Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1867)
- Date
- 1867-10-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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685 in. JnAmerika (750,000 OM.u. 65,000,000 E.) 60.000 j. E. IV. JnAustralien(182,000OM. u.4.000,000 E.) 5000 Israeliten. V. In Europa (180,000 OM. u. 266,000,000 E.) 2,984,150 Israeliten. Hiervon kommen auf Rußland 1,200/ 00 Isr.; auf Großbritanien 36,000; auf Frankreich 80,000; Italien 60,00°; Türkei u. Griechenland 300,000; die Schweiz 3000; Belgien 2000; Holland 60,000; Dänemark 6000; Schweden und Norwegen 1000; Oesterreich 800,000; Preußen (ohne Polen) 246,000. Hiervon kommen auf die Rheinprovinz 33,400, Westphalen 16,500, Prov. Sachsen 6000, Brandenburg 26,500, Pommern 12,000, Prov. Preußen 36,500, Posen 75,000, Schlesien 38,000. Bayern60,000; Hannooerl 5,000; Württembergl2,000; Königr. Sachsen 1600; Baden 25.000; Kurhessen 10,000; Großh. Hessen 30,000; Hess.-Homburg 1000; Nassau 7000; Mecklenburg Schwerin und M.-Strelitz 4000.; Oldenburg 1500; Braunschweig 1500; Thüringen 4000; die anhaltischen Herzogtbümer 3000; die Fürftenlhümer Lippe und Waldeck 1000; Luxemburg, Limburg und Lichtenstein 1000; die Fürsten- Ihümer Hohenzollern-H. und H.-Sigmaringen 2000; Holstein-Schleswig und Lauenburg 2500; die ^reistadt Hamburg 12,000; Frankfurt 9000; Bremen und Lübeck 150 jüd. Einwohner. Also Summa Summarum: 5,484,000 pS’ pi ro-p p. Schötmar, den 20. September. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. München, 11. Sept. Die Administration der israel. Cultusgemeinde zu München hat folgenden Aufruf an alle israel. Gemeinden Bayerns erlassen: „Den bayerischen Israeliten ziemt es, bei der Festfcier, die im October d. I. stattfinden wird, den Gefühlen ihrer Anhänglichkeit an Seine Majestät des Königs von Bayern freudigen Ausdruck zu geben. Wenn wir einen Blick auf die Erlebnisse der jüngst verflossenen zwei Dezennien werfen, so begegnen wir vielfach den wohlthätigen Einflüssen, welche die bayerische Staatsregierung unter dem höchftseligen König Maximilian II. zu Gunsten der Israeliten geltend machte Der Schutt von Jahrhunderten wurde hinwegzuräumen begonnen und die Regierung Sr. Majestät dcs Königs Ludwigs II. setzt, so zeigen die Verhandlungen in den verschiedenen Gesetzgebungsausschüssen ihre Kraft daran, die letzten Reste zu beseitigen von jenen Fesseln, die das Judentum in vielfacher Hinsicht belästigten und zum Theil noch hemmen. Dankbar dieses anerkennend, wollen wir nicht die letzten sein unter den vielen öffentlichen Corporationen und Geselljchaftcn, die zur Dermählungsfeier mit ihren guten Wünschen erscheinen. Es handelt sich bei uns nicht um eine einzunehmenden Sonderstellung, sondern um den Dank, den der derzeitige Lenker der Regierung dafür, daß er vollendend das von seinem böchstseligen Vater begonnene Werk, diese unsere Sonderstellung aufzuheben bemüht ist. Indem wir nun, die Administration und der Ausschuß der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, uns mit der Frage beschäftigten, in welcher Weise wir zu der Feier des königlichen Vcrmählungöfestes beizutragen vermöchten, fanden wir keinen passenderen und unseren freudigen Gefühlen gleichwie den Intentionen des neu zu vermählenden hohen königl. Paares entsprechendern Akt als die Gründung eines bayerischen öffentlichen Waisenhauses, aus Veranlassung und zur Feier des königl. Ehrentags Jenen armen Kleinen, für die der Mutterliebe zarte Sorge und des Vaters ernster Blick nicht mehr wacht, sie sind in Bayern häufig dem Zufalle preisgeftellt und kein wohlrhätigcs Haus bietet den armen israelitischen Waisen eine sichere Stätte der Unterkunft und der Fürsorge für leibliches und geistiges Gedeihen. Denn die einzige in Bayern bestehende Institution dieser Art — die israelitische Waisenanstalt in Fürth — schließt grundsätzlich das zunächst hilfsbedürftigste weibliche Geschlecht ganz aus und ist statutenmäßig zunächst für die Aufnahme von Waisenknaben aus Fürth bestimmt. Dagegen soll die zu gründende Anstalt mit Rücksicht auf das in Fürth bestehende Waisenhaus vorerst für bayerische israelitische Mädchen und in zweiter Reihe bei ausreichendem Fond auch für bayerische israelitische Knaben bestimmt sein. Thatsächlich ist im Augenblicke nach einer Zuschrift der Administration der israelitischen Waisenanstalt in Fürth vom 23. v. M. allen an dieselbe gelangten Aufnahmsgesuchen Berücksichtigung zu Theil geworden und haben zur Zeit 13 auswärtige israelitische Knaben in derselben Aufnahme gefunden, so daß das vorgeschlagene Eventualverhältniß hierdurch sich rechtfertigt. Bei der Erwägung über die Mittel und Wege zur Erreichung des angestrebten Zieles ergab sich die Frage, ob nicht etwa die großen bayerischen Gemeinden zur Notirung größerer Beträge als Gründungskapitalien angegangen werden sollen. Man fand jedoch diesen Weg für den weniger geeigneten. Nur die Wohlchätigkeit oller Einzelnen, an welche im Wege der Collecte die Aufforderung zur Beisteuerung ergeht, verspricht einen ganz bedeutenden Fond zu liefern. Möglich, ja sogar wahrscheinlich aber würde die Inanspruchnahme der Gemeinde als solcher störend