Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1867)
- Date
- 1867-09-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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526 terr; thestwsise und bedingt jedoch, wenn sie gegen ein Thoragebot oder eine rabbintfche Anordnung handsln. Men, im Beisein von Zeugen erster Categorie geschlossen, haben in keiner Hinsicht Giltigkeit und sind vollkommen null und nichtig ('n rpyD 'dd 'd y"n« vjp p"oa"n); solche mit Zeugen zweiter Classe haben jedoch insofern Bestand, daß die fragliche Ehefrau als solche ohne Scheidebrief der Welt gegenüber zwar zu betrachten, aber ohne nochmalige vollständige Trauung in Gegenwart zweier rechtmäßiger Zeugen dem Ehemann gegenüber in der Stellung einer Unangelrauten verharren muß (ibid.). Welche große Kette religiöser Vergehen entsteht nun aus den geschilderten Zuständen! Wir haben wahrlich nicht Ursache, auf den krassen Verfall des jüdischen Eheheiligthums in der siebenzigjährigen babylonischen Gefangenschaft verwundert zu schauen! Unsere moderne erfinderische Generation erdachte ein viel feineres Mittel, in der Hälfte dieses Zeitabschnittes eine gleiche Wirkung hervorzubringen. Wohin gelangen die unsäglichen Familienreimgungsmaßregeln eines “>snDn m?y, um ein rrpj d’^d herzustellen; unsere thatenreiche Reform vernichtet sie alle mit einem Schlag! Wahrlich! unsere Reformhelden dürften auf diese Weise wider Willen der baldigen Eliahu Sendung nicht unbeträchtlichen Vorschub leisten. — Sollte aber wirklich der fromme Sion unserer Vorfahren im zweiten Exil, die freudig Hab und Gut und Blut den heiligen Fa milieniustitutionen zum Opfer brachten ('j «p von unserem Geschlechts so sehr geschwunden sein, daß man aus bloßer Furcht, sich mit dem beleidigten Ortsrabbiner zu Überwerfen, fein ganzes Familienglück und Heiligthum in die Schanzen wirst, und mit den allerhöchsten Lebensschätzen einen thörichten Gemeindesrieden erkauft! Nein! on ownp Es fehlt gewiß nur an gründlicher Aufklärung über diesen höchstwichtigen Punkt, die leider von kompetenter Seite aus Befürchtung wegen Be- IheiligtseinL Verdacht zu erregen, nicht in genügendem Maaße ertheilt wird, worüber wir jedoch die Klage Worte des Talmuds bei der Zerstörung Jerusalems -p pü’j 'im urva Ntt ronnn ta"n bw irunuy) zu sprechen gerechte Ursache haben! Schreiber dieses Aufsatzes, als Geschäftsmann vor derartigen Beschuldigungen hinlänglich geschützt, und ohne Furcht vor Heraufbeschwörung des Hasses und der Verfolgung der durch unsere scharfen Pfeile der Wahrheit in ihrem usrvus virum Tiefbetroffcnen, fordert dayer alle Fromm gesinnten im Hause Juda im Namen der heiligen, von unfern Vätern ererbten Religion und im Namen ihres Familienglücks nachdrücklichst auf, niemals bei sich und ihren Angehörigen den Trauungsact von einem nach obenangefüh. ten Schulchan-Aruch-Citaten dazu unwürdigen Reformrabbiner vornehmen zu lasten. Sollte aber dennoch durch die Verhältniste Jemand dazu gezwungen sein, so möge er doch wenigstens dafür gewissenhaft sorgen, daß rituell beglaubigte Zeuge« der Uebergabe des Traurings bewohnen und dem Brautpaare wenigstens als solche bezeichnet werden, wenn sie auch nicht gerade ihre Namen in dieser Eigenschaft unter den Traubrief schreiben; auch können die jnt? nima wenigstens. bei den Segenssprüchen nach der Mahlzeit von einem Anwesenden vorgetragen, dessen Lebensweise beregte Bedenken verscheucht, noch einigen Ersatz finden, was freilich bei pDnw no-o unmöglich ist. Bei erwiesenem Character des Rabbiners als po enU halte sich das Brautpaar dann noch ferner, den dargereichten Wein des Segensbechers zu kosten, um nicht den ersten Augenblick des neuanzutretenden Lebens mit einer Gesetzesverletzung zu beginnen, und gleichsam den vor Gott eingegangenen Bund des Eheheiligthums mit Entweihung seines Religionsheiligthums zu schließen! Mögen die leider selbst von sonst als aufrichtig frommgeltenden Männern hie und da aus unverantwortlicher Schwäche und thörichter Friedensliebe gegebenen Beispiele nicht als hohler Entfchuldigungsgrund dienen, denn vor der über alles menschliche Beispiel erhabenen Schulchan-Aruch-Autorität dürften wohl solche Berufungen wie Spreu vor dem Winde zerstieben, und können derartig erwiesene große Fehler, von sonst Mustergiltigen begangen, uns nur mit destomehr Bedauern und Wehmuth erfüllen. Oder wären unsere Behauptungen zu entkräften und unsere Beweise zu widerlegen, nun so bitten und beschwören wir alle Gelehrten in Israel, ihre Stimme für die gekränkte Wahrheit laut zu erheben und eine andere Feststellung über diese Punkte zu geben. Solange dieß aber unterbleibt, nehmen wir das Schweigen für beredtes Zeugniß der Zustimmung! tonn njmrD Np'ntp und hoffen zu Gott, der durch das Zeugniß seines heiligen Namens die bewahrte Familienreinheit unserer Vorfahren in Mizraim in noch weit gefahrvollerer Lage vor aller Weit bekundet hat, daß er auch in unserer schlimmen Zeit die Herzen aller Gesetzestreuen in Israel für die strengste Wahrung aller religiösen Familieninteressen entflamme und diese neue Gefährdung der Familienheiligkeit vom Haufe Juda abwende. M. H. Wechsler. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Bad Nenndorf, im August. Vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit, den berühmten Reisenden Rohlfs, als er am hiesigen Badeplatze 1 Stunde weilte, zu sprechen und von ihm einige Notizen über unsere Glaubensgenossen, welche er in der Wüste Sa-