Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1867)
- Date
- 1867-10-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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VIII. Jahrgang. M «« Dick Israelit. ■ - E i n Gentrat - HrgM für das orthodore Iudenthum. Herausgegeben von V» Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2. October 5628 (166 7). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Sogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate li/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. öftere. an die Expedition franco emzusenden. BV Wegen des h. Versöhnungstages erscheint die nächste Nummer Donnerstag, den 1v. October. Inhalt: Leitende Artikel: Teschubah. — Statistische Notizen. — Zeitungsnachrichten und Corresponvenzen: Deutschland: München. Aus dem Ries. Lübeck. England: London. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Des Königs Eidam. Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Welche Anforderungen smd an einen guten jüdischen Lehrer;u stellen? — Zeitungsnachrichten und Corresponvenzen: Deutschland: Aus Württemberg. Jchenhausen. — Oesterr. Kais erst.: Wien. ^Eisenstadt. Brünn. Aus Szerdahely. — Italien: Rom. — Donaufürstenthümer: Bukarest. — Rußlandu. Polen. — Palästina: Jerusalem. Jaffa. — Feuilleton: e'Mfti 7D Gallerte der Rabbiner. Leitende Artikel. Teschubah. (Schluß.) IV. Mainz, den 23. September. Damit der Mensch auf dem Wege der Besierung beharre, ist es notwendig, daß er nicht nur allgemeine Entschlüsse faste, sondern daß er diese auch imBesondern und Einzelnen durchführe; wir wollen deßhalb das Wesen des Menschen, wie die Seele sich durch den Körper äußert, im Einzelnen betrachten. * Wir beginnen mit der Sprache, der ersten Vermittlerin des Geistigen für das Irdische. So unendlich groß die Wohllhat der Sprache ist, so wird doch mit ihr am Meisten Mißbrauch getrieben. Sie ist dazu da, das Gute, Wahre und Schöne zu verkünden und wird mißbraucht zu Lüge und Verleumdung, zu Schmeichelei und Hkuchelei, zu zweideutigen und! unanständigen Reden. O, mein Bruder, heilige deine 1 Zunge deinem Gotte urck faste den festen Entschluß, j daß fiiroer kein Wort deine Lippen überschreite, das du nicht vor deinem Vater im Himmel verantworten kannst. Wohl ist es schwer, einen solchen Entschluß auszuführen! Ist es doch vielcn Menschen zur Gewohnheit geworden, die Fehler ihrer Freunde und Bekannten zum fast ausschließlichen Gegenstände ihrer Unterhaltung zu machen! Und doch ist die Sünde der Verleumdung so groß, und dcch ist es so sündhaft, sich selbst heben zu wollen durch die Schmach des Nebenmenfchen! Ader ein ernster Wille vermag selbst die zur zweiten Natur gewordene Gewohnheit zu besiegen. Der mächtigste Hebel für unser Thun und Lasten ist das Herz. Die Neigung des menschlichen Herzens ist dem Böien zugewandt; aber es ist uns unter göttlichem Beistände möglich, die Neigung zum Bösen zu unterdrücken und unseres Herzens Wünschen lediglich dem Guten zuzuwenden. Wenn wir die Gotteslehre machen zum Gegenstände unsres Denkens, zur Richtschnur unsrer Gefühle, dann gewöhnt sich das Herz, sein Sehnen und Wünschen in ihr und nach ihr zu gestalten. non ob }WV o obiy1? ”)nny »rfrru „Ich betrachte als Erbtheil deine Zeugnisse für die Ewigkeit, denn sie sind die Wonne meines Herzens." sagt der Psalmist. — Sollte aber zu mächtig sein der Trieb zum Bösen und diese edle Gewöhnung hemmen oder trotz ihrer sich des Herzens bemächtigen wollen,