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Der Israelit · 1867-09-11 · Heft 37 (11.9.1867) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 37 (11.9.1867)
Date
1867-09-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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642 wie früher schon Falschmünzer zur Strafe des Hochverraths zu verurtheilen k Dem damaligen bürgerlichen Publikum brannte diese Krage also ebensowenig tief in die Seele, wie Shakespeare durch die Wahl des Stoffes den Haß gegen das Judenthum vorführen wollte, wenn auch Pöbel und Gassenbuben gerade an diesem Theile des geistreich zusammengesetzten Stückes sich besonders erfreueten und — noch erfreuen. Welche Wirkung gerade diese Stellen auf ein wahrhaft menschliches Gemüth machen, erzählt Heine. — Shakespeares Frauen und Mädchen — der eine schöne blaffe Brittin hierbei weinend ausrusen hörte.' the poor man is wronged! (dem armen Mann geschieht Unrecht!). Diese hat ihren großen Landsmann viel bester als Brachvogel verstanden! Auch Philipp so n hat die erste Aufführung des Kaufmann von Venedig in seinem Romane, Jacob Tirado, sehr geschickt eingeflochten.*) Es ist wohl ohne Zweifel anzunehmen, daß Shakespeare, da er das Factum seinem Publikum nicht so vorführen konnte, wie es wirklich geschehen, — Gregotio Seti erzählt nämlich in seiner Biographie des Papstes Sixtus V., daß ein Christ mit einem Juden um ein Pfund seines Fleisches gewettet und 1000 Scudi dagegengesetzt - mit wohlüberlegter Absicht den. wenn auch übertriebenen, doch immer berechtigten Haß des Shylok dem noch gemeinern des niedern und vornehmern Gesindels, mit dem er den Juden zusammenbringt, entgegenstellt. Damit hatte der wahre Dichter nicht bloß die Unterhaltung des damaligen, sondern mehr noch die Belehrung eines wahren, zum Bewußtsein erwachenden Bürgerthums in der Zukunft zur Absicht. Hoffen wir, daß auch dieser würdigere Zweck bald erreicht werde! —n. * * * Neuhebräische Literatur. Bei Besprechung der neulich erschienenen hebräischen Uebersetzung Mendelssohns „Jerusalem" von dem rühmlichst bekannten A. B. Gottlober im „Maggid" fügt der Beurtheiler — wahrscheinlich der Redacteur — Folgendes hinzu, das uns wieder der Uebersetzung in's Deutsche werth scheint: „Vor drei Jahren schickte bereits der Uebersetzer dieses Werk einem deutschen Buchdrucker, der es auf seine Kosten drucken wollte. Dieß geschah jedoch nicht und nur mit Mühe gelang es, das Manuscript zurück zu bekommen, das uns endlich zur Weiterbeförderung an den Verfasier zugestellt wurde. Wir aber, von dem Wunsche beseelt, dieß vortreffliche Werk durch die Anm der Red.: Herr Ph. hat in seinen jüngsten Romanen Wege eingeschlagen, die stch von den früheren vortheilhast unterscheiden, was wir gern und freudig anerkennen. meisterhafte Uebersetzung iNs Hebräische auch unfern der deutschen Sprache unkundigen Glaubensgenossen zugänglich zu machen, versuchten noch Folgendes: Wir schrieben nach Berlin an den reichen und vornehmen Bankier Mendelssohn — Enkel des Philosophen — und baten ihn, den Uebersetzer zu unterstützen und ihm den Druck des Werkes zu ermöglichen. Nicht genug aber, daß nicht die geringste Unterstützung gewährt wurde, — unser Schreiben blieb auch ohne jede Antwort! „Und doch ist es der reiche und vornehme Bankier Mendelssohn, deffen Wohlthätigkeit und Gemeinnützigkeit allgemein gerühmt wird, von deffen bedeutenden Beiträgen zu allen Vereinen und Stiftungen die öffentlichen Blätter verkünden! Freilich von einem Beitrage zur Herausgabe der hebräischen Uebersetzung eines Werkes des Philosophen Mendelssohn hätten die Zeitungen nicht Rühmens gemacht! — Wenn Du, herrlicher Mann, Zierde unseres Volkes, Moses Mendelssohn! jetzt lebtest und mit eignen Augen sähest, wie Dein Enkel, den Gott mit Gütern gesegnet und der sonst mit offner Hano seine Gaben reicht, nur da es unterläßt, wo durch eine geringe Summe Dein vorzüglichstes Werk in der von Dir geliebten hebräischen Sprache hätte erscheinen können, gewiß würdest Du mit gebrochenem Herzen sagen: meine Kinder haben mich verlaffen! und thränenden Auges dahin zurückkehren, wo die Scheinehre das Auge des wahren Richters, der Herz und Nieren prüft, nicht täuschen kann." — n. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. D e u t s ch l a n d. Darmpadt. Noch ist das Gefühl für den Glauben in Israel nicht ganz erloschen, es finden sich noch überall Männer, die festhaltend an den heiligen Satzungen des unverfälschten, historischen Judenthums, Leute um sich schaaren und trotz der Schwierigkeiten, die ihnen von gegnerischer Seite bereitet werden, dennoch zum Ziele gelangen: denn \vp Nüanp. \vp ab *nptp. Einen evidenten Beweis dazu liefert das in religiöser Hinsicht so übelbeleumundete Darmstadt. Es bedarf nicht mehr einer Erwähnung, daß sich dahier gleich nach dem Auftauchen reformerischer Pläne ein nrntb pa jnv ^npa 5np gebildet hat, das, anfangs aus 5 Mitgliedern bestehend, eine Synagoge mit prächtiger Einrichtung erbaute und jetzt i"co auf 25 durchaus ehrbare, von einem Geiste durchdrungene Männer angewachsen und noch im stetigem Wachsen begriffen ist. Die pncn my feierte naar nxi 'di eine Thoraeinweihung. Liegt in einer solchen Feier für den wahrhaft frommen Jehudi schon an

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