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Der Israelit · 1867-09-04 · Heft 36 (4.9.1867) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 36 (4.9.1867)
Date
1867-09-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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622 tlig Atterkönnung finden." Eitt beredteres Urtnuths- Mgniß könnte aber auch Herr Dr. Aub sich Und seinem Reformgottesdienste nicht ausstellen, als durch die Einrichtung mit den 70 Chorkttäben. Ob Wohl das Kchlschlügen dieses Mittels die Berliner von dem Wahne heilt, daß rnundus vult decipi, ergo decipiatur. — Die königl. Akademie der Künste hielt am 3. August zU Berlin eine öffentliche Sitzung. Die Michael-Deer'sche Preisbewerbung für Künstler jüdischer Religion, diesmal für das Fach der Sculptur eröffnet, war ohne Bewerber geblieben. Dagegen hat die in diesem Jahre zum ersten Male eröffnete Preisbewerbung der Meierbeer'schen Stiftung für Tonkünstler ein erfreuliches Resultat gehabt. Wie uns berichtet wird, lagen die Arbeiten von vier Concurrenten vor. Die Aufgabe bestand in einer achtstimmigen Doppelfuge für 2 Chöre nach einem gegebenen Thema; ferner in einer Ouvertüre und endlich in einer dramatischen Scene oder Cantate, zu welcher diesmal Dr. Gruppe die biblische Dichtung „die Tochter Jephtas" gemacht hatte; den Preis erhielt ein Mecklenburger. — Wir erfahren ferner aus Berlin, daß zu Ostende leider der junge Berliner Banquier Meier ertrank, weil er sich zu weit ins Meer gewagt, ohne im mindesten mit dem Schwimmen vertraut zu sein; seine Leiche wird noch vermißt. — Ein Erlaß der kgl. Regierung in Schleswig-Holstein vom 24. Juni überträgt die Befugniß zur Ernennung jüdischer Geistlichen und Festsetzung ihrer Einnahmen aus Gemeindcmitteln den betreffenden Regierungen. — Wie wir vernehmen, har man den Hauptlehrer der Hamburger Realschule, Herrn Dr. Röe, für die durch den Tod des Herrn Dr. Stern in Frankfurt ö. M. erle igle Directorstelle an der dortigen israel. Realschule (Philantropin) in Aussicht genommen. Dr. Rse's bekannte Rivellirungssucht geht womöglich noch weiter als die des verstorbenen Dr. Stern. Trotzdem, daß seine vorjährige parlamentarische Thätigkeit im Reichstage in mancher Hamburger Wahlversammlung heftig angegriffen worden, hatte man ihn doch zur j Wiederwahl in Aussicht genommen. Dr. R6e lehnte! aber aus Gesundsheitsrücksichten eine eventuell ihn treffende Wiederwahl ab. — Im Chorfaale des Gymnasiums zu Hamburg ward zu Anfang dieses Monats ein Preis- und Wettfchreiben der Stolzö'schen Stenographen abgehalten, wobei den ersten Preis ein Glaubensgenosse, der Privatsekretär Herr Adolph Hirsch erhielt. Es ist dies umsomehr erfreulich, als es uns zeigt, daß die Israeliten keinen Zweig der Wissenschaften vernachlässigen, sondern vielmehr sich in jedem derselben rühmend und anerkennungswerth hervorthun. — Fräulein Bettelheim, die sich vor Kurzem in Wien mit einem Banquier Gompertz verehelichte, wurde mittelst Hofdecrets zur Kammersängerin ernannt. Abgesehen davon, daß genannte Dame die erste Jüdin ist, die diesen Ehrentitel erlangen konnte, hat auch die Art uttd Weise, wie sie ihn erlangte, ihr PikknM. Fama erzählt nämlich, daß kurz nachdem Fräulein B. eine Audienz beim Kaiser gehabt, in welcher fie die Lösung ihres auf mehrere Jahre lautenden ContratteS erwirkte, fie auch eine Audienz bet der Ftüu Erzherzogin Sophie nahm. Die kaiserliche Frau begegnete der jüd. Brattt seht gnädig und forderte sie auf, sich eine Erinnerung von ihr zu erbitten. Fräulein B. bat, schnell gefaßt, um die — Kammersängerin. „Aber warum erst jetzt?" soll die Erzherzogin gefragt haben, „jetzt nachdem Sie der Kunst fast gänzlich entsagen?" „Ich glaubte es als Jüdin Nicht zu erreichen," antwortete die Künstlerin. „Run denn" fuhr die Erzherzogin fort, „ich glaube Ihren Wunsch erfüllen zu können" und — er ward erfüllt. rvrjo w'-r Frankreich. Metz. Bei dem im Monate Juli in Metz stattgefundenen Gelehrten-Congreß, welcher von 3 —4M Mitgliedern besucht war, wurden die Werke von drei Mischen Gelehrten besonders belobt und empfohlen. (Jew. Chron.) England. London. Zu den bei der Pariser Ausstellung mit Medaillen ausgezeichneten Industriellen haben wir noch folgende englische Glaubensgenossen nachzutragen: B. S. Cohen, Mr. Cohen, H. Konstamm, Kapitän H. Lumley aus Weftindien, A. Lyon erhielten bronzene Medaillen, und Defries und Sohn eine ehrenhafte Erwähnung. (Jew. Chron.) Feuilleton. Ies Königs Kidam. (Fortsetzung.) VIII. Wratislaw hatte dem Rabbi seine Baarschaft wiederreichen lasten und erzählte ihm dann die lange Reihe seiner Schicksale. Eigenes Verschulden hatte den jungen, feurigen, hochbegabten Mann in entsetzliche Lagen gebracht. Fremde Härte war hinzugetreten, bis der einst hoffnungsvolle junge Mann immer tiefer sank und nunmehr an der Spitze einer Räuberschaar raubte und mm bete. Rabbi Sabbathai hatte ihn anssprechen lasten; dann hielt er ihm dar Abscheuliche seiner Handlungsweise vor und redete mit der ganzen Gluth eines gottbegeisterten Herzens zu dem

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