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Der Israelit · 1867-10-02 · Heft 40 (2.10.1867) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 40 (2.10.1867)
Date
1867-10-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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692 bild zum Guten gebracht worden! — Das Alles bedenke der Lehrer wohl! Er kann viel, sehr viel Gutes durch Charakterstärke wirken. „Wenn auch nach und nach — so kommt der Segen sicher langsam und gemach." — Der Lehrer sei 4) fleißig und emsig. Wenn ein Lehrer bei dem stehen bleiben wollte, was er vielleicht im Seminar gelernt — so wäre das weit gefehlt! Das Leben macht größere Ansprüche. Die Welt schreitet fort und die Weisheit nimmt zu. Der echte Lehrer verbringe seine Zeit nicht mit p'rn “?an eitlen und unnützen Sachen, sondern er suche seine Kenntnisse, so viel in seinen Kräften steht, zu erweitern; er halte ein gutes, wissenschaftliches jüdisches Blatt, (deren es ja in der jetzigen Zeit so manche gibt: z. B. „Israelit" „Jeschurun" u. s. w.), um zu sehen, wie es in der Welt hergehe, welche Fortschritte gemacht und welcher Segen durch diese schon gestiftet ward. Vor allen Dingen beherzige er die Worte der Alten: „Rspetitio 68t mater studiorum,“ — oder ein Wörtlein von dem größten Dichter Deutschlands — von Göthe: „Was verkürzt mir die Zeit? Thätigkert! „Was macht sie unerträglich lang? Müßiggang! „Was bringt in Schulden? Harren und Dulden'. „Was macht gewinnen? Nicht lange besinnen! Zum Schlüsse noch bemerke ich, daß 5) der Lehrer Herr feines Faches sei. Nur der wissenschaftlich gebildete Lebrer ftehl in Achtung sowohl bei feinen Kindern, als auch bei seiner Gemeinde und seinen Behörden. Die Jugend hat ein sehr feines Gefühl für alle Schwachen des Lehrers und merkt gar bald, ob er in diesem oder jenem Fache gut beschlagen sei — ober nicht. Der Lehrer fei — wie schon im Worte liegend — ^Reiftet ferner Schule. Und erst bei der Gemeinde? — Viele Gemeinde - Mitglieder wissen nur zu bald — umsomehr, wenn sie ziemlich „lernen" können — ob der Lehrer dazu geeignet, einen richtigen mjrty zu Utnen, leiste Casualsragen zu beantworten — oder nicht. Wie glücklich muß sich nun ein Mann fühlen, der über seiner Gemeinde steht hinsichtlich seiner Kenntnisse, besonders des Hebräischen! — Mit welcher Achtung wird von ihm gesprochen werden. Wie wird Alles und Alles dazu' beitragen, ihm seine Lebenstage zu versüßen! Und wie steht es dagegen mit dem pan ny — Ignoranten? Er dient zum Gelächter und Gespülte der Gemeinde. Jedes noch so ungebildete Gemeinde- Mitglied wird ihn zu corrigiren suchen — sei es beim Vortrage in der man oder beim Bortrage aus der min; denn einem solchen Lehrer fehlt der geistige Hebel, der ihn über die Gemeinde setzt. „Gut verloren, etwas verloren, „Mutzt rasch dich besinnen und neues gewinnen; „Ehre verloren, viel verloren, „Mutzt Ruhm gewinnen, da werden di« Leute sich anders besinnen. „Achtung verloren, Alles verloren! „So war es besser, gar nicht geboren! Der Zweck dieses kleinen Aufsatzes ist und soll kein anderer sein, als zu zeigen, welche Vorsicht Seminar-Directoren nöthig haben und anwenden müssen bei den ihnen anvertrauten Seminaristen. Daß sie nämlich besonders ihr Augenmerk zu richten haben auf die jüdischen Fächer, welche den jüdischen Lehrern vor allen Dingen nöthig sind. Mögen auch einige sogenannte „Fortschrittsmänner" ihr Mordio über Verdummung, Orthodoxie u. s. w. schreien, das thut nichts zur Sache. Endlich siegt doch Wahrheit und Tugend. Denn: am .nun na*^> a'awa ’jn .a'a'awa am a'awa ’j« »a'bap am bay »o^oa Dna-ft a’aDtpa Hai “Dt? wbapa DJ’W aDay am oa» dapai bay Schötmar, den 16. September. Joseph Oppenheim, Lehrer. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Aus Württemberg. (Durch Zufall verspätet.) Ms Seine Majestät der König Anfangs Sommers bei einer Rundreise durch das nördliche Württemberg einige Zeit in Weikersheim verweilte, versammelten sich zu Allerhöchftdeffen Empfang auch die Geistlichen der verschiedenen Confesstonen. Seine Majestät geruhten außer dem Dekan und dem ältesten Pfarrer auch den Rabbiner, Herrn vr. Heilbronn, zu sich zu befehlen. Der König unterhielt sich angelegentlich mit demselben und erkundigte sich aufs Wohlwollendste nach dem Zustande der Israeliten des betreffenden Bezirks. Jchenhansen, 18. Sept. Vorige Woche hatten wir die Ehre, von den Prinzen Luitpold und Otto, Bruder und Onkel des regierenden Königs Ludwig Hv die zu dem hier stattfindenden Manöver der königl. Truppen hierhergekommen waren, besucht zu werden. Letzterer (der Sonntag früh hier ankam und bis Montag Vormittag dahier verweilte) nahm sein Absteigequartier bei Herrn Banquier Heilbronner, dem er auch die Sorge für seine Tafel übertrug, eine Ehre die gewiß selten einem Israeliten Bayern's zu Theil wird. — Prinz Luitpold hingegen war schon Samstag Vormittag eingetroffen, und empfing Sonntag Vormittags die Gemeindebehörden sowie den Herrn Pfarrer und den Herrn Rabbiner. Der Prinz ließ sich einzeln die Persönlichkeiten vorstellen und erkundigte sich huldvollst nach den Gemeinde-Institutionen, nach dem Ber-

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