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Der Israelit · 1867-09-18 · Heft 38 (18.9.1867) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 38 (18.9.1867)
Date
1867-09-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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658 Näheres bekannt ist, wäre vielleicht vortheühaft zu benützen, jedenfalls aber der pis m Herr Claas, welcher das hier im Allgemeinen Ausgesprochene ewrß nur günstig beurtheilen dürfte. Finden sich Juden, welche durchaus größere Ackerwirthschaften in Palästina zu besitzen wünschen, so müßten diese Leute hauptsächlich auf eignes Capital sich stützen. Es ist denselben dann nur beiläufig Hilfe nöthig und kann diese auch in anregendem Unterrichte im Landbau und in Beschaffung guter Sämereien u. dergl. bestehen. Ein Hauptpunkt bei solchen größeren Wirthschaften wäre die kräftige Ernährung von Kühen, damit diese nicht allem Milchertrag geben. Bonden auch den Pfiug zu ziehen gut im Stande sind. Es ließe sich noch Vieles hier zur Sprache dringen, doch es kommt vorerst hauptsächlich daraus an, daß überhaupt keine falsche Richtung genommen werde. Ist man auch nur ein wenig auf dem guten Wege vorgeschritten, so wird sich dann das gute Ziel ohnfehlbar fast von selbst finden. Hochverehrter Herr 1 Sollten Sie die hier vorgezeichneten Maaßnahmen in Ihrem Scharfsinne günstig beurtheilen, so erlaube ich mir noch ganz gehorsamst anheimzugeben, das Wesentliche dieses Schreibens sowohl im „-won" als auch im „Israelit" abdrucken zu laffen und dabei die sämmtlichen anderen jüdischen Zeitschriften in Deutschland, Rußland, Frankreich, Italien und die in englischer uno spanischer Sprache, letztere in der Türkei, zu ersuchen, die hier ausgesprochenen Ideen zu verbreit-n. Es dürften dann sich hilfreiche Hände genug finden, um das gute Werk weiter zu fördern. Sollte auch Widerspruch sich äußern, so kann die Diskussion auf die Dauer nur Gutes zur Folge haben. Mit aufrichtig hoher Verehrung ganz gehorsamst Michael Levy aus Jnowraclaw. Aeitttngsnack,vichten und Korrespondenzen. Deutschland. Ikenhausen» bibr-r. Die hiesige Gemeinde hat einen harten, ja einen unersetzlichen Verlust zu betrauern. Am Sonntag n"m 'a starb Rabbi Jacob Hirsch Holländer. Der Tod dieses Mannes hat hier die allgemeinste Theilnahme erregt. Jeder fühlt, daß die hiesige Gemeinde in ihm nicht nur eine ihrer schönsten Zierden verloren, sondern daß die Lücke, die durch den Hintritt des Verstorbenen entstanden, schwer auszufüllen sein wird. Von sehr armen aber wackern Eltern geboren, verließ er nach zmückgelegtem 13. Lebensjahre, ohne alle Subsistenzmittel, im tiefsten Drange nach Kenntnissen, das elterliche Haus, ging nach Fürth und frequentirte daselbst mehrere Jahre mit unermüdetem Eifer die Jeschiba. Von da zurückgekehrt, wirkte er mehrere Jahre in der hiesigen Gemeinde als Prjvatb.hrer. Es vereinigten sich irr ihm alle Eigenschaften eines guten Lehrers: ruhiges Temperament, Geduld, Liebe zum Amte, Hingebung an die Jugend, gründliches Fachmrfferr und wahre Herzensfrömmigkeit. Nach seiner Verheiratlmng vertauschte er diese Stellung mit der eines G^ch istsmannes. Obwohl ihn da harte und erschütternde Scyläge des Geschickes leider oft heimsuchten , ertrug er fie doch mit gelassener Ergebung und wußte sich stets ans großer Niederge'chlagenheit durch felsenfestes Vertrauen auf die göttliche Vorsehung durch innere Geisteskraft auszurichten. — Es ist wohl unmöglich, all die hoben Vorzüge, die der Verewigte besessen, g«mau zu specificiren; ich will daher dieselben nur andeutungsweise geben. — Er war ein Stern am Horizont, der talmudischtheologischen Literatur, eine talmud.sche Größe, ein Mann, von welchem man eigentlich nicht recht wissen konnte, ob Gelehrsamkeit oder Demuth und Bescheidenheit, ob Frömmigkeit oder Memchenlieb im edelsten, weitesten Sinne, ob seine große Erfahrung und Menschenkenntniß, ob Geduld und Resignation, oder Sanftmuth und Friedensliebe den Grundzug i^ines edlen Characters und seiner ganzen Persönlichkeit ausmachten. Ein Mann, der von Liebe zur Religion durchdrungen, stets bemüht war, den Forderungen demselben, soweit seine Kräfte reichten, nach allen Seiten hin zu genügen. Mit Recht kann hier angewenvet werden das mm bv bnsj nio» o ona, denn der Verblichene, obwohl stets mit physischen Leiden kämpfend, betrieb dennoch das Thorastudium mit der b. geisterungsvollsten Hingebung. Auch die hiesigen Wohlthätigkeits - Anstalten fanden in ihm einen eifrigen Förderer und thätigen Theilnehmer. Er war Vorsteher des Vereins D’bin mpa, hielt allsabbatliche Vorträge beim Vereine p"n, war Mitglied des Vereines ->w min, dessen Zweck fleißiges Gesetzesftudrum ist, woselbst er audj öfters Vorträge hielt. Bei seinem Leichenbegängnrß beteiligten sich nicht nur alle Glieber der Gemeinde, sondern auch mehrere achtbare christliche Mitbürger folgten der Bahre. Am Grabe sprach der hiesige Rabbiner, Herr vr. L ö b, eine auf das erregte Gemüth der zahlreichen Zuhörer tief einwirkende Trauerrede, in der er seinem großen Schmerze paffende und erhebende Worte über die Verdienste" des Verewigten lieh. Wenn auch die Körperhülle dieses Mannes aus unserer Mitte geschieden, so hat sein frommes und edles Wirken ihm

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