Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1867)
- Date
- 1867-09-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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519 hüllet in die köstlichsten Gewänder, eure Tafel belastet wird mW den Leckerbissen der fernsten Zonen — und eS fehlt euch der innere Friede, der Seele beglückende Ruhe, efchlt euch das Bewußtsein, nicht vergeblich gelebt zu haben? Denn können etwa alle Errungenschaften der Gewerbe und Künste, alle Förderungen des Verkehrs, alle Ergebnisse der Wissenschaften, alle Behaglichkeiten des äußeren Lebens die Leere des menschlichen Herzens aussüllkn, dem menschlichen Geiste Befriedigung gewähren, mit der Last des Lebens, mit dem Kummer der Tage, mit den Leiden der Nächte versöhnen? Nur derjenige Mensch, der seinen Blick auf das Jenseits richtet, hat ein würdiges Ziel seines Strebens. „Diese Welt gleichet der Vorhalle; bereite dich in der Vorhalle vor, damit du eingehest in den Palast." Das wahrhafte Ziel des Erdenlebens, der rechte Zweck aller unserer Bestrebungen, ist die Vorbereitung für die künftige Welt, ist die Gewinnung des Unendlichen aus dem Endlichen, die Erringung der Ewigkeit während der kurzen Zeitdauer unseres Aufenthaltes auf Erden. Wenn dieses im Allgemeinen der Menschheit Ziel, so hat Israel noch eine besondere Aufgabe. Wie unter den Steinen der Diamant der herrlichste, wie unter den Blumen die hundeltblättrige Rose die vollendetste an Form und Duft, wie unter den Bäumen des Waldes der Fruchtbaum, der edle Früchte trägt, der vorzüglichste, wie unter den lebenden We en der Mensch hervorragt durch geistige Begabung, wie im menschlichen Organismus das Herz der Mittelpunkt alles Lebens — so ist Israel unter den Nationen. „Und ihr sollt mir sein ein heiliges Volk und ein Reich von Gottesdienern!" Jeder einzelne Israelit ein Glied des heiligen Volkes, ein Priester des Herrn! Daher ist es Aufgabe eines jeden Israeliten, einer jeden Israelitin, die höchste geistige und sittliche Vollendung zu erstreben und zu erreichen, ein Leben voll Reinheit und Heiligkeit zu führen, als ein Priester, als eine Priesterin Gottes auf Erden zu wallen! —- Ist diese hohe Aufgabe von uns erreicht worden? (Fortsetzung folgt.) Urver Sie Reform der israel. Eidesleistung in Oesterreich?von Dr. J. Hildesheimer. (Schluß.) Ad 2 c.) Abgesehen von dem Widerspruche, der hiergegen ad 1 vorttegt, indem hier rücksichtlich der Eidesleistung mit bedecktem Haupte ein Unterschied gemacht wird, ob dieser oder jener Gottesname erwähnt wird, kan« ich die apodiktische Behauptung selbst nicht zugeben. Das Gutachten bezieht sich zwar auf Y'nn y'D D'pos; stände aber dort die Decision ganz so, so würde derselbe mit sich selbst, nämlich °W |0’D 'yivn, sich in Widerspruch scheu, was bei diesem so bedeutenden gewiß nicht der Fall ist. Die letztere Stelle aber wird jy"D r?"L n"N p"ro zur Norm erhoben; und wenngleich dieselbe durch “taiNtr 'Q itr eingeleitet ist, so gilt dieß doch, wie m der nvipn zum 'n 'n “irren -w« nimm □•oP njn mr auf Grund vieler dort citirter maaßgebenden D’pDiD nachweist, entschieden, womit auch '"2 zum -nc zu vergleichen, und so ist dieses Verbot, den Namen Gotteentblößten Hauptes zu nennen, nicht nur theoretischer Grundsatz, sondern auch einer der allgemeinsten ’run welchem auch biv"“>nv n^ivn nicht entgegentreten zu können zugidt. In der vom Gutachten citirten Stelle aber handelt es sich nicht um den;n selbst, sondern nur darum, ob ein gegentheiliges Verlangen der Behörde zu ’Jndo“i Nnpny gehöre, so daß dabei my :nrp wäre oder nicht; und nur ganz beiläufig wird dort erwähnt, daß aas betreffende Verbot ein nicht so ganz ausgesprochenes wäre (tynBD -now “p )>d jnv »jw), besonderbeim Eide .“12 minocy (d. h. wohl, — denn die Schlußworte sind allerdings etwas dunkel — weil man von der Behörde dazu genöthigt wurde; es aber, weil eben kein so ganz ausdrückliches Verbot darüber existire, nicht zur Art der ’JNDdi ünpny gehört). Dasselbe aber ohne Weiteres gegen die (auf V'nn, selbst auf und vdr-iL" '27UQ beruhenden) „religiösen Borurtheile der orthodoxen Israeliten" zu antiquiren. übersteigt unsere Machtvollkommenheit. Daß dieß mit Liberalismus und Antiliberalismus, größerer Nothwendigkeit der Kräftigung des Eides durch Formalitäten rc. durchaus nichts zu thun hat, ist klar wie der Tag. Es betrifft dieß durchaus nicht den Eid als solchen, sondern nur den allgemeinen Grundsatz, daß wir bei Nennung des Gottesnamens das Haupt bedecken sollen; wie wir ja auch bedeckten Hauptes das Gebet verrichten, während andere Confessionen das Haupt dabei entblößen. — Ad 2d. möchte ich die flüchtige Bemerkung machen, daß uns eventualiter die Aufhebung eines Fingers mehr kennzeichnen würde, als die der ganzen Hand. Dieß sind meine Bemerkungen zu dem Gutachten; selbstverständlich rein objectiv; und habe ich dieselben auch den ehrwürdigen Herren, die das Gutachten abgegeben, selbst mitgetheilt, deren etwaiges Antwortschreiben der Oeffentlichkeit zuzuführen ich, wie sich ebenfalls von selbst versteht, mit Vergnügen bereit bin. In der folgenden Nummer der „Neuzeit" findet sich eine Begründung des Gutachtens von Dr. Jellinek. Nachdem eine relativ sehr große, ziemlich pathetisch gehaltene Einleitung über Mag. Nbr. 244, 8