisen heißt, finden wir bestätigt B. Kama 98a. Daselbst sagt Naba: .... wan bv yaoo *\vrt a^ro non »iwn w'swa nb^it bax. „Hat er die Münze mit einem Instrument abgeschliffen , sie also in ihrem Volumen geschädigt, ist er zum Schadenersatz verpflichtet." (Nascht: n»»P, Ja lime, die Feile.) Und gerade diese Bedeutung des Wortes scheint in unserer Stelle am passendsten. Nach der Annahme von Grätz, daß Hadrianus Trajanus der volle Namen des Kaisers Hadrian war, liegt die Vermuthung nahe, daß dieser, nachdem er den kosibisch' N Aufstand niedergeworfen hatte, und bei seiner ohnehin bekannten großen Abneigung gegen die Juden alles Erdenkliche hervorsuchte, um diese zu demüthigen, und jede Erinnerung an das, was ihnen wertb und heilig war. aus ihrem Herzen zu reißen. Es ist daher wohl mehr als wahrscheinlich, daß er auch die Münzen aus jener Zeit, sowie alle, welche in Jerusalem gang und gebe waren, hat einziehen, das Gepräge abschleisen und" feinen Namen oder dem Aehnliches darauf prägen lassen. Den Juden aber, welchen das Herz an diesen heiligen Gegenständen hing, und die in diesem demonstrativen Verfahren sehr bald die eigentliche Absicht erkannten, sie zu verhöhnen und ihnen ihre Erniedrigung stets vor Augen zu Balten — den Juden mußten diese Münzen" nunmehr ein Dorn im Auge sein, und sie hätten sich des Gebrauchs derselben gern enthalten, bw nyaö wegen des (abgeschliffenen) Gepräges von Jerusalem, wenn ibnen dieß nicht eine zu große Verlegenheit bereitet hätte. Es mußte daher die Auslegung der Stelle Jech. 7, 22 L'Lms .-12 1*01 m^m über die Kalamität hinweghelfen p'v rwjn. Einiges jur Erklärung rabbinischer Wörter. Von Dr. Aron Hirschfeld. Wohl ist es nicht hoch genug anzuschlagen, was die neuere und neueste Zeit Großartiges auf dem Gebiete der Lexicologie in Betreff der Sichtung und Erklärung des Sprachschatzes, der in unfern heiligen Urkunden, in Talmud und Midraschim, niedergelegt ist, geleistet und noch zu leisten sich die Aufgabe gestellt hat. Aber trotz dem w viele und große Geister, die Heroen der Wissenschaft, die sowohl durch Alterthumskunde auf dem Gebiete der rabbinischen Literatur, wie durch gründliches Erforschen der Sprachschätze in der gelehrten Welt sich klangvolle Namen erworben, sich damit beschäftigen, durch tieferes Eingehen in dev zu erforschenden Sinn unserer Weilen des Studiums derselben durch ihre in dieses Fach einschlagende Werk uns zu erleichtern, indem sie uns so vieles Dunkle gelichtet, so manches Problem gelöset und so vielfach Schönes und Herrliches ans Tageslicht gefördert; so kann es doch nrcht geleugnet werden, das auf diesem Gebiete noch Vieles zu thun übrig bleibt und noch manche Nachlese gemacht werden kann. Denn ohnerachtet der vielen Wörter- und Hilfsbücher, die sich über das ganze Schriftthum des halachischen wie agadischen Gehalts des traditionellen Judenthums erstrecken, so stoßen wir darin noch immer ans mannigfache Dunkelheiten und Schwierigkeiten, die uns den Ruf mancher Stelle hypothetisch oder problematisch machen. Namentlich liegen noch viele Eigennamen oder für solche gehaltene Wörter in tiefes Dunkel gehüllt, die zum großen Theil entlehnt, korrupt und fehlerhaft geschrieben sind und daher dem Forscher bei deren Entzifferung große Schwierigkeiten bereiten. So sind mir neulich namentlich drei Ausdrücke und zwar: p'a« und wiya von denen der erste im Midrasch, die beiden anderen im Talmud Vorkommen, beim Studium der bezüglichen Stellen besonders als schwierig ausgestoßen. Vergeblich habe ich alle vorhandenen Wörterbücher aufgeschlagen, um geeigneten Aufschluß über dieselben zu erhalten Aber, obwohl ich sonst, io oft mir diese fraglichen Stellen zu Gesichte kamen, mich mit den gegebenen Erklärungen begnügte, so konnte ich mich jetzt bei