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Der Israelit · 1867-09-04 · Heft 36 (4.9.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 36 (4.9.1867)
Date
1867-09-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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629 den Siebenmeilenstiefel-Reformer Herrn Szantä; Alles nichts, der Alten wird geschimpft, der Neuen wird geschimpft; jener, weil sie (was allerdings sehr ärgerlich ist) „zuviel Courage haben", letzterer, weil sie von derselben eine zu kleine Portion besitzen. In der cittrten redaktionellen Nachbemerkung wird den Alten imputirt, daß sie zuviel „Langweile" hätten; nun, mit dieser steht es hier nicht so schlimm, dafür sorgt schon die Beschäftigung mit der row\ Wie es aber mit besagter „Langweile" drüben steht, darüber belehrt eine frühere Nummer der „Neuzeit", die ich leider nur aus dem „Univers" kenne, die aber zu bezeichnend ist, als daß ich die Stelle nicht zur allgemeinen Kennt- Niß bringen sollte. Sie lautet: „Der Eifer für die Religion, die Energie und Thatkraft, findet sich ausschließlich im Lager der Orthodoxie (Gott gebe es!). Diejenigen, welche sich heute Neologen oder starke Geister nennen, ennuyiren sich bis zum Gähnen," wenn man nur ein Wort des Conflictes zwischen Lehre und Leben vom Judenthum oder Religion überhaupt erwähnt. Wo würde man also die Dispositionen für die Reform finden? wer fühlt das Bedürfniß dazu? wer wünscht sie? für was will man reformiren?" Summa summarum: die Reform langweilt sich, wie der Herr Redacteur der „Nz." meint, „über die Jämmerlichkeit des Schwedens zwischen alter und neuer Zeit, die-! sen Mummenschanz, den man mit dem Unfinne, der j sich durch Flitterglanz zu maskiren sucht, in diesen Chor- > Tempeln treibt." (So zu lesen „Neuzeit" Nr. 31, S. j 360 a.) — Nun, Langweile ist die Tochter des Müffiggangcs, und Müffiggang ist ja aller Laster Anfang. Der neuzeitlichen Langweiligkeit aber wünschen wir! nach wie vor, wenngleich allerdings etwas unfreiwillig, unsere Tendenzen zu fördern. vr. Israel Hildesheimer. Aus Komorn berichtet man über einen Act der Freisinnigkeit Seitens des dortigen Komitatsgerichtes. Man schreibt über oiesen Fall unter dem 9. tu Folgendes: Heute wurde beim Komitatsgerichte die Angelegenheit der hiesigen Bauholzhändler verhandelt, deren Holzlager innerhalb des Festungs-Rayons liegen und nun zum Ausbau der ForNficationsarbeiten verwendet werden müsien. Es handelte sich darum, die Ablösungssumme für dle>e Standplätze festzusetzen. Hiezu wurden sowohl von Seiten des hohen Aerars, > ls der Holzhändler Vertrauensmänner gewählt. Von Seiten des ersteren traf die Wahl auch einen Israeliten, Herrn Karl Neuschloß aus Pesih. Die Experten sollten beerbet werden, und dager wuroe zur Be- , eidigung des Herrn Neuschloß der hiesige israelitische Prediger in's Komitatshaus beschieden, um den Ero nach der bestehenden Gepflogenheit mors juäaiso abzunkhmen. Welch" peinliches Gefühl muß es für den Betreffenden gewesen sein, unter der bedeutenden Anzahl der übrigen Herren sich uls den Einzigen zu wissen, dem eine Ausnahmsstellung angewiesen und zur Admonition sein Geistlicher an die Seite gesetzt wird, während seine Fachgenoffen in derselben Angelegenheit nur einfach von dem Richter in Eid genommen werden. Als aber Herr Neuschloß, der Nothwmdigkeit folgend, zur Eidesleistung schreiten wollte, trat der Prediger Rabbi Schnitzer vor den Vicegespan O r v o d y hin und führte in kräftigen, beredten Worten aus, wie er stets nur mit Widerstreben einer solchen Aufforderung gefolgt sei, weil er gleichsam oie Hand zur Zurücksetzung seiner eignen Konfession biete. „Heißt es nicht," sagte Herr Schnitzer unter Anderem, „die Ehrenhaftigkeit des Jsraliten in Zweifel ziehen, wenn man besten Eid nur dann für wahr hält, wenn sein Priester ihm Furcht einjagt? Erkennen wir nicht Alle Gott, den Schöpfer des Weltalls, an? Im Namen dieses GotteS beeiden Sie ihn! Ueben Sie einen Act der Freisinnigkeit und anticipiren Sie das Gesetz der Gleichberechtigung, das die Zukunft bringen wird, bringen muß." Der Herr Vicegespan gab mit freundlichster Bereitwilligkeit diesem Ansuchen Folge und wurde Herr Neuschloß ebenso, wie die anderen Herren, von dem Richter in ungarischer Sprache beeidet. Italien. Rom. Mit großem Bedauern vernehmen wir, daß in dem Ghetto zu Rom die Cholera besonders stark wüthet. Der Pabst hat dem Oberrabbiner zur Unterstützung der Leidenden 2000 Francs geschickt. (Jew. Chron.) Frankreich. Paris. Der Pariser Correspondent der „Times" thsilt mit, daß unter den Gelehrten, die am 15. August mit dem Orden der Ehrenlegion decorirt wurden, sich auch Herr Spiers, Professor der englischen Sprache an der „äse Ponte et 0bau88SS8"-Schule und Autor des englischen und französischen Wörterbuches, das seinen Namen trägt — befindet. Herr Spiers ist ein Jude und in England geboren. England. London. In dem „Jew. Chron." veröffentlicht eln Herr I. F. Kraus, daß er i n Besitze einer isd min ist, welche eine Copie wäre von der, welche Moses geschrieben habe. Er habe dieselbe zuerst in ddp (Nablus) im Jahre 1860 gesehen und durch zum Theil merkwürdige Umstände sei sie jetzt sein Eigenthum geworden. Am Ende des n'ffaro isd befindet sich eine Anmerkung, aus der hervorgeht, daß aus diesem Buch

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