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Der Israelit · 1867-10-10 · Heft 41-42 (10.10.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 41-42 (10.10.1867)
Date
1867-10-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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705 da fühlst du dich heimisch, denn der Hausherr weiß ebenso gut Bescheid in Talmud und Midraschim, wie im Fabrikwesen. Auch kannst du eine Einladung zur Tafel getrost annehmen, denn das Hauswesen ist so fromm und die Familie so liebenswürdig, daß du beim Abschiede, wie ich, wünschen wirst tro» 'n Aus Lippe - Detmold. Mehrere Zeitungen berichteten unlängst von Langensalza eine Thatsache, welche gewiß auch für viele Leser Ihres geschätzten Blattes von Interesse sein dürfte. Der erwähnte Bericht lautet: „Im vorigen Jahre sind im hiesigen Lazareth zu Langem alza auch 2 jüdische hannoverschen Soldaten an ihren Wunden gestorben. Da dort keine jüdische Gemeinde ist, sind sie auf dem christlichen Friedhose begraben , wobei von hannoverschen Kameraden treffliche Worte der Anerkennung und religiösen Duldsamkeit gesprochen wurden. — Ein Antrag an den Landrabbiner vr. Meier in Hannover, sie ausgraben und auf einem jüdischen Friedhose begraben zu lasten, ist von demselben als dem Geiste des Judentums rviderspechend, abgelehnt worden» Vielmehr ist auf seine Veranlassung den beiden Soldaten, die zufällig an 2 aufeinander folgenden Tagen gestorben und neben einander begraben find, ein Leichenstein mit hebräischer und deutscher Inschrift gesetzt. Die letztere lautet: „Hier ruhen die hannoverschen Soldaten Jakob Driels aus Emden und Hermann Herzfeld aus Mühlenhausen, gestorben den Heldentod für^ König und Baterland in Folge ihrer Wunden in der Schlacht bei Langensalza." Die hebr. Inschrift hat denselben Inhalt. Das Monument ist vor einiger Zett gesetzt, sehr schön gearbeitet und hat die Anerkennung der langensalzer Behörden, als eine Zierde des Friedhofes erhalten." Schötmar. Joseph Oppenheimer, Lehrer. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. In der soeben erschienenen Schrift: „Zur Geschichte des Unterrichts der israelitischen Jugend in Wien" lesen wir Folgendes: „Als einCuriosum mag es betrachtet werden, daß im Jahre 1849 in der Schule zu St. Leopold in der Leopoldstadt eigene Judenbänke eingerichtet wurden. In Folge einer Beschwerde erließ der damalige Statthalter in Niederösterreich (30 November 1849) Folgendes: „Ich finde mich bestimmt, die k. k. Schulen Oberaufsicht aufzufordern, im geeigneten Wege nicht nur in der genannten Schule, sondern auch in allen übrigen, welche von israelitischen Schülern besucht werden, und wo eine ähnliche Unzukömmlichkeit bestünde, auf deren sogleiche Abstellung und auf die vollkommen gleichmäßige Behandlung der israelitischen Schüler mit den übrigen Schulkindern hinzuwirken." — Wohl entschied der damalige Unterrichtsminifter, Graf Thun, in Folge eine- Recurses, am 4. Dezember 1849 anders: „Die Anweisung eigener Schulbänke für die israelitischen Schüler kann für diese und deren Angehörige umsoweniger kränkend sein, als hierin keine Hintansetzung liegt, sondern es sich lediglich um eine Einrichtung handelt, welche eine Folge der von ihnen selbst beanspruchten Ausnahmen und Abweichungen von der allgemeinen Schulordnung ist." — Die öffentliche Meinung war jedoch stärker als der Unterrichtsminifter unddie Zhrdenbänke hörten auf." (Fremdenblatt.) Italien. □ Rom, im September. Der bekannte baufällige Triumphbogen des Titus soll wegen drohenden Einsturzes demnächst abgetragen werden. — Leider wüthet hier unter den Israeliten, die sich längst nach freieren, gesünderen Wohnungen sehnen, die Cholera stark, so daß bereits eine bedeutende Zahl von Todesfällen leider zu konstatiren ist. Der Papst hat deshalb, wie wir bereits mitgetheilt haben, 2000 Scudi vertheilen lassen. S&eitebiff. Ritter Z. Treves von Bonsili wurde vom Könige von Italien zum Reichsbaron mit der Erblichkeit in männlicher Linie ernannt. (Corriere Israelitico.) Aegypten. Alexandrien Der Oberrabbiner von Alexandrien, Herr Levi Deveale, hat den Myritz- und Lazarus- Orden erhalten. (Arch. Jsr.) Feuilleton. Des Königs ßidam. (Fortsetzung.) XV. War das eine Ueberraschung, als die Equipage des Fürsten durch die Wilnaer Judensiadt fuhr und vor dem stattlichen Hause Rabbi Menachem's stille hielt. Als nun gar der Fürst und die Fürstin mit Esther ausstiegen und von Rabbi Menachem geführt, in besten Putzzimmer traten, als dann Rabbi Menachem's Dnner die Rabbinen und Vorsteher in das Haus seines Herrn beschied, da kannte die Neugier keine Grenzen mehr; eine große Menschenmenge umstand das Haus, in dem die hohen Herrschaften weilten. Drinnen aber saßen der Fürst und die Fürstin, und neben ihnen stand Esther, die wieder ihre jüdische Tracht angelegt, ihr Haar bedeät und die Perlenbinde

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