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Der Israelit · 1867-09-11 · Heft 37 (11.9.1867) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 37 (11.9.1867)
Date
1867-09-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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635 Jugend und den Erwachsenen mit dem Beispiele der Irreligiosität vorangingen. Darum ist es denn eine Hauptaufgabe für das gesetzestreue Judenthum, Lehrer heranzubilden, welche genügende Kenntnisse in unfern heiligen Religionsurkunden besitzen und zugleich in einer Weise erzogen sind, daß man von ihnen voraussetzen darf, sie werden den Thoraunterricht fördern und den Gemeinden als Muster echt jüdischer Frömmigkeit voranleuchten. Von dieser Ueberzeugung ausgehend gründete der ehrwürdige Herr Distrikts- Rabbiner Bamberg er dahier vor drei Jahren die hiesige israel. Lehrer-Bildungsanstalt, über welche ich Ihren geschätzten Lesern auch heute wieder Erfreuliches mittheilen kann. Von 19 Zöglingen, welche im laufenden Jahre die Anstalt frequentiren, erstanden in den zwei ersten Wochen dieses Monats acht, nachdem sie theils drei, theils zwei Jahre sich darin befinden, die Austrittsprüfung vor der königl. Seminarprüfungscommission. Sie wurden in Religion, deutscher Sprache, Aufsatz und Vortrag, Arithmetik und Mathematik, Geographie, Geschichte und Naturkunde, Erziehungs- und Unterrichtslehre und praktischem Schulhalten, Landwirthschaft, Gemeindeschreiberei und Gesang geprüft und erhielten fast in allen diesen Fächern die I. oder die II. Note. Einer erhielt die aus dem Durchschnitt berechnete Hauptnote I, alle übrigen II. Die in der Anstalt verbleibenden Zöglinge erstanden ebenfalls in allen obigen Fächern die statutenmäßige Jahresprüfung vor dem königl. Kreisscholarchen, Herrn Dr. Lochner, und erhielten drei die I. und acht die II. Note; kein einziger Zögling erhielt eine geringere Note als die II. Wenn man nun erwägt, daß die austretenden Zöglinge von hebräischen Fächern noch gelernt haben: f-J ayoin, fast den ganzen cn« "n, ausgewählte Stellen des ma noan und muo, mehrere ruvo vno und , , no->a hdddd «ooj Myn, ganz und mit Auswahl, größere Stellen aus naioi ,6*br ,nap und dabei in hebr. Sprache und Styl unterrichtet worden sind, so erscheint dasErgebniß der Prüfung in den deutschen Fächern als ein sehr günstiges, zu welchem die Anstalt sich Glück wünschen darf. Dieses Resultat beweist, daß es bei ernstlichem Willen recht wohl möglich ist, Lehrer zu bilden, die bei umfasienden Kenntnissen in den Urkunden unserer heiligen Religion auch in den profanen Lehrgegenständen Tüchtiges leisten. Darum ist denn dieses Ergebniß auch für alle Diejenigen höchst erfreulich, denen die Besserung unserer religiösen Zustände am Herzen liegt. Nachdem diese Anstalt im vorigen Jahre schon sechs Lehrer in die Gemeinden entsendet, schickt sie jetzt wieder a ch t junge Männer dahin, ausgerüstet mit religiöser und Allgemeiner Bildung und erzogen nach echt jüdischen Grundsätzen, um die Jugend das göttliche Gesetz zu lehren und Jung und Alt voranzuleuchten als Muster eines frommen Wandels: '2, app' ana» nny e6i. Freilich sollten Gemeinden und Einzelne das beachten und eine Anstalt, die für Israel so viel leistet, auch ausreichend unterstützen. Es kann nicht geleugnet werden, daß da und dort dieses mit gesundem Sinn erkannt! und die Anstalt auch reichlich unterstützt worden ist;! allein es müßte das noch allgemeiner und reichlicher j geschehen. Denn in letzter Instanz beruht die Wirk- 1 f amfeit der Anstalt eben auch auf dem nerms rerum. | Die angestrengte Thätigkeit der Lehrer ist nicht zu! unterschätzen, noch weniger die Rastlosigkeit des ehrj würdigen Gründers und Leiters der Anstalt, des Herrn Distrikts-Rabbiners Bamberger n’5, welcher durch seinen ans der aufrichtigsten Frömmigkeit entspringenden Eifer für die heilige Sache auf Lehrer und Schüler i begeisternd wirkt. Allein die Mehrheit der Zöglinge j wäre nicht im Stande, der Wohlthaten der Anstalt i theilhaftig zu werden, wenn sie zahlen müßten und die Frequenz der Anstalt hat ihren wesentlichsten Grund in dem Umstande, daß diese Kost, Wohnung, Unterricht, ärztliche Behandlung und Medic a m e n t e unentgeltlich reicht und es so auch den Aermften möglich macht, sie zu besuchen. Das verursacht natürlich ungeheuere Kosten; diese i beliefen sich im Schuljahre 1865/66 auf 5300 fl. und | werden im laufenden Jahre in Folge der Theuerung noch höher steigen. Zudem ist Aussicht, daß mindestens so viele Zöglinge wieder eintreten werden, als entlassen worden. Es läßt sich also mit Recht erwarten, daß jeder Jsraelite alles Mögliche für diese Anstalt thue, da diese mehr als irgend welche geeignet ist, die Jrreligiösität an ihrer Wurzel zu fassen, indem sie durch die Bildung von Lehrern auf die religiöse Bildung der Jugend mächtig einwirkt. Oy'pTi •pi n»a 'ptp mpu\"! bw ori’D tero Vom Neckar. In der Cichorienfrage, deren religiöse Seite von den israel. Kaufleuten in Heilbronn, I. Strauß Sohn, in anzuerkennender Weise angeregt worden ist, existirt noch immer der Jrrthum, als ob bloß in der Fabrik des Herrn E. Seelig in Heilbronn bei der Fabrikation der Cichorie, wenn sie ohne Aufsicht geschieht, Schwei- } nefett verwendet werden würde. Dem ist aber nicht so. Vielmehr wird in allen Fabriken Nord- und Süddeutschlands ein Theil des Fabrikats mit solchem Fette vor dem Rösten übergossen. Allein diejenige Cichorie, welche Herr Seelig durch die Herren I. Strauß Sohn hier für Israeliten verkaufen läßt, wird von solchen Jehudim nicht nur bei der Fabrikation, sondern auch bei der Verpackung und Versendung und m so zuverlässiger Weise beaufsichtigt und controlirt, daß auch die strengsten Ansprüche der jüdischen Speise- und Peßach-Gesetze dabei in Erfüllung kom-

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