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Der Israelit · 1867-09-18 · Heft 38 (18.9.1867) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 38 (18.9.1867)
Date
1867-09-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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chen getraut, das seine Entlassung aus dem österreichischen Unterthanenverband heSkylb genommen, um in Prusten am Babbiner-Semmar zu Breslau sich in den Gesetzen des Judenthums unterrichten zu lassen. Rach den vorgeschriebenen Ermahnungen — berichten öffentliche Blätter — wurde sie ins Judenthum ausgenommen. s\b wh Holland. Amsterdam. Ein Correspondent des „Jew. Chron." schreibt demselben von Amsterdam, daß am Samstag, den 24 August die Erscheinung dreier Missionäre in einer der dortigen Synagogen während des Gottesdienstes, welche daselbst Misfionsschriften vertheilen wollten, großes Aergerniß bei der jüdischen Gemeinde hervorgerufen hat. Das Betragen eines dieser Miethlinge der Missionsgesellschaft war so empörend, daß er vor den Magistrat geführt werden mußte, welcher Ordre gab, daß dieser fanatische Störer des öffentlichen Friedens und Gottesdienstes über die Grenze des Landes transportirt werde. Die zwei anderen Missionäre regten durch ihre unverschämte Unbescheidenheit die Anwesenden in der Synagoge derart auf, daß diese zu unserm Bedauern die Selbstbeherrschung vergaßen, diese Eindringlinge hart behandelten und sie schließlich aus dem Gotteshause hinauswarfen. Indem wir die Aufführung dieser Missionäre, die die Bibel an der Hand tragen, rügen, müssen wir auch zugleich die an der Spitze der Missionsgesellschaft stehenden Männer tadeln, weil sie ihre Untergebenen nicht zur Mäßigung anhalten. Was würden unsere christlichen Mitbürger sagen, wenn einige fanatische Juden sich unterständen, am Sonntag in ihre Kirchen zu treten. um ba unter ben Andächtigen Schriften zu vertheuen, die im Widerspruch mit dem christlichen Glauben stehen? Wenn die Missionäre echte Christen sind, so sind sie verpflichtet ihre jüdischen Mitbürger gerade > so zu behandeln, als sie selbst behandelt zu sein wünschen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Se. Maj. der Kaiser von Oesterreich hat dem Bestallungs-Diplome des zum kol. italienischen Generalkonsul in Wien ernannten Nalbaniel Freiherrn v. Rothschild das allerh. Exequatur zu ertheilen geruht. ~~ Frankreich. Paris. Der König von Portugal hat Herrn Leopold Säe, Banquier von Paris, einen Orden verliehen. Der junge und ehrbare Banquier kann stolz auf diese Ehre sein, die ihm von dem Fürsten eines Landes, in welchem ehemals die Juden grausame« Verfolgungen ausgesetzt waren, zu Theil wurde. In-! dem Se. Majestät seine Achtung gegen einen der Unj srigen wegen seiner Verdienste und seiner außerordentlzchknLßitzungen manifestirt, gibt -er gleichsam seine edle Gesiyvung kund, — wie wir es wenigster^ hoffen —die Juden in seinem Lande zu emancipiren. (Univ. JSr.) Colmar. Der ehrbare M. Simon Söe von Colmar war vor zwei Jahren zum ErgänzungSrichter des Civjlgerichts dieser Stadt ernannt worden. Obwohl in dieser Provinz noch viele und lebhafte Voruriheile gegen die Juden herrschen, so hatte man doch einem Juden ein so ernstes Amt anvertraut, da seine Biederkeit, sein Verstand und Character Allen großes Vertrauen einflößte. Nachdem er seinem Amte während zweier Jahre vorgestanden hatte, hat man ihn aufs Neue gewählt und ihm seinen ehrenvollen Posten gelassen, indem man seine Rechtschaffenheit, seine religiöse Billigkeit und Unbestechlichkeit, welche eben gerade bei dieser heiligen und hohen Sache der Gerechtigkeitdas Wichtigste ist, anerkannt hat. (Univ. JSr.) Spanien. Gibraltar. Ein Schotte schreibt dem „Jew. Chron.": Wir erfahren aus Gibraltar, daß in Folge der ftattgefundenen Grausamkeiten gegen die jüdischen Gemeinden in Marocco und Ceuta, (Letzteres gehört zu Spanien) sich zahlreiche jüdische Flüchtlinge zeitweise in spanischen Seestädten, in der Hoffnung, dort Schütz zu finden, nie der ließen. Sie sind jedoch in Spanien noch viel größeren Bedrückungen ausgesetzt. Wenn sie krank werden, finden sie keine Aufnahme in den Spitälern und wenn sie sterben, verweigert man ihnen jede Grabstätte mit Ausnahme in den unter Wasser gesetzten Plätzen, was gerade so viel ist, als wenn man sie inS Meer werfen und den Wellen und Haifischen Preis geben würde. Ein jüdischer Flüchtling, Namens Eleasar Soto aus Tetuan, 32 Jahre alt, fiarb in Cadix» Seine Verwandten suchten beim Gouverneur um ein Grab für denselben nach, aber sie wurden mit ihrem Gesuch zurückgewiesen. Der Polizeioirector, an den sie sich dann mit dringenden Bitten wandten, gestattete ihnen nach langem Zögern, den Verstorbenen im Sande» am Ufer des Meeres, wo gewöhnlich tobte Hunde und Pferde verscharrt werden, zu begraben. Der britische Consul in Cadix, Herr Graham Dunlop, gab ihnen alsdann die Ertaubniß, ihren Toben auf dem englischen Begräbnißplatz, welcher einen umfassenden Raum einschließt, auf einem bis jetzt noch unbenutzten Theile desselben zu begraben. Rührend war es anzusehen, als diese jüdischen Flüchtlinge dem englischen Consul ihren innigsten Dank, mit Thränen in den Augen, aussprachen. Es ist wahrlich grausam und unmenschlich, wie man in Spanien fortfährt, einen Glauben und ein Volk zu verfolgen, dessen Mitglieder, m allen civilifirten Staaten Europa's und selbst in man-

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