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Der Israelit · 1867-09-25 · Heft 39 (25.9.1867) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 39 (25.9.1867)
Date
1867-09-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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678 talmudischen Citaten und Schiurstubenwitzen zu brilliren und den, dem Talmubstudium mit Fleiß und Anstrengung obliegenden, für dessen Verbreitung sowie für die Erhaltung der Religionsgesetze sich aufopfernden Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer zu verdächtigen und in Schatten zu setzen. Es gelingt dem Pseudonymus wohl in Wort und Ausdruck, den Orthodoxen zu affectiren, aber der orthodox schreibende Neolog, welcher die Gründung eines Sabbatvereines als eine dem Geiste des Talmuds zuwiderlaufende bezeichnen will, beweiset genugsam, wie wenig Witz und Gründlichkeit er aus der Schiurstube geholt, und daß es ihm eben so schlecht ansteht, sich als Orthodoxen zu geriren, wie eS unmöglich ist, dm Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer als Sabbatentwkiher darzusiellen. Der Verfasser dieses famosen Libells gibt das Princip eines solidarischen Einstehens für einander im Judenthum zu , will dieL aber nur auf die mit der Gewalt zur Verhütung einer Gesetzesübertretung Bekleideten beziehen, und weil Rabbi Eleazar b. Azaria keinen Sabbatoerein gebildet, um für die Kuh seiner Nachbarin hinreichende Entschädigung zu verschaffen, „ist klar und unzweifelhaft bewiesen, daß unsere Schriftgelehrten von Sabbatvereinen nichts wissen wollten". Welche ein effectmachender Ausfall, welch' ein gewaltiger, talmudische Belesenheit und sprudelnden Wtz bekundender Angriff, der um so wirksamer und unabwendbarer ist, als vorher der Ausipruch des Gaons R. Moses Sofer V'si „Es gäbe keine Frage oder Schwierigkeit auf dem Gebiete der Halacha, deren Lösung und Beseitigung nicht im Talmud zu finden," als schützende Barrckade aufgestellt wird. Nun, ihr frommen Talmudgelehrten in Israel! ihr staunet und findet keine Worte einer solchen grenzenlosen Anmaßung, einem solchen «giiai F)nn gegenüber? Auch meiner Feder soll kein entgegnendes Wort entfließen, denn ich müßte es erst lernen, solche eine Unwissenheit genugsam darzulegen, solche eine Anmaßung hinreichend zu bestrafen. Schonungslos alle Schranken niederreißend fährt der Schreiber dieses Schmähbrieses in aggressiver Weise fort und macht den ehrw. Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer verantwortlich für die Sabbatenlweihung in seiner Gemeinde durch die sich frisirenden jüngern Damen. Der Herr Redacteur des „B. Chan.", der es so wohl versteht , mit den Köpfen der Jugend umzuspringen, möge es denn versuchen, den jüngern Damen unfnsirte Köpfe aufzusetzen oder ihre eigenen unsrisirt zu erhalten. Ich meinerseits halte es für eine Aufgabe, bei der man — sprichwörtlich genommen — eher den eigenen Kopf verlieren kann. Doch auch damit noch nicht zufrieden, ersteigt der Herausforderer den höcdsten Gipfelpunkt seiner schändlichen Anklage und beschuldigt den Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer, daß der Sabbat in seiner Gemeinde allgemein durch die bei sabbatlichen Spaziergängen getragenen Ohrringe in den freigehaltenen Ohren, und persönlich durch ihn durch einen am Freitag auf die Post gegebenen Brief und durch Einnahme einer Arzenei gegen Wechselfieber am Sabbat entweiht wird. Wahrlich, als Erfinder neuer Dnnn hat sich der Herr Redacteur des „B. Chan." schon bei Abfassung mancher Gutachten bekundet; daß derselbe aber auch nach eigener Willkür neue DniD'K erdichten kann, hat seine Großgelahrtheit erst bei dieser Gelegenheit bewiesen; denn im O. Ch. 303. 8 steht ausdrücklich, der mont bei freigehaltenen Ohrringen findet nur dann statt, o&q DN’snn> Tim «ovi, ebenso findet sich im O. CH. 247, 1 ausdrücklich die Zulässigkeit, Briefe am Freitag auf die Post zu legen Ni.1V 'VPff Nim NHD3 INI ’D p '8 r.Dirb TD°n dvq; und endlich im O. CH. 327, 7 gibt selbst der bei nmp keinen nat? erlaubende fiü zu, daß die Fieber verschiedenartig und bei manchen N2V t>ttn angezeigt sei. Der Ankläger im „B. Chan." sagt aber überhaupt nicht, — obschon er's aus Gefälligkeit sicherlich nicht verschwiegen hatte — daß für den Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer am niV Arzeneien bereitet worden, sondern er habe nur Arzenei eingenommen und dies zu den rap niD\s* zu zählen, hierin einen rot? zu sehen, kann doch Niemandem in den Sinn kommen. Aus all dem ist die Böswilligkeit des Verdächtigenden, die Grundlosigkeit von dessen Anklagen ersichtlich, und sträubt sich unser Rechtsgefühl und empört sich unser Innereres ob solch' unerhört tückischer Verleumdung, so erhebt sich wieder unser Herz, ob der sich kundgebenden Allgnade Gottes und der Bewährung des Ausspruches ':m 'n rmnzi in« D'dV' 1’3’iN Di V'N, denn die anerkannte Characterreinheit, die anerkannte Religiösität und die umfassende talmudische Kenntniß eines Dr. Hildesheimer kann durch solche Anklagen Nicht in Abrede gestellt, ja nicht im Entferntesten in Zweifel gezogen werden, im Gegentheile irutf 'rnö nj inua *]ino. Italien. Parma. Vor Kurzem starb dahier ein jüdischer Student der Medicin in einem Alter von 25 Jahren, dessen Tod bei allen Klassen der Bevölkerung betrauert wurde. Sein Name war Lazzaro Sacerdote. Er hat sich die Liebe und Achtung seiner Mitbürger nicht blos durch seine Tugenden, sondern auch durch seine Tapferkeit auf dem Schlachtfelds erworben. Er hatte sich den Garibaldianern angeschlossen und bei dem Gefechte zu Bezzena ausgezeichnet. Eine unabsehbare Menge Volkes begleitete ihn zur letzten Ruhestätte. (Jew. Chroa.) Frankreich. Paris. Zwei christliche Arbeiter, die zum Judenthume übergetreten sind, haben zwei Jüdinnen geheirathet. sArch. Jsr.)

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