Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1867)
- Date
- 1867-10-02
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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695 Haltens Unterstützung ganz und gar von Herrn Adams abhängig, so daß sie es nicht wagen können, öffentlich gegen denselben aufzutreten und haben darum den Aufruf nicht unterzeichnet." Der Aufruf ist vom Konsul der Vereinigten Staaten beglaubigt, an den die eingehenden Unterstützungsgelder geschickt werden wollen. Feuilleton. CTiDrjrft N'Z Gallerte -er Rabbiner. Erste Centurie. Von E. Carmoly. (Fortsetzung.) yen h:o, Erklärungen zum Mordechai, Ordnung Moad, erschien zu Amsterdam 1757 in 4°. Früher, im Jahre 1729, gab der dortige Drucker Joseph Dajan die ’iprpn, d. i. Commentar des R. Jomlob b. Abrahams aus Sevilla, zu Erubin, Tanit, Moed-Katon und Ketubot, nebst Zusätzen von R. Jesaia Levi Hurwitz heraus. Jesaia hatte auch seines Vaters nmun poy mit Anmerkungen von seiner Hand, zu Krakau 1596, in 4° edirl. R. Jesaia Levi Hurwitz war ein ausgezeichneter Gesetzlehrer; die Sammlung der Rechtsgutachtungen D'EQn '»y Truo am , mirv rva tuti rc. enthalten mehrere seiner Gutachten. Er war auch ein eifriger Anhänger der jüngeren Kabbala, besonders in seinen späteren Jahren, während er sich in seiner Jugend mehr mit den in den polnischen Schulen beim Talmudstudium üblichen Chilukim beschäftigte. Er bereute später die Zeit, die er zu dieser Lehrweise des Talmud verwendet hatte. (Siehe S. 141.) 21. pnw b&Byiff 'i R. Sabbatai Levi Hurwitz, vulgo R. Schef - tel, Sohn des berühmten R. Jesaias Levi Hurwitz, wurde im Jahre 1592 geboren und widmete sich dem Studium des Talmuds. Den ersten Unterricht erhielt er im elterlichen Hause; Vater und Mutter übten auf die Bildung seines Geistes und Herzens den woblthatigsten Einfluß aus. Im dreizehnten Jahre (1605) besuchte er die Schule des R. Moses b. Israel aus Lublin, genannt der Scharfsinnige. Dieser Meister des RabbinismuS fand in dem jungen Schüler so viele Anlagen, daß er ihn zu seinem Schwiegersohn bestimmte, und Alles ausbot, ihn zu einem tüchtigen Rabbiner auszubilden. Sabbatai überttaf die Erwartung und kaum 18 Jahre alt, galt er als ein vollständiger Gesetzeslehrer. Er heirathete die Tochter seines Lehrers und blieb mehrere Jahre bei ihm als Amtsgehilfe. Späterhin begab er sich nach Prag und studirte unter dem bekannten Darschan R. Ephraim Luntschütz das Predigerwesen, namentlich die agadischen Vorttäge. Auch in diesem Fache zeichnete sich R. Scheftel vortheilhaft aus, und nach dem Tode R. Ephraims und der Reise seines Vaters nach dem gelobten Lande, erhielt er das Predigeramt und war sechs Jahre hindurch Darschan in Prag von 162t bis 16.7. Im Jahre 1628 wurde er als Oberrabbiner nach Fürth berufen. Drei Jahre lang verwaltete er in dieser Gemeinde sein Amt zur allgemeinen Zufriedenheit; es wurde sehr bedauert, als er 1631 seine Stelle aufgab, um in Frankfurt a. M. das Rabbinat zu übernehmen. Hier war er ebenso angesehen wie sein Vater und wurde von drei Jahren auf drei Jahre immer gewählt, bis er 1641 zum Leidwesen der ganzen Gemeinde das Rabbineramt von Posen annahm, das durch den Tod des R. Moses Mendels erledigt wurde. Unter den Druck-Approbationen, die er in Frankfurt ertheilte, bemerkt man die, welche er im Jahre 1632 zu der lateinischen Ausgabe des Conciliadors von Menasseh Ben Israel gab. Drei der mmi R. Aaron b. Samuel (Düdelsheim), R. Joseph b. Pinchas Nordlingen (Hahn), und R. Simeon b. Jacob, fügten ihre Zustimmung zu der feinigen. In Posen verwaltete er sein Amt 18 Jahre hindurch. 16 8 wurde er als Oberhaupt des Rabbinats nach Wien berufen, wo er Freitag den 8. Nisan -±-0 (den 12. April 1660) das Zeitliche segnete- Er war 68 Jahre alt und hinterließ einen gelehrten Sohn, der ihn bei den Gemeinden Fürth, Frankfurt und Posen ersetzte, und eine Tochter, die mit dem R. Elia b. Benjamin Cohen vermählt war. R. Scheftel verlegte das Hauptwerk seines Vaters und schrieb dazu einen Traktat über Religion und Moral, in 6 Abschnitten, mit Herbeiziehung vieler ethischer und asketischer Aussprüche aus dem Talmud und den Midraschim. Dieses Werk, das den Titel: ohidj; m, die sechs Säulen, führt, erschien in Amsterdam 1648, in Folio. Eine andere Schrift: nNmr, Testament betitelt, enthält Ermahnungen an seine Kinder und Nachkommen, und wurde erst 1701. mit dem Werke seines Großvaters Abraham Levi Hurwitz: in Amsterdam gedruckt. Im Jahre 1<29 wurden die *tHTn N*:)Dnn zum Talmud, zu den Traktaten Erubin Tanit, Moed-Katon und Ketubot in derselben ^>tadt, nebst feinen und seines Vaters Zusätzen herausgegeben. Studiren und gottgefällige Werke waren wie bei seinem Vater die Hauptbeschäftigungen seines Lebens. Er verfaßte ein großes Sündenbekenntniß. Auch theilte er mit seinem Vater die Abneigung gegen Pilpul und Chiluk, wie aus seinem DH'.oy 'n, Seite 9, ersichtlich ist.