Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1867)
- Date
- 1867-09-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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650 wenn fte in meinem Qdjvanle hängen, um ein Fraß der Motten zu werben? Las «ützt urtB dckS Bach der Lehre, wenn es nicht stetuckser« GKste gegenwärtig iß? Hast du dir einen Vorwurf zu machen in dieser Beziehung, so entschließe dich, dir künftig diesen Vorwurf zu ersparen, verschaffe dir einen Lehrer, erwirb dir einen Genoffen uüd lerne, lerne. Das Licht der Gotteslehre ift's, das die Welt durchleuchtet, das das Herz erwärmt, den Geist frei macht und die sündigen Kinder zurückführt an die Brust des himmlischen Vaters. „Bist Du im verfloffenen Jahre weiser und besier gewordene Siehe, meiu Bruder, das Jahr ist lang; es ist ein beträchtlicher Theil unseres Lebens, das nur fiebenzig Jahre zählt, zu denen die Jahre der frühen Kindheit kaum zu zählen sind. Ein Jahr hat 365 Tage, ein Tag hat 24 Stunden und eine Stunde sechzig Minuten. Wie viele Minuten, wie viele Stunden, wie viele Tage haben wir vergeudet, die mir hätten anwenden können, um weiser und bester zu werden! Der Weg , der an das Ziel unserer erhabenen Bestimmung führt, ist weit, und wir haben, ach, nur zuviel Zeit ungenutzt verstreichen lasten, haben sie vielleicht verbracht mit unnützen Reden, unnützem Treiben; oder gar mit Heuchelei und Schmeichelei, mit der Verlästerung der Nebenmenschen, haben vielleicht gar nnsern Mund beschmutzt mit unreinem, zweideutigem Gespräche, haben uns leiten lasten in unfern Handlungen von Haß und Neid, von Ehrsucht und Gewinnsucht — sind statt weiser und bester nur thörichter und schlechter geworden! O, mein Bruder, gewinnst du diese betrübende Ueberzeugung, so räume die Ursache dazu hinweg. Entschließe dich ernst und fest, künftighin nicht mit unnützen Reden deine kostbare Zeit zu verbringen, zu Haffen Heuchelei und Schmeichelei, zu verabscheuen Lüge und Verleumdung, wie Feuer zu meiden unsittliches Reden — Haß und Neid, Ehrsucht und Gewinnsucht aus dem Herzen zu reißen und künftig einzig dem edlen Endzwecke zu leben, stets weiser und bester zu werden! — „Und wie warst Du, mein Bruder, im verfiostenen Jahre in Deinem Verhalten gegen Deinen Gott?" Hast du Seine Gebote beobachtet, die Übertretung Seiner Verbote gemieden? Hast du dein Esten und Trinken eingerichtet nach Seinem Willen? Hast du Seine Sabbate und Feiertage gehalten, wie Er es verlangt? Hast du deine Eh« gestattet zu einer echtjüdischen? Hast du deine Kinder erzogen zu Seinem Dienste? Hast du gebetet zu Ihm , wie es die Ehrfurcht vor dem König der Könige erfordert? Oder hat bloß dein Mund die Worte gesprochen, während dem Herz sich, mit ander« Dingen beschäftigte? Einst hatte ein König sich zum Besuche melden lasten bei einem sifiner Diener. Dieser freut sich des hoPN Besuches, läßt sein Haus reinigen und schmücken, befiehlt seinen Hausleuten, zum Empfange des Königsich bereit zu halten; er selbst aber, der thörichte Hausherr, geht zur anberaumten Stunde parieren, plaudert Mit Freunden und Bekärürten. Da römckt der König, freut sich des festlich geschmückten Hauses, das er aber zornig verläßt, da er den unaufmerksamen Hausherrn Nicht anwesend findet. Jener König ist Gott, und der thörichte Hausherr das ist der betende Mensch. Festlich ist sein Gewand, ehrfurchtsvoll Neigt sich das Haupt, andächtig bewegt sich der Mund — aber der Herr des Hauses, der Geist, er ist abwesend, verweilt bei seinen Geschäften, bei seinen Vergnügungen, bei Freunden und Bekannten. Kann Gott wohlgefällig sein ein solches Gebet? Darum mein Bruder, bemühe dich einmal, andächtig zu beten; während du betest, deinen Geist wirklich zu Gott zu erheben und den Sinn des Gebetes zu fasten — dann hast du schon viel gewonnen. Der Mensch, der wirklich andächtig betet, kann nie in Sünde und Laster versinken. Legen wir uns all diese Fragen vor und beantworten wir sie aufrichtig, wahrhaft, so ist der Weg zur Rückkehr zum Vater im Himmel uns nicht mehr verborgen. (Fortsetzung folgt.) Aeitrrrtgsuachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. Aus Weftphoilen. „Söofjl unglückselig ist der Mann, „Der unterläßt das, was er kann, „Und unterfängt sich, was er nicht versteht; „Kein Wunder, daß er zu Grunde geht." Göthe. Vor noch nicht langer Zeit besuchte mich ein würdiger und frommer Freund und College, den ich — da Namen und Ort nichts zur Sache thun — kurzweg R. in O..'... nennen will. Wie es nun bei solchen Gelegenheiten bei Freunden und Amtsgenosten zu geschehen pflegt, so sprachen wir auch über Lehrerfreuden und Lehrerleiden, über Seminare und Seminar - Erlebnists u. s. w. Mein Freund — ein ehemaliger Schüler des Münster'schen Seminars — erzählte mir aus seiner Semiüarzeit eine solche Menge trauriger und belustigender Episoden, daß ich mirvörnahm, dieselben — mit Erlaubniß meines Freundes — den geehrten Lesern dieses geschätzten Blatte-