Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1867)
- Date
- 1867-09-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447291-2447328--05465-2460973- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
643 und für sich eine erhebende Idee, so konnte sie bei Jedem der Stifter und Mitglieder einen um so größeren Eindruck hervorzubringen nicht verfehlen, als sie sich das bisher Geschehene m's Gedächtniß zurückrufen mußten. In diesem Sinne sprach sich auch der ehrwürdige Rabbinats-Candidat Herr Löw Sulzbacher in einer geistreichen, gedankenvollen Rede aus. Er betonte in kurzen Worten, daß seine Freunde, die im Vereine mit ihm bei dem ersten Austauchen der Reform in hiesiger Stadt, ohne die großen Geldmittel zu scheuen, das rwyj gesprochen, nun dem Ganzen durch das ynvi (aus die neue Thorarolle anspielend) die Krone aufsetzten. Dies Alles sei aber nur durch die herrschende Einigkeit möglich gewesen. Er bewies dann unter der gespanntesten Aufmerksamkeit der Zuhörer, das- Einigkeit nur durch den rechten Glauben, den ernsten Willen und die religiöse Kenntniß eine dauernde Stätte finden könne. Er führt zum Belege zwei Verse aus den Psalmen, 7 und 8, Kapitel 49 an. Alle Zuhörer waren von den zu Herzen gehenden Worten tief ergriffen. Abends wurd^ ein Festesten veranstaltet, dem sich sämmtliche Mitglieder anschlossen. Diese Gelegenheit benutzte Herr Sulzbacher, den new Verein zur Sprache zu bringen, und es meldeten sich einstweilen 20 Mitglieder mit einem jährlichen Beitrag von einem pr. Thlr. zum Beitritt. Mit Recht sagen unsere Weisen: ."imv mnu niso. Schließlich muß ich noch rübmiichst der Vorstände, Herren Abraham Landsberg, Jonas Mayer und Herz Bodenheim er erwähnen, denen die Gemeinde für die gewistenhafte Erfüllung ihrer Pflichten ganz besonders zu Dank verpflichtet ist. I. L, Gst. Frankfurt a. M. Hier wurde wiederum Freiherr M. C. v. Rothschild zum Abgeordneten für das norddeutsche Parlament erwählt. Frankfurt, 8. Sept. Wie die „Franks. Nachrichten" erfahren, hat Baron Mayer Carl v. Rothschild die auf ihn gefallene Wahl zum Norddeutschen Parlamente angenommen und wird sich demnächst nach Berlin begeben. des §.11 des Gesetzes über die Verhältniste der Juden im Herzogthum Holstein und des §. 16 der Verordnung vom 8. Februar '854 über die Vsrhältuiste der Juden iir Herzogthun Schleswig hierdurch die Befugniß zur Ernennung der jüdischen Geistlichen in den Herzogtümern Schleswig und Holstein, sowie zur Festsetzung der denselben aus Gemeindemitteln beizulegenden Einnahmen, den betreffenden Regierungen übertragen." Gnefk'n. Der „ Ostd. Ztg. " wird geschrieben: Das seither städtische Gymnasium Hierselbst wurde von Michaelis vergangenen Jahres ab vom Staate übernommen. Gleich bei Gründung dieser Anstalt ist auch auf den jüdischen Religionsunterricht Bedacht genommen worden. Da nach dem Uebernahme- Vertrage oas Gymnasium m.t allen Rechten und Verbindlichkeiten auf den Staat übergegangen ist, so konnte dabei gar nicht an dre Möglichkeit aedacht werden, daß nicht auch die Beibehaltung des jüdischen Religionsunterrichts am Gymnasium darunter gemeint ser. Leider sind wir hierüber eines Anderen belehrt worden. Wie kürzlich den städtischen Behörden gemeldet worden, soll der Gymnasial-Direktor vom Prooinzial-Schulkollegium angewiesen worden sein, dem als Religionslehrer fungirenden Rabbiner vom 1. September c. ab zu kündigen und sollen die für den jüdischen Religionsunterricht bestimmten 80 Thaler künftighin in Wegfall kommen. Dieses Verfahren erregt hier in den beteiligten Kreisen allgemeines und gerechtes Erstaunen. Mag es der Staat immerhin mit den von ihm bisher befolgten Prinzipien nicht vereinbar halten, au den von ihm gegründeten und unterhaltenen ähnlichen Anstalten für Ertheilung des jüdischen Religions-Unterrichts zu sorgen, so steht doch in dem vorliegenden Falle der Anwendung dieses Grundsatzes eine ganz bestimmte kontrakliche Verbindlichkeit entgegen. Oesterreichifcher Kaiserstaat Berlin. Bezüglich der Reichstagswahlen meldet die „Zeidler'sche Correspondenz", daß, da der Wahltermin dießmal aus einen Sonnabend fällt, eine Verfügung getroffen werden soll, um etwaigen Gewifsensbedenken der israel. Bevölkerung zu begegnen. Es sollen nämlich auf Anrufen der Vorstände der jüdischen Gemeinden die Stimmzettel an dem gedachten Tage noch bis eine Stunde nach Sonnenuntergang entgegengenommen werden. (Soll wohl heißen „bis eine Stunde nach Eintritt der Nacht".) Kiel, 17. August. Der k. Erlaß vom 24. Juni betreffend die Verhältnisse der Juden in Schleswig-Holstein, lautet: „Auf den Bericht vom 6. Juni d. I. will ich in Abänderung der Bestimmungen Wien. Die „Neue freie Preste" enthätt folgende Zuschrift: „Herr Redacteur! Gestatten Sie, daß ich in Ihrem geschätzten Blatte einen wahrheitsgetreu, eines Commentars nicht bedürfenden Bericht über die Art und Weise, wie man hier in gewiffen Kreisen die Toleranz auffaßt, veröffentliche. Am 18. d., als am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers, sollte die im Baron Romaszkan'schen Garten errichtete Schießstätte mit Musik, Tanz im Freien und Feuerwerk eröffnet werden, und zwar mit der Beschränkung, daß sich an dem Feste nur Geladene betheiligen sollten. DasOfficiercorps ließ an den hiesigen Magistrat ein Circular gelangen, in welchem die Gemeinderäthe ersucht wur-