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Der Israelit · 1867-10-02 · Heft 40 (2.10.1867) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 40 (2.10.1867)
Date
1867-10-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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684 es verleiten wollen, gerade diejenigen Gesetze Gottes zu verletzen, die dem menschlichen Verstände nicht sofort einleuchten (crpin), so muß der Wille, der ernste, feste, unerschütterliche Wille eintreten, und eS bezwingen das widerspenstige Herz. apy TPn rnw m’bj „Ich habe gezwungen mein Herz, zu volhiehen Deine (mir unbegreiflichen) Gesetze; für die Ewigkeit ist der Lohn." Und wie das Herz, so muß der Mensch auch Auge und Ohr gewöhnen, daß sie nur das Gute, Edle zu schauen und zu hören verlangen, und sich verletzt abwenden von dem Schlechten, Sittenlosen. Und wann die Verführung dich verlocken will mit anscheinend unwiderstehlicher Macht, so gedenke des Tages, an welchem dahinschwindet der eitle Glanz des Irdischen, an welchem erstirbt der Flitter alles Deffen, was uns lockt hier auf Erden, an welchem aufhört jedweder Geürch,; an welchem zu Ende ist die Freude am Besitz, ü'n wel-; chem der Mensch zurücklassen muß alle Re'ichthü'Mer und Lebensfreuden: gedenke des Todestages, und schwinden wird das Lockende der Sünde — es wird nicht mehr im Stande sein, dein Auge zu blenden, dein Ohr zu berauschen. Und wie Auge und Ohr, so muß der Mensch auch Hände und Füße seinem Gotte zu heiligen wissen, daß die Hand es lerne, sich aus^ustrecken stets, wann es gilt, das Gute zu vollbringen, daß sie aber sich zurückziehe immer vom Schlechten, daß der Fuß hinerle zur Erfüllung von Gottesgeboten, aber zurückschreite, wo als Ziel das Böse wrnkt. — Der Mensch aber, der also gelernt hat, auf sich zu achten, sich selbst in seiner Gewalt zu haben, der soll nicht nur für sich allein, er soll auch für Andere leben; er soll vor Allem seine Kinder hinlenken auf den Weg des Guten, dann aber auch seine Mitmenschen ermahnen, warnen, anfeuern, jenachdem er sie auf guten oder bösen Wegen findet. Verpflichtet uns hiezu das Gottesgesetz schon, so liegt es auch in unserm eigensten Interesse; denn wer wird wohl so characterlos sein, vor Vergehungen zu warnen, die er selbst begeht, oder Tugenden anzuempfehleü, die er selbst nicht übt? Da müßte der Mensch sich ja vor sich selber schämen; denn unter allen Menschen ist der Heuchler der Verächtlichste. Aber der aufrlchtige, wohlmeinende Mensch, der Andere mahnt und warnt, kann sicher selbst nicht der Sünde verfallen, vor der er Ändere zu behüten strebt; schon der Gedanke an die Verachtung von Seiten seiner Mitmenschen wird ihn davor bewahren. Wenn nun auch die Meinung cher Mitwelt ein großer Hebel in Bezug auf unser Thun und Lasten ist, so müssen wir doch danach streben, daß diese allein für uns niemals maßgebend wird. Im Gegentheil, wir müssen uns benmhen, daö Gute nur um seiner selbst willen zu thun und das Böse nur um seiner selbst willen zu meiden; denn oft wird der Mitmenschen Lob Solchem zu Theil, waS vor Gottes Richter - stuhl nicht besteht», und ebenso häufig schelten die Menschen den einen Thoren, der Gottes Gebot zur Richtschnur seines Handelns macht, und „besser ist's, sein Leben lang in den Augen der Menschen ein Thor zu sein als auch nur eine Stunde vor Gottes Angesicht als Bösewicht zu erscheinen". Gottes Angesicht! vor Ihm stets zu weilen, zu wissen, daß Gott uns stets hört und sieht, sich Seiner Gegenwart stets bewußt sein — das ist der Talisman, der die Sünde immer und immer überwindet, das ist das untrügliche Mittel, stets fromm zu sein, stets edel zu handeln, stets aufrichtig zu sprechen, stets wahr zu denken, o’osy yvyn bv 'mm, dann werden geschehen alle deine Thaten in reiner, Gottgefälliger Absicht. Du bist uns nun, lieber Leser , seit einer Reihe voll Wochen gefolgt aus die Wege der Löschubah, der Rückkehr zu Gott, auf die wir dich hingewiesen haben; wir haben dir nachzuweisen versucht die Rothwendigkeit der Rückkehr, wir haben dir gezeigt, wie wir uns zur Rückkehr erwecken, in welcher Weife wir dieselbe bewerkstelligen und wie wir dank auf dem Wege der Tugend und Gottesfurcht beharren sollen. Mögen wir also vorbereitet dem Versöhnungstage entgegengehen und an ihm Verzeihung und Sühne erlangen non unserm allgütigen Vater im Himmel. wriNttn toö cdh« -lnD^ ->82' mn cn'2 '2 nnon 'n „Denn an diesem Tage wird er euch sühnen, euch zu reinigen., von allen euren Sünden vor Gott sollt ihr rein werden!" — Statistische Nöthen in Bezug auf Anzahl und Vertheilung der jetzt auf der Erde lebenden Israeliten, nach den neuesten Quellen zusammengestellt von Joseph Oppenheim, Lehrer. I. In Asien leben bei einem Flächenraume von 800,000 Ol. unb einer Einrvohnerz. von 650,000,000 Menschen etwa 800,000 Israeliten. Hiervon kommen auf Persien 2< >,000 jüd. Familien; auf Chma 600 j. F.; auf Palästina 35,000 j. F. u. s. w. II. In Afrika (550,000 □'!. u. 266,000,000 E.) 1,635,000 Israeliten. Hiervon kommen allein auf das sogenannte Kaiserreich Fez und Marokko 15,000. j. F. Hiervon leben in Tanger 700; Zetuan 3000; Mequiitej 800; Fez 2500; Marokko 2000; Rabat 1000; Mogador 1100; Abkaqar 300; Azila 200; Larach 250; Azamor 240 u. s. w.

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