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Der Israelit · 1867-09-04 · Heft 36 (4.9.1867) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 36 (4.9.1867)
Date
1867-09-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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528 einen brauchbaren Zustand umgewandelt und steht diese bereits ein Jahr, ohne daß dieselbe benutzt wird. Zu bewundern ist eS, daß im vorigen Jahre, als Dr. G. einen Aufruf an die Gemeinde zur Anschaffung eines neuen nane erließ, sofort 60 Thlr. gezeichnet wurden. Oefterreichischer Kaiserstaal. Wien. Ueber den Nachlaß des jüngst verstorbenen Hrn. Leop. Edl. von Lämel erfährt man aus Prag von bestunterrichteter Seite Folgendes. Der Verstorbene hat vor seinem Tode kein Testament errichtet, sondern nur bestimmt, daß ein Kapital von 200,000 fl. in dproc. Metalliques zur Stiftung einer, dem Andenken seiner Gemahlin gewidmeten Krippe für Kinder ohne Unterschied der Konfession zu verwenden ist. Die Hinterbliebenen haben unmittelbar nach dem Ableben des Herrn v. Lämel ihren Rechtsanwalt m.t der Ausführung des Wunsches beauftragt und glaubten das Andenken des Verstorbenen am würdigsten durch weitere Wohlthätigkeitsakte zu ehren, indem sie eine reichfundirte Stiftung für Studierende aus Tuschkau bei Pilsen (woher die Lämel'sche Familie bekanntlich stammt) errichteten, ferner der Altstädter Krippe,! dem israelitischen Waisenhause, der Josephstädter Klein- - kinderbewahranstalt und mehreren anderen Anstalten bedeutende Geschenke zuwendeten. Jenen Armen, welche! bisher bestimmte Unterstützungen erhielten, ist der Fortj bezug auf Lebensdauer zugesichert. (Fremdbl.) Eisenstabl, 7. Aw. Da mir ein freundlicher Anonymus feit einigen Wochen die neuen Nummern der „Neuzeit" zusendet, habe ich die Gelegenheit, einen Einblick in deren Expectorationen zu thun und kann es nicht Unterlasten, der großen Befriedigung, mit welcher ich dieselbe aus den Händen lege, einen Ausdruck zu geben, sowie dieselbe durch einige Excerpte zu argumentiren. Daß der „Israelit" bis jetzt solche kostbare „Blumenlese" noch nicht gebracht, hat wohl darin seinen Grund, daß es noch kein Leser d. Bl. der i Mühe werth gehalten haben wird, dleses Gesudel zu lesen; was, beiläufig gesagt, auch bei mir der Fall wäre, wenn ich nicht theils nach neuen Meinungsäußerungen in der Eidesfrage suchen, theils mich — gar zu gut amüsiren würde. Mehr als dieses Blatt kann wohl kein einziger unserer Mitarbeiter für unsere Tendenz arbeiten; gründlicher als dieses Niemand die Reform discreoittren; anschaulicher als sie Niemand die Neuerungssucht in ihrer ganzen Hohlheit zeigen. Die „Neuzeit" versleht's wie kein Zweiter, das Höchste und Heiligste in der edlen Sprache der Bierkneipen vermeintlich herabzuziehen, fortwährend (wahrscheinlich aus bekannten sanitärischen Gründen) in Kloaken herumzuwaten, und sich mit Stentor - Stimme immer mehr in die Wuth hineinzubrüllen. Mir liegt gegenwärtig nur eine Nummer (31) vor; man bedarf aber auch ihrer nicht mehr. Wie geistreich und genial!; wie gebildet und von gutem Ton! Oder wäre es etwa nicht geistreich und Zeichen zu Fleisch und Blut gewordener Bildung, crruD ,oun fort und fort „Jauche (!!!) und Dünger (!) zu nennen. Echte Kraftausdrücke das, die der geehrte Redacteur, zugleich Schuldirector, vielleicht seinen Zöglingen als classische Lectüre anempfehlen wird. „Die Journalistik hat aber dafür," um mit den eigenen Worten derselben Nummer zu sprechen, „nur ein kurzes — Pfui" Wie ein Ei dem andern, gleicht dieser „Jauche" und diesem „Dünger" die Correspondenz aus der nächsten Nähe Pesth s (?) mit den Nachbemerkungen der edlen Redaction, deren thetlweiseS Excerpt ich mir in majorem d. gloriam nicht versagen kann. Der Herr Correspondent (?) meint, daß „die meisten dieser (in Ofen versammelten)" Rebbechen (NB. Es fyatten sich dort fünf Rabbrnen Ungarns, von denen fast alle zu den anerkannten Autoritäten zählen, zusammengefunden) eine solche Ebbe in ihren Taschen hatten, daß sie ihre Rückreise per Bahn nicht antreten konnten. Nun trat Einer auf und sprach: „Das Beste, was nur thun können, ist: wir geben uns mit Nachnahme auf". „Ja, das hob ich auch schon gedenkt," sagte Herr G>, der sich gegenwärtig in F. Rabbi schimpfen läßt, „aber unsere K'hilos warn ünS nischt auslösen, weil wir größtentheils ohne Vollmacht, ja sogar ohne Misten derselben petitionirten." Nachdem, der Red. der „Nz." : „Diese concordatlichen (NB. Lügen!) R. in Ungarn sind wahrhaft eoncilientoll geworden. Sobald diesen Leutchen etwas durch den Kopf schnurrt, laufen sie wie hungrige Wölfe zur Winterzeit rudelweise in den Wald, um Zeichen ihrer Existenz zu geben rc." Wie muß es um eine Sache stehen, die nur so tollhäuslerifch, so „jauchen-" und „düngerhaft" vertheidigt werden kann! H. S. möge sich beruhigen, wir werden ihm in diesem Unrath nicht folgen und überlassen die Kloaken diesem Redacteur und Schuldirector als ausschließliche Domäne. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, müsten wir jedoch constatiren, daß dieselbe durchaus nicht als Ausdruck einer Parte», sondern rein persönlich und auf eigene Faust sich echauffirt. Auf Rabb. Hirsch wird geschimpft, auf Rabb. Br. Lehmann wird losgepaukt, *) Rabb. und Seminardirector Br. Frankl und seiner Richtung, an der man durch „Autopsie" (wie zart ausgedrückt) mehr als genug habe, geht's durchaus nicht bester; alle Reformer, natürlich vor Allem Wien mit der mäßigen Synagogal- Ordnung, sind Stümper, nichts als Stümper gegen *) Daß meiner Wenigkeit dieselbe Ehre geschieht, ist nach meinem Aufsatze, „die Wuthausbrüche" rc., gegen welchen die Redaction sehr viel geschimpft und gepoltert, aber gar kein Ge» genargument gebracht haben soll, sehr natürlich.

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