Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-09-11 · Heft 37 (11.9.1867) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 37 (11.9.1867)
Date
1867-09-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447328--05459-2460967
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

637 ' liche Anstalten — sondern nur — wie in vielen andern deutschen Staaten von der Regierung geduldet. Da kam das denkwürdige Jahr 48. Es sprengte die Fesseln des Mittelalters und machte Israel frei. Humanität und Toleranz bekamen die Overhand; die jüdischen Gemeinden und Schulen blühten mächtig empor — und der Mensch wird nicht mehr nach seiner Consession — sondern nach seinem Werlbe beurtheilt. Es ist wahr, kein anderer Staat Deutschlands hat so viel für Bildung und Organisation der Schulen gethan, als eben Kurhessen. Die hessischen Schulen können als Muster dienen; kurhessische Lehrer sind überall gern gesehen und fungiren vielfach im Auslande. Kurheffen hat ein Landrabbinat, welches zu wachen hat über Gottesdienst, Schulen, Anstellung der Rabbinen u. s. w. nurheffen hat vier Morsteherämter, welche die Lehrer anzuftellen und über dieselben zu wachen haben u. s. w.; Kurheffen hat 8 Rabbiner, welche sich trt Land-Provinzial- und Kreisrabbinen unterscheiden; Kurheffen hat ein jüd. Lehrer-Seminar, über das ich später mit Genehmigung der geehrten Redaktion*) dieses geschätzten Blattes nähere Mittheilungen zu machen gedenke, und in Hessen fungiren endlich außer den betreffenden Gemeinde-Aeltesien noch 31 Kreis - Vorsteher. Zum Schluffe erlaube ich mir noch die Bemerkung, daß es »ehr wünschenswerth ist, auch von andern deutschen Staaten genaue Mittheilungen über Land, Gemeinden, Schulen, u. s. f. zu machen; denn gerade durch solche Mittheilungen wird bas allgemeine Jntereffe angeregt. ms m mmy bN-w to Sch. I. O. L. Limburg a. d. Lahn. Nicht allein die Schicksale der Menschen sind vielfachen Wandlungen unterworfen, sondern oft auch leblose Gegenstände. Hier existirt eine ursprünglich katholische Kapelle, die später außer Gebrauch gekommen, als Salzmagazin benutzt wurde. Als sich hier eine kleine evangelische Gemeinde ansiedelte, wurde derselben diese ehemals katholische Kapelle zu kir blichen Zwecken überlassen. Im Lause der Zeit wurde diese der größer werdenden evangelischen Gemeinde zu klein, io daß sie eine neue Kirche baute und jene Kapelle wiederum leersteht. Jetzt nun geht die isr. Gemeinde mrt dem Gedanken um, die erwähnte Kapelle zu erwerben und eine Synagoge daraus zu bauen. Deutz, 1. Sept. Die jüdische Gemeinde feierte gestern die goldene Hochzeit des emeritirten Lehrers M. Mannheimer und dessen Gattin Sara, geborne Horn, in sinniger Weise. In der aufs schönste decorirten Synagoge wurde ein feierlicher Dankgottesdienst und bei demselben von Rabbiner Dr. Schwarz die Festpredigt abgehalten. Der Jubilar empfing von sei- *) Wird gern ertheilt. — Red. nett kölner Freunden Abends eine Serenade mit Fackelzug und heute Morgen von Deputationen früherer College«, Vorsteher und Schüler Gratulationen und Liebesgaben, darunter eine mit mehreren Hundert Unterschriften versehene, künstlerisch ausgestattete Dank- Adresse in Begleitung eines ansehnlichen Geldgeschenkes. (Köln. Ztg.) Breslau. Als Pendant zu den Nachrichten i über die Anerkennung der Schule der israel. ReligionSgenoffenfchaft zu Frankfurt a. M. von Seiten der königl. preuß. Regierung diene die Mittheilung, daß auch die jüngst von mir in diesen Blättern erwähnte bebr. Unterrichtsanstalt des Herrn vr. P. Neustadt das Oeffentlichkertsrecht erhalten hat. Wir können daher nochmals, namentlich aber auswärtigen Eltern, die ihre Kinder nach Breslau geben wollen, obgenannte Anstalt auf's Wärmste empfehlen. | Der Liebermann'sche Kalender pro 1866 ist diese j Woche erschienen. Wie alljährlich bringt auch heuer Vas Jahrbuch des Belehrenden und Unterhaltenden genug. Bon ersterem erwähnen wir das hedr. Gedicht „m&n ü\>n b'bb" von Pleßner in Polen und den Aussatz „die Pflege des Rechtsgesühls bei den Kindern" von A. Lichtenstein; von letzterem die verschiedenen Erzählungen, unter welchen sich auch Ihre angemein mit Beifall aufgenommene Novelle „Rabbi Elchanan" befindet. Der Preis des Kalenders mit Jahrbuch ist nur 121/* Sgr. Zum Schluffe erwähne ich noch das soeben vollständig erschienene hebräische Werk: „Omez Josef" von dem als Lamsan und Charis rüymlichst bekannten R. Josef L. Zedler, Rabbinats - Assessor der hies. israel.! Gemeinde. Das Merkchen ist halachischen Inhalts und j der bloße Name des Verfassers genügt, um die Vor-! trefflichkeit des obenerwähnten Buches hinlänglich zu characterisiren. G. Karpeles. Aus Mecklenburg-Schwerin, 29. August.! Auch in Wismar hat man sich mit der vom Ministej riunt des Innern angeregten Frage wegen Aufnahme j der Juden, wie die „Neue Wlsm. Ztg." schreibt,; schon seit längere Zeit beschäftigt. Der dortige Bür-! gerausschuß billigt vollkommen die Ertbeilnng von; bürgerlichen Rechten an die Juden und hat sich sogar i mit einem hierauf bezüglichen Anträge an den Rath gewenoet. Letzterer hat nun zwar keine direct zustimmende Antwort ertheilt, allein nach zuverlässigen Angaben wird der Niederlassung dr-r Juden in Wismar und ihrer Zulassung zum bürgerlichen Gewerbebetriebe, sowie zur Erwerbung von Grundbesitz — bei sonstiger Qualisication — nichts im Wege stehen. (H. N.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 31. August. Vorgestern ist in der niederösterr. Statthalterei ein Israelit, Hr. Sigmund

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.