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Der Israelit · 1867-10-02 · Heft 40 (2.10.1867) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 40 (2.10.1867)
Date
1867-10-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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693 hältmß zwischen den christlichen und jüdischen Einwohnern. Dem Radd. Dr. Lob gab er insbesondere das Versprechen, möglichen Falls die Synagoge besuchen zu wollen. Diesem Versprechen kam er Montag Nachmittags nach. Vor der Synagoge wurde er von dem Herrn Rabbiner, den Cultus - Verwaltungsmitgliedern und dem sämmtlichen Lehrerpersonale empfangen. In der Synagoge angelangt, begab sich Seine Königliche Hoheit sogleich zum ttmpn jm, ließ denselben öffnen, besichtigte die min nso, worauf dann Herr Dr. Lob ein paffendes Gebet für den Landesvater, für den anwesenden Prinzen und für das ganze königliche Haus verrichtete, welches der Prinz andachtsvoll anzuhören geruhte, und wovon er sichtlich gerührt war. Er erkundigte sich sodann genau nach der Zahl der hiesigen israelitischen Einwohner und deren Verhältnisse, nach mehreren jüdischen Ceremonien, namentlich nach dem Trauungsvoüzug, sowie nach der Deutung mehrerer in der Synagoge angebrachter hebräischer Verse. Nach etwa halbstündigem Aufenthalt verabschiedete er sich unter Händedruck vom Herrn Rabbiner, dem er seine besondere Befriedigung über Alles ausdrückte. Abends veranstaltete der jüdische Gesangverein „Zion", gemeinschaftlich mit der hiesigen Feuerwehr, bei illuminirten Häusern eine Serenade nebst Fackelzug, worüber der Prinz sich zu dem zu ihm beschiedenen Vereinsvorsteher, Herrn Anselm Hirsch und dem Vereinsdirrgenten, Herrn Cantor Stark, höchst wohlgefällig äußerte, und wiederholt seinen Dank und seine huldvolle Gesinnung für Jchenhausen und dessen Bewohner ohne Unterschied der Confession zu erkennen gab. Daß der tiefe confessionelle Friede, der hier, Gott sei Dank, herrscht, nur dadurch gefördert werden konnte, ist selbstverständlich. Möge es immer so bleiben. ‘•pmJD-ito nftff "p’ro oft» "tp Möge Gott, der Herr, Bayerns Fürstenhaus unter Seine heilige Obhut nehmen, zum Segen und Gedeihen des Vaterlandes und seiner Bewohner. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 2t. Septbr. Der Verfassungsausschuß nahm in seiner heutigen Sitzung den vom Subkomitö vorgelegten Entwurf eines Staatsgrundgesetzes über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger für die im ReicbSrathe vertretenen Königreiche und Länder in Berathung. Bei Artikel 3., dessen 1. Alinea nach dem Entwürfe des Subkomite'S lautet: „Die öffentlichen Aemter sind für alle dazu Befähigten gleich zugänglich," beantragte Abg. Kurand a die Streichung der Worte „dazu Befähigten" mit Hinweisung auf den Mißbrauch, der von diesem Beisatze z. B. in Bezug auf die Israeliten gemacht werden könnte. Nach einer kurzen Diskussion wurde dieser Antrag angenommen und somit dieser Beisatz gestrigen. Bei Artikel 6. erklärte Abg. Tom an, daß es rückstchtlich des Landes Krain wünschenswerth wäre, daß noch einige Zeit vornbergehe, um die Kramer für die künftige Besitzfähigkeit der Juden vorzubereiten und berief sich in der Begründung dessen auf das Privilegium des Landes Krain, wonach den Juden dort die Ansässigkeit nicht gestattet ist. Allein dieses Alinea, wonach jeder Staatsbürger an jedem Orte des Staatsgebietes seinen Aufenthalt und Wohnsitz nehmen, Liegenschaften jeder Art erwerben und über diese frei verfügen, sowie unter den gesetzlichen Bedingungen jeden Erwerbszweig ausüben kann, wurde unverändert angenommen. Cisenstadt, im Elul. Unser allverehrter und weltberühmter Rabbiner, Herr l)r. Hildesheimer, kehrte nach sechswöchentlicher Abwesenheit — er hatte eine Badereise gemacht und zugleich seine hochbetagte Mutter 'nty und seine übrigen Verwandten in Deutschland besucht — zu uns zurück. Um ihn würdig zu empfangen, war an dem Eingänge der Straße, in welcher das Rabbinatshaus sich befindet, eine prachtvolle Ehrenpforte errichtet und alle Häuser der erwähnten Straße waren aufs Schönste mit Blumen verziert. Abends wurde von den 95 Schülern der Jeschibah dem geliebten Lehrer ein Fackelzug gebracht. Auch die christliche Bevölkerung bethekligte sich an den Empfangsfeierlichkeiten aufs Lebhafteste. Unter ben Anwesenden, die mit großer Theilnahme der begeisterten Ansprache des Rabbiners lauschten, bemerkte man auch den Eommandanten des Cadettenhauses mit seinen Zöglingen. Brünn. In Folge einer Anordnung des Ministeriums für Cultus und Unterricht wurde zur Regelung des hebräischen Unterrichtes in der Volksschule eine Conferenz von israel. Schul- und Religionslehrern, Rabbinern und Gemeindevorständen Mährens in Aussicht gestellt. Diese Conferenz wird nun am 30. und 31. October l. I. in Brünn stattsinden. Aus Szerdahely geht uns eine die in Nr. 35 d. I. enthaltene Mittherlung betreffende Berichtigung zu, nach welcher sich die min von der erwähnten ntsm des betreffenden Universitäts - Studenten nicht deßhalb fernhielten, weil sie von einem Studenten gehalten wurde; es haben sich dieselben aus sonstigen Ursachen, die zu erwähnen wir nicht für nöthig erachten, bestimmen laffen, den Vortrag nicht zu besuchen. Italien. Nom. Die neueste Volkszählung ergab, daß in Rom unter 210,700 Einwohnern 4650 Bekenner des jüd. Glaubens und 457 nichtkatholischen Christen wohnen. B. »

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